Teilnehmerrekord, Bericht zur Saab Session-Slovakia 2024
Vom 11. bis 13. Oktober war es wieder so weit und die mittlerweile 13te Saab Session-Slovakia ging über die Bühne. Nachdem die vergangenen zwei Saab Sessions ganz im Westen der Slowakei stattfanden und ich weitere Verpflichtungen hatte, war ich bei diesen nur als kurzer Tagesgast dabei.
Doch bei der aktuellen konnte ich die ganze Veranstaltung wieder in vollen Zügen genießen.
Angemeldet hatte ich mich eigentlich mit dem Cabrio. Nachdem die Spengler-Werkstatt nicht rechtzeitig die Rostpunkte um den Verdeckkasten beheben konnte, nahm ich kurzerhand den Saab 9-3 Kombi.

Erwartungsvolle Anfahrt zur Saab Session-Slovakia 2024
Die Saab-Jacken, Mützen, Kappen und T-Shirts gepackt, unterwegs hatte ich noch was zu erledigen, erreichte ich erst gegen 16 Uhr den Grenzübergang Österreich–Slowakei. Obwohl es Freitagnachmittag war, konnte ich vergleichsweise schnell durch die Stadtautobahn von Bratislava fahren.
Erst später leitete mich das Navi von der Autobahn ab, um einen Stau zu umfahren.

Trotz intelligenter Routenplanung kam es aber auch abseits der Autobahn im Stadtgebiet von Sered zu einem längeren Stau.
Während des Stop-and-Go-Rollens erblickte ich dann nach einiger Zeit im Spiegel die LED-Streifen eines weißen 9-3X. In einer kleinen Kurve entstand Blickkontakt und so konnten wir uns sogar winken.
Später stellte sich dann heraus, dass es sich hier um den slowenischen Teilnehmer handelte.

Saab Freunde wiedersehen
Nachdem sich der Stau dann an der letzten Ampel zur Stadtausfahrt wieder aufgelöst hatte, konnte ich dann auf der Autobahn etwas Zeit gutmachen und erreichte kurz vor 20 Uhr das Hotel, Penzion Tale.
Da die Teilnehmerzahl so groß war, hatten nicht mehr alle Platz in einem Hotel gefunden und so wurden die Teilnehmer in drei angrenzenden Hotelgebäuden untergebracht.
Wie immer ist die Landung besonders herzlich, wird man doch von Freunden und wehenden Saab-Fahnen empfangen.
Mittlerweile ist die Atmosphäre schon so richtig familiär und die Wiedersehensfreude immer ausgesprochen groß. Man hat das Gefühl, dass man nicht Autokollegen beliebiger Art trifft, sondern eine erweiterte Familie. Erzählt man sich doch auch das ein oder andere private, mal etwas sehr Erfreuliches, wo man sich mit freut oder auch die traurigen Seiten im Leben um dann gemeinsam Anteil zu nehmen.

Eine neue Saab-Generation macht sich auf den Weg
Mit den Debütanten der Saab Session entstand nach dem Anlaufen der Betriebstemperatur auch gleich eine gute Atmosphäre und wir fanden Gesprächsthemen.
Erfreulich sind auch die Entwicklungen zu sehen, wie die nächste Fan-Generation heranwächst und mittlerweile selbst einen eigenen Saab fährt. Nach der Registrierung und der Annahme der Saab Tasche mit Anmeldekarte, Teilnehmer-Aufkleber, Saab-Bier und den Saab Session T-Shirts ging es zum Abendessen.
Bis spät in die Nacht wurde dann mit neuen und alten an der Bar die Zusammenkunft gefeiert und die neuesten Projekte besprochen.

Hier spürt man, dass Social Media zwar nett ist und weit entfernt lebende Kontakte auch aufrechterhalten kann. Aber nie durch echtes Beisammensein ersetzt werden kann.
Über die Jahre versuchen die Saabisti auch immer ein paar Vokabeln eines jeweiligen Teilnehmer-Landes zu lernen, um mit möglichst allen in Gespräche zu kommen.

