Saab News Trollhättan: Säg ja till Antonov !

Trollhättan heute nachmittag. Stefan Löfven, der Vorsitzende der IF Metal ist in der Saab Stadt. Er spürt den Optimismus unter seinen Mitgliedern. Aber er spürt auch die Wut und einen Mangel an Verständnis über die Passivität der Regierung. Das einzige was die Regierung tun müsse, meint Löfven, wäre endlich ja zum Einstieg von Antonov zu sagen.

Während seines Besuchs traf Löfven auch mit Victor Muller zusammen. Muller, so hat er den Eindruck, hat nun eine kurzfristige Lösung fertig und wird mit den chinesischen Investoren eine langfristige Lösung präsentieren.

Es ist extrem wichtig dass die Regierung eine Postition gegenüber der EIB einnimmt, so Löfven. Mittlerweile tut sich einiges in der Stadt Trollhättan.

Vor den Werkstoren, Teil 1

Saab Mitarbeiter sind begehrt. Das ist die gute Nachricht für die Menschen in Trollhättan. Automobilfacharbeiter werden gesucht. Zulieferer von Volvo, sowohl von der LKW als auch der PKW Sparte, und auch Zeitarbeitsfirmen stehen vor den Toren und werben gezielt Mitarbeiter an. Schlecht für Saab, aber mit der ausgebliebenen Lohnzahlung – ohne Vorwarnung – hat man bei dem ein oder anderen den Bogen wohl überspannt.

Vor den Werkstoren, Teil 2

Noch einer steht vor den Werkstoren in der Stallbacka. Es ist der Ombudsman der Union Gewerkschaft. Er sammelt die Unterschriften ein um den Konkursantrag gegen den Autobauer vorzubereiten. Noch hat er nicht alle. Manche Mitarbeiter sind zudem im Urlaub. Saab gewinnt damit wertvolle Zeit.

Das Saab Werk in der Stallbacka.

Saab Pressechef Eric Geers informiert die Mitarbeiter über die aktuelle Lage. Victor Muller ist im Werk, läßt sich aber nicht blicken. Die Lohnzahlungen, sagt Geers, haben Priorität. Das Echo ist gemischt. Gegenüber der versammlten schwedischen Presse äußern sich die Mitarbeiter, den meisten ist der Frust der letzten Tage anzumerken, haben Sie doch mit Saab gehofft bis zum letzten. Trotzdem, die meisten haben nicht aufgegeben, hoffen auf ein gutes Ende und sagen das auch.

Die Kommune Trollhättan

Paul Akerlund kämpft. Er kämpft für seine Kommune, für Saab, für Antonov. Er nutzt momentan die versammelte Presse als Sprachrohr und trommelt seit gestern unaufhörlich für Saab. So, dass man es in ganz Schweden hört. Er glaubt an Saab und er ist sich klar darüber, dass er eigentlich keine Chance hat. Er nutzt sie trotzdem.

Auch für die notleidenden Saab Mitarbeiter ist er da. Manche bekommen keine Kredite bei der Bank. Paul Akerlund, er ist übrigens ehemaliger IF Metal Vorsitzender, kümmert sich um seine Leute. Er bietet Hilfe an um Lebensmittel zu kaufen, die kommunale Wohnbaugesellschaft stundet bedürftigen Mitarbeitern die Mieten.

Ein toller Mann, unseren Respekt hat er.

Die Swedbank in Trollhättan.

Die Swedbank bietet den IF Metal Mitgliedern Kredite bis 20.000 Kronen an. Nimmt dafür keine Sicherheiten. Nur die Bonität muss gut sein. Bislang hat die Bank 50 Kredite an Saab Mitarbeiter ausgegeben. “Wir verdienen nichts daran” sagt Karin Abrahamsson von der Swedbank in Trollhättan. Jedes IF Metal Mitglied und Saab Mitarbeiter kann zur Swedbank gehen, auch solche die dort kein Konto haben.

Der Staatsminister, kommt er nach Trollhättan ?

Frederik Reinfeldt wurde bereits mehrere Male nach Trollhättan eingeladen. Kommt er ? Nein, er kommt nicht. Statt dessen begnügt er sich mit Platitüden zum Saab Thema in den schwedischen Medien. Leere Politiker Worthülsen, wie sie seit Monaten seine Parteifreundin Maud Olofsson auch von sich gibt. Seine Interviews sind es nicht wert, von uns veröffentlicht zu werden.

Text: tom@saabblog.net

2 thoughts on “Saab News Trollhättan: Säg ja till Antonov !

  • Danke Lars. Ich lerne täglich hinzu…. 🙁 Über die schwedischen Parteien, das Insolvenzrecht und so weiter. 😉

  • Eigentlich ist es ganz egal, aber Maud Olofsson ist keine Parteifreundin von Staatsminister Reinfeldt. Olofsson gehört zu “Centerpartiet” und Reinfeldt zu “Moderaterna”. Zwei verschiedende konservativen Parteien.

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