Saab: Gewerkschaften fordern Business Plan

Heute haben die in der Union Gewerkschaft organisierten Saab Mitarbeiter mit 9 Tagen Verspätung die Juli Löhne erhalten. Nachdem es das zweite Mal war, dass Löhne verspätet kamen, scheint auch die Gewerkschaft des Dramas überdrüssig zu sein.

Die Union Gewerkschaft intensiviert nun die Kontakte zum Saab Management um mehr Einblick in die wirtschaftliche Lage zu erhalten. In drei Wochen, am 27. August, sind die nächsten Löhne der Union Leute fällig, vorher die der in der IF Metal organisierten Mitarbeiter.

Die Gewerkschaft ist besorgt und fordert einen Plan zur langfristigen Finanzierung um zu wissen woher das Geld am 27. August kommen soll und auch die späteren Gehälter.

Martin Wästfelt, Chefjurist der Union Gewerkschaft, sieht die Loylität der Mitarbeiter schrumpfen und den Frust wachsen. Ist verständlich, einen 4-Wochen Urlaub auf Firmenkosten mag man gut finden, im Monat 5 ist es nur noch Resignation.

Momentan scheinen die Saab Zukunftspläne zu platzen, denn die chinesischen Investionen laufen auf einer Zeitschiene die für Trollhättan nicht zu halten sein wird. Ob der amerikanische Investor exisitiert, oder ob es eine nette Erfindung zur Neuemission von 5 Millionen Aktien war, wäre eine interessante Frage.

Träumt man in Trollhättan den jetzigen Zustand bis Jahresende durchzuziehen, was mit einer teuren Finazierung über GEM theoretisch möglich wäre, dann ist man auf der falschen Spur. Denn die Kundenbasis verschindet schneller als die Schweizer Gletscher. Ebenso wie die Loyalität der Mitarbeiter, wo jetzt die Leistungsträger anfangen in Richtung Göteborg abzuwandern.

Meine Prognose ? Eine tragfähige und langfristige Lösung muss im August kommen. Daran führt kein Weg vorbei.

Valdemar Lönnroth, Redakteur der TTELA in Trollhättan schrieb heute sehr schön „Saab braucht einen Turbo, einen vollen Tank und einen erfahrenen Fahrer“ und „..was nützt es ein Problem zu lösen, wenn das nächste schon um die Ecke kommt..“.

Über die Autos, die Mitarbeiter, die Entwickler und die Technologie schreibt er nur das Beste. Was auch meine Meinung ist.

Er fordert eine überschaubare und stabile, seriöse Aktionärsstruktur und schreibt zwischen den Zeilen dass Muller fertig hat. Das in der Saab Hochburg Trollhättan.

Aber wie sagt man so schön, der Mann hat mittlerweile die Faxen einfach dicke…

Ich übrigens auch.

Text: tom@saabblog.net

5 thoughts on “Saab: Gewerkschaften fordern Business Plan

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      Die Sache mit den Chinesen entpuppt sich als wenig tragfähig. Zu wenig Engagement und vor allen Dingen zu langes Taktieren bei den staatlichen Stellen – evtl. will man ja auch nur warten, bis der Zusammenbruch erfolgt und dann für „kleines Geld“ zuschlagen.

      Hier müßte dringend ein Plan B her – ein anderer wirklich großer Investor, der ggf. langfristig auch ohne die Chinesen klarkommt.

      Die Vorschläge mal in Indien anzuklopfen scheinen recht aussichtsreich – aber vielleicht gibt es ja tatsächlich einen intelligenten Partner in den USA.

      Viele Grüße
      Julie

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          Ist Indien nicht auch die größte Demokratie der Welt ? Keine Kommunisten = keine NDRC 😉

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            Auf was hat sich VM denn hier mit den Chinesen bloß eingelassen?

            Die spielen doch nur auf Zeit und wollen höchstwahrscheinlich günstig an die SAAB-Überreste herankommen!

            Man sollte nach Möglichkeit in Trollhättan erwägen, den bisher abgefassten Vertrag zu anullieren. Ihre bestellten SAAB-Automobile können Sie dann ja immer noch bekommen (wurden ja bereits per Vorkasse bezahlt).

            Wichtig ist doch, dass kurzfristig ein finanzstarker Investor einspringt und nicht erst in evtl. 3 Monaten (ob dies dann überhaupt klappt steht ja auch noch in den Sternen).

            Kurzum: VM hat bei den verkehrten Leuten angeklopft – hoffentlich bekommt er den Spurwechsel noch „gebacken“.

            Schöne Grüße und hoffentlich bald die richtigen Investoren!!
            Joachim

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