Saab Session Slovakia 2024 – der Saab Tag
Der nächste Tag startete kurz nach 9 Uhr mit gutem Frühstück, und anschließend wurden die Fahrer von den Crewmitgliedern auf die Startbahn gebracht. Wir erhielten die Starterlaubnis und dann ging es in einer lang gezogenen Saab-Schnur, angeführt vom Hauptorganisator Martin Pavelek im Saab 96 nach Banská Bystrica.
Die kleinen Kreisverkehre und Kreuzungen wurden von einem Teil des Organisationsteams, das kurzerhand vorausfuhr, gesperrt.
Bei den großen Ampelkreuzungen in der Stadt Banská Bystrica leistete die Stadtpolizei Unterstützung, indem sie den Verkehr für uns regelte.

Der normalerweise für den Autoverkehr gesperrte historische Stadtplatz wurde speziell für uns Saabfahrer geöffnet und füllte beinahe den gesamten Platz mit Elchen. So konnten die Fahrzeuge von den Einwohnern der Stadt bestaunt werden. Immer wieder sorgt hier unter anderem die Toppola für Aufsehen.
Die Radiosendung für Autofahrer “Pozor Zakruta”, (übersetzt: Achtung Kurve), die vor Ort berichtete, bat einen Teil des Organisationsteams vor das Mikrofon, um über die wichtigsten Saab-Modelle zu berichten. Besondere Erklärung bedürften neben den Zweitaktern die letzten Modelle wie dem 9-5NG SportCombi oder dem 9-4X.

Auch die regionale Nachrichtensendung Regina drehte einen kurzen Bericht über das Treffen und bat einige Beteiligte vor die Kamera (Link).
Zeit für individuelles Sightseeing
Die Teilnehmer hatten dann einige Stunden Zeit, die Altstadt mit einigen Sehenswürdigkeiten zu erkunden.
Der schief stehende Uhrturm bot die Gelegenheit, einen Blick über die Stadt und das Landschaftspanorama zu wagen.
Zu sehen ist der Großen Fatra (Veľká Fatra), den Starohorské vrch, der Niederen Tatra (Nízke Tatry) im Norden, dem Slowakischen Erzgebirge (Slovenské rudohorie), der Poľana im Südosten und der Kremnitzer Bergen (Kremnické vrchy) im Westen zu bekommen.

Natürlich musste die Gelegenheit auch für das imposante Bild, mit dem mit Saabs gefüllten Platz, von oben aus festgehalten werden.
Das slowakische Nationalmuseum widmete sich der Geschichte der Slowakei und zeigte unter anderem einige Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg. Zusätzlich lief in einem Nebensaal des Museums ein alter Film, der die ganzen technischen Entwicklungen des Saab 9000s aufzeigte.

Die weiter an Kultur interessierten Saabisti hatten dann noch die Gelegenheit, die Galerie Vila Dominika Skuteckého zu sehen.
Ferner wurde der Bummelzug für uns Trollhättans reserviert. So konnten wir durch die Stadtfahrt, vorbei an einigen bedeutungsvollen Gebäuden, einen weiteren Eindruck des Zentrums gewinnen.

Koordinierte Abfahrt
Gegen Nachmittag wurden wieder alle zusammengerufen, damit wir erneut gemeinsam aus der Stadt fahren konnten. Reihe für Reihe setzte sich die Saab-Kette wieder in Bewegung, immer koordiniert von den Lotsen, die schon auf Position standen, und die Bevölkerung verabschiedete uns mit großem Applaus.
Auch leistete die Stadtpolizei erneut Unterstützung mit der Absicherung der Wege und so konnten wir fast ohne fremde Autos in der Kolonne wieder zu unseren Hotels fahren.

Nach dem Einparken gab es dann die Gelegenheit, sich etwas auszuruhen oder die Wellnesseinrichtungen der Hotels zu nutzen.
Die Anwesenden, die beruflich mit Saab zu tun haben, machten kurzerhand in einem Nebensaal im Hotel einen kleinen Teileflohmarkt, bei dem man sich bei Bedarf mit dem ein oder anderen Ersatzteil oder Zubehör eindecken konnte. Wer die Hilfe einer Auslesung mit TECH2 benötigte, wurde ebenfalls bedient.

Welchen Saab zum Treffen nehmen?
Obwohl das diesjährige Motto der Saab Session eigentlich dem 40 Jahre Saab 9000 Jubiläum gewidmet war und es auch genügend 9000 Besitzer unter den dagewesenen Teilnehmern gibt, war das Treffen dieses Mal etwas 9-3 NG lastig.
Einige Besucher aus Polen in ihren 96ern und die Sonett aus Praha (8 Stunden Fahrzeit) nahmen die langen Fahrstrecken in den Zweitaktern in Kauf. Die anderen jedoch wählten die modernen, komfortableren Saabs, für die doch teilweise langen Reisewege.

