Sie benötigen einen Fluchtwagen – nehmen Sie ein Saab Cabriolet
Saab spielte gerne mit der Rolle der unangepassten, etwas rebellischen Automarke. Das Anderssein als Markenkern gab es vermutlich schon beim Ur-Saab, welcher die Flugzeug-Tragfläche als aerodynamische Grundform aufnahm. Später folgten Turbo Motoren und Eigenwilligkeiten wie das Zündschloss auf der Mittelkonsole oder das Night Panel.
Das Image als Rebell war Fluch und Vorteil zugleich, denn einerseits galten Saab als elitär und verschroben, andererseits gab es einen Käuferkreis, der exakt das suchte. Auch in den Jahren, als die Autos aus Trollhättan immer mehr zur Kompatibilität mit den Massen neigten, spielte die deutsche Werbeagentur Conteam (Link) mit diesem Klischee.
Sie möchten aus den Konventionen ausbrechen? Wir haben einen unkonventionellen Saab für Sie! Dieser hatte allerdings eine entscheidende Gemeinsamkeit mit Porsche und Mercedes.

Sie benötigen einen Fluchtwagen – nehmen Sie doch ein Saab Cabriolet
Nüchtern betrachtet ist ein Saab 9-3 NG Cabriolet weit von den unkonventionellen Wurzeln des klassischen 900 oder seinen Nachfolgern entfernt. Eigentlich ist es die konventionellste Art einen offenen Saab zu fahren, was aber nur für Menschen gilt, welche sich permanent im Saab Kosmos bewegen.
Alle anderen, also geschätzte 99,999 % der Bevölkerung, sahen das im Jahr 2005 komplett anders. Ein schwedisches Cabriolet hatte von Haus aus etwas Exotisches, in Deutschland fuhr man offene BMW, Porsche, Mercedes oder Audi. Zumindest dann, wenn man es sich leisten konnte. Finanziell sensibleren Naturen konnte man alternativ zum Opel Händler raten.
Aber Saab war zum einen der kleinste europäische Autohersteller, zum anderen waren die Cabriolets immer noch besonders. Das Zündschloss auf der Mittelkonsole gab es in der offenen Klasse nur dort, was manch einen immer noch zum Staunen und Nachdenken brachte, wenn der freundliche Saab Händler den Grund erklärt hatte.
Auch das Night Panel im Cabriolet hatten nur die Schweden, es machte Lust auf Jet-für-die Straße fliegen und den gespreizten Tachometer konnte man andächtig nickend als ziemlich schlau absegnen.

Unkonventionelle technische Lösungen gab es tatsächlich 2005 immer noch bei Saab zu entdecken, auf Knopfdruck oder beim Starten des Motors. Man musste nicht extra die Motorhaube öffnen und über den Turbomotor und die Trionic philosophieren.
Damit, und mit dem unkonventionellen Design, warben die Schweden in den deutschen Printmedien für ihr Cabriolet, welches in Graz (Link) produziert wurde. Vermutlich um das Unkonventionelle zusätzlich zu unterstreichen, zeigte die Werbeagentur das Cabriolet in Lime Yellow, der auffälligen Premierenfarbe, welche für die offenen Saab das neue Monte-Carlo-Gelb hätte werden sollen.
Saab Cabriolet als Fluchtwagen mit deutschen Komponenten
Ohne jeden Zweifel war Saab mit dem 9-3 NG Cabriolet nahe dran an Audi, Mercedes und Co, vielleicht hatte man im direkten Vergleich sogar das schönere Cabriolet im Angebot. Dass es als Fluchtwagen hätte dienen können, aus Konventionen oder der Wirklichkeit, ist eine philosophisch zu verstehende Frage. Fest steht hingegen, ein offener Saab sorgte sogar damals für einigen Gesprächsstoff mit den Mercedes oder Porsche fahrenden Kollegen.
Denn mit deren Autos hatte der unkonventionelle Saab eine nicht unterschätzende Gemeinsamkeit (Link), welche ein für das Cabriolet entscheidendes Bauteil betraf. Das hochwertige, ganzjahrestaugliche und sich schnell öffnende Verdeck stammte vom gleichen deutschen Hersteller.
Damals gab es in wenigen Printmedien diese Werbung- egal ob Cabrio oder 9-3 Kombi.
National Geographic war da genau das richtige Medium die ich damals und heute lese.
Da entstand dieser Sämling, mal so ein Auto fahren zu wollen…
… als ich mich vor ca. 20 Jahren für ein neues Cabrio interessierte, gab es in einer deutschen Autozeitschrift (müßte ich suchen) einen Vergleichstest von 4-sitzigen Cabrios. 3-er BMW, Mercedes und Saab.
Die Sensation war, dass Saab diesen Test als Sieger bestand!
Mein neues Cabrio wurde damals der Saab und heuer 20 Jahre alt.
Das Testergebnis ist für eine deutsche Zeitschrift wirklich erstaunlich. Recht hatten sie! Ich fahre auch seit 2003 Saab-Cabrio, zwischenzeitlich ab 2007 als Neuwagen ein Diesel-Cabrio, da ich beruflich damals viel fahren musste. 2017 wollte ich dann wieder ein Benziner-Cabrio haben und habe mir, weil es keine Saab-Neuwagen mehr gab, mal ein Audi-Cabrio angesehen. Danach war klar: es wird wieder ein Saab-Cabrio. Das, was ich dann 2018 fand (MY 2012), ist so ein Traum-Saab, das ich es nie wieder hergebe! 🙂
….wir sind seit Jahrzehnten mit SAAB aus dem konventionellen Automarkt ausgebrochen…..und was ist das Ergebnis: Wir sind für andere Marken nicht mehr zu begeistern. Das wäre ja nicht schlimm Wenn es SAAB noch gäbe, aber nun??
ps.: gibt es was neue Nachrichten von Emily?