Saab News: Schweden am Morgen

Saab Werk Trollhättan
Saab Werk Trollhättan

Gestern ist viel passiert, rund um Saab. Die genauen Auswirkungen des gestrigen Tages werden wir erst nach und nach erfahren, wenn die schwedische Regierung und die EIB Stellung bezogen haben.

Antonov ist zurück in London, über die vertraulichen Treffen mit den chinesischen Delegationen von Pang Da, Youngman und NDRC war bislang auch nicht viel zu erfahren.

Die Zulassungszahlen für den letzten Monat sind da. Eigentlich nicht erwähnenswert, denn wennn keine Bänder laufen kann man nichts ausliefern. Bil Sweden meldet 221 neue Saab für Schweden im Juni, während Volvo erneut mit 5.258 neuen Wagen starke Zahlen vorlegt.

Aber die Zahlen sind der Schnee des letzten Winters, die Vergangenheit. Wichtiger ist der Start der Bänder in der Stallbacka, und das sieht nicht schlecht aus. Zwar meldet der Kronofogden weiterhin neue Forderungen die eingehen, insgesamt haben jetzt 80 Firmen gegen Saab die Eintreibung angestrengt, aber auch diese Probleme sollten mit frischer Liquidität zu lösen sein.

Denn, wie sagt man so schön, das Glas kann halb voll – oder auch halb leer sein. Sehen wir es heute im „halb voll“ Modus, dann haben wir folgendes Bild. Saab hat, nach diversen Schätzungen, Verbindlichkeiten in Höhe von 50  bis 60 Millionen €. Angemeldet sind Forderungen in Höhe von ca. 9 Millionen €. Die große Masse der Lieferanten hält also still und hat den Kunden aus Trollhättan nicht abgeschrieben.

Die Lieferanten sind, wie viele Saab Kunden auch, momentan in der Wartestellung. Egal ob Plastal in Simrishamn, Lear oder DHL in Trollhättan oder IAC Group in Färgelanda, sie alle halten die Kündigungen aufrecht und warten ab. Die enstimmige Meinung aller Zulieferer im Umfeld ist das Warten auf eine langfristige Finanzierung und damit auf ein mehr an Sicherheit. Vielleicht kommt die ersehnte Botschaft die nächsten Tage.

An den Kunden liegt es jedenfalls nicht. Eric Geers von Saab meldet weiterhin Neuaufträge aus aller Welt.

Text: tom@saabblog.net