Tom beschrieb hier mal den 9-3 NG als Arbeitspferd der Saabszene und so ist es teilweise auch hier.
Vom Saisonkennzeichen gepflegten bis zum Alltagsdiesel mit 400.000 km war alles vertreten.
Tuning für neue Saabs
Eine kleine Tendenz ließ sich gleichwohl aber sehen:
Während die alten Modelle in immer besseren Zustand gesetzt und möglichst auf Originalität geachtet werden, ist beim 9-3 NG alles dabei. Gerade aus Polen gibt es verschiedenste, je nach Geschmack unterschiedlichste Tuningvarianten.
Tieferlegungen, Abgasanlagen, Bodykits, Folierungen, Infotainment-Umbauten unterschiedlicher Art, sind alle vertreten.

Geselliges Abendprogramm
Aufgrund der großen Teilnehmerzahl fand das Abendessen mit der anschließenden Abendveranstaltung dann im nahegelegenen Restaurant Stodola (eine umgebaute große Scheune neben dem Zieleinlauf einer Skipiste) statt.
Wie immer gab es Preise für die drei schönsten Saabs, den Saab mit dem höchsten Kilometerstand, die weiteste Anreise, den jüngsten Teilnehmer, die älteste Teilnehmerin und den ältesten Teilnehmer. Zum Spaß gab es dann noch den Preis für den Talladega Man, jenen Personen, die am Freitag am längsten aufblieben.

Anschließend saßen dann alle gesellig zusammen, ob jung oder alt, ob 96 Fahrer oder 9-5 NG Sportcombi Fahrer, mit den neuen Bekanntschaften wurden Kontaktdaten ausgetauscht. Es wurde gelacht, getrunken und jeder genoss die saabige Gesellschaft.
Da Alkohol in Bewegung bestenfalls nur in BioPower Modelle gehört und sonst nirgends, gab es für die Rückkehr in die Hotels einen kleinen Shuttleservice mithilfe eines Multivans.

Bilanz der Saab Session
Es wurde wieder ein neuer Teilnehmerrekord aufgestellt. 117 angemeldete Autos aus 11 Kennzeichenländern und 257 Menschen. Slowakei, Tschechien, Österreich, Schweiz, Ungarn, Polen, Rumänien, Deutschland und je 1 Auto aus der Ukraine und eines aus Slowenien.

An dieser Stelle möchte ich noch anmerken, dass einige weitere Nationen vertreten waren, diese jedoch unter den Länderkennzeichen der Autos untergingen.
Der Abschluss
Der Sonntag wird dann wie immer unterschiedlich angegangen. Die Teilnehmer, die einen langen Rückweg hatten, fuhren schon sehr zeitig ab, die anderen hatten noch die Gelegenheit, im Double Red Cars Automuseum (Link) in der Stadt Brezno vorbeizuschauen.
Vielen Dank für den tollen Bericht mit dem herrlichen Foto! 117 Saabs auf einem Luftbild – dass es das noch gibt! Und man kann so herrlich darin “schmökern”. Wie spricht man auf dem Treffen eigentlich miteinander? Englisch? Egal – wahrscheinlich einfach “saabisch”! 🙂
Danke, ja sowas wäre wohl selbst in Schweden außerhalb Trollhättans schon eine Besonderheit. Die slawischen Sprachen mischen sich ein wenig, ansonsten englisch, einige können auch deutsch und sonst einfach saabisch. Sprachliche Angst braucht dort keiner haben.
Danke Ken-Daniel. Ein wunderbarer Bericht über ein großartiges Event. Dass die Polizei unterstützend mitwirkte, und in einem „eigentlich“ autofreien Stadtkern geparkt werden durfte, ist der reinste Wahnsinn. An so etwas wäre im „eigentlich“ lockeren Spanien nicht in kühnsten Träumen zu denken. Herzlichen Glückwunsch an die Veranstalter.
Ein großartiges Treffen :-)!
Welch famose SAAB-Kulisse, sehr sehr schön.
Guten 4. Advent und DANKE an Ken Daniel für den teilnehmenden Bericht!
Prima Ken Daniel, hat Spass gemacht, gell?
Besten Dank für den ausführlichen Bericht!
Gibt es bereits nähere Infos zur Session 2025?