Präsenz und Zusammenhalt sind für Saab essenzieller denn je!
Wenn wir uns in dieser Woche mit Statistiken beschäftigt haben, so geschah das stets mit einem weinenden Auge. Aber auch mit etwas Zuversicht, denn die Entwicklung des Saab Bestandes in Europa verläuft äußerst unterschiedlich. Da wäre, als ein nicht erfreuliches Beispiel, die Saab Heimat Schweden. Dort verschwanden die Hälfte aller Fahrzeuge.
Dann ist da Norwegen, wo eine Katastrophe zu melden war. Überraschend stabil blieben Österreich und Deutschland, wobei es gerade bei letzterem alles andere als selbstverständlich ist. Deutschland war nur selten ein Vorzeigemarkt für die Schweden, und wirklich gute Zeiten gab es zuletzt mit der Einführung der 9-5 Baureihe.
Der Ersten wohlgemerkt. Und das ist sehr lange her.
Woran es liegt, dass Saab sich hier so gut behauptet, ist eine unbeantwortete Frage. Wichtig ist: es gibt Dinge, die wir erledigen müssen. Damit es so bleibt.

Präsenz und Zusammenhalt sind für Saab essenzieller denn je
Tief in der Vergangenheit nach Gründen zu suchen, warum Saab hier weiter stark ist, wird bei der Beantwortung nicht helfen. Ich hatte vor einigen Tagen ein sehr historisches Saab Deutschland Magazin in den Händen. Nach maximal 2 Minuten lag es wieder dort, wo ich es abgelegt hatte. Im Archiv! Ich war entsetzt über die Heterogenität der Saab Szene von vor 50 Jahren. Ein Club hier, ein weiterer neuer dort, da ein zusätzlicher Stammtisch, hier ein lokaler Präsident, dort eine kleine Veranstaltung.
Das Heft war voll davon.
Und ist man ehrlich, dann hat sich bis heute daran nichts geändert.
Bei Facebook zählt man unendlich viele deutschsprachige Saab Gruppen, es gibt ein Forum, etliche Interessengrüppchen, die eifersüchtig die Zwerge des eigenen Vorgartens bewachen und die einander nicht grün sind. Saab Veranstaltungen und Treffen werden dann schon einmal zur Glaubensfrage, und wer wo auftaucht, oder es nicht tut, sorgt bei einigen in der Szene für tiefstes Nachdenken.
Das mag von mir jetzt bewusst überzeichnet sein, findet aber so in etwa täglich statt. Dabei benötigt die Szene gerade in diesen Zeiten, in denen die Elektromobilität auf der einen und auf der anderen die alten Autos gegenüber missmutig eingestellte Bürokratie in Brüssel lauert, so etwas wie Einigkeit.
Zusammenhalt ist gefragt, um die Leidenschaft für Saab zu sichern, und wenn nötig auch in Politik und Verbänden wirken zu können. Präsenz zu zeigen, mehr denn je, damit die Marke nicht aus der Öffentlichkeit verschwindet und eines Tages nur noch für einige alte Männer am Stammtisch ein sentimentales Thema sein wird.

Präsenz für Saab im Alltag zeigen
Das schreibt sich einfach, ist es aber nicht. Natürlich, wir hier arbeiten daran, das SaabBlog Magazin technisch und optisch so aktuell wie möglich zu halten. Es gibt – und wird es immer geben – frei lesbare Beiträge, welche den Einstieg in den Saab Kosmos erleichtern. Über unseren Instagram Account (Link) läuft täglich Kaufberatung, Hilfe für Neulinge, Kontakte in die ganze Welt. Das ist zugegeben mühsam und aufwendig. Manchmal auch frustrierend, wenn es nicht einmal für ein Dankeschön reicht, nachdem man ein Ersatzteil vermittelt hat.
Aber es lohnt sich langfristig, denn es bringt junge Leute zur Marke.
Tatsächlich ist es so, dass jeder etwas dazu beitragen kann, damit Saab gegenwärtig bleibt. Etwas Saab Präsenz kann jeder zeigen. Man kann dem jungen Menschen, der an der Tankstelle möglichst unauffällig in Richtung Saab schaut, ein Lächeln und ein Gespräch anbieten. Derjenige, der sich auf dem Supermarktparkplatz mit seinen Fingerabdrücken auf der Fensterscheibe verewigt, ist nicht unbedingt ein Feind. Er ist ein potenzieller Freund, man muss ihm nur die Chance dazu geben.
Ja und der Arbeitskollege, der so unsympathisch zynisch in Sachen altes Schwedenauto herüberkommt, ist vielleicht nur zu unsicher, um auszudrücken, dass er den Saab schon immer gut fand.

Ich habe vor vielen Jahren geschrieben, dass wir alle Saab Botschafter sind. Daran hat sich nichts geändert. Es geht uns, wenn wir ehrlich uns selbst gegenüber sind, nur um eine Sache. Unabhängig, in welchem Club wir Mitglied sind, welchen Stammtisch wir besuchen oder meiden, und auf welche Treffen wir fahren.
Es geht darum, die Trollmarke nicht sterben zu lassen.
Saab ist mehr als Autos – es geht um die Saab Kultur
Denn mit ihr verschwänden nicht nur die Autos, es verschwänden auch die ganzen Geschichten und die Saab Kultur. Dieses Menscheln, das von Scheitern, Aufstehen, Versuch und Genie berichtet und etwas, was Elektroautos nie vermitteln werden. Sympathien zu einer schwedischen Geschichte, die alles andere als perfekt sein wollte. Gefühle und Herz für die, die Saab machten – egal, wie klein das Unternehmen und wie knapp das Budget war.
Wenn Deutschland nicht zukünftig Norwegen oder Schweden werden soll, müssen wir etwas tun. Die Clubs sollten über eine ansprechende mediale Saab Präsenz nachdenken, die nicht so sehr das Jahr 2010, sondern 2024 ist. Es wäre dringend nötig. Die vielen Mikrogruppen sollten sich zusammenraufen, statt immer neue und neue Facebook-Gruppen zu gründen.
Und ja, die Fingerabdrücke an der Fensterscheibe und auf dem Lack sind schon ärgerlich. Aber ein maximales Zeichen, dass der Saab das Interesse anderer weckt. Die vielleicht nur gehört und gesehen werden wollen, und die sich sonst nie getrauen würden, einen Saab zu fahren.
Es sind ja nicht nur die verschiedenen Clubs und Stammtische, die ja fast schon mit politischem Geschick ausgewählt werden müssen – oder auch nicht ;). Auch das Miteinander unter den SAAB-Werkstätten ist an manchen Stellen schlichtweg nicht existent. Und das ist noch wohlwollenden formuliert. Um den ein oder anderen wohl bekannten SAAB Stützpunkt sammeln sich ja dann auch einige „Fans”, die dann gerne mal gegen andere Stützpunkte wettern.
Sehe es wie die meisten der vorherigen Kommentatoren. Eine standardisierte oder gar einheitliche Szene-Plattform wäre ein starkes Zeichen aber die damit verbundenen Aufwände erscheinen mir aussichtslos.
Mir gefällt es gut Botschafter der Marke zu sein und dafür braucht man nicht unbedingt eine Club-Mitgliedschaft. SAAB fahren, darüber lesen, reden und / oder schreiben und regelmäßig den SAAB Stützpunkt seines Vertrauens besuchen.
Also ja, die täglichen Fahrten, der saabblog, gute und wertvolle Gespräche mit SAAB-Freunden und das ein oder andere Treffen machen meinen SAAB-Alltag doch sehr spannend.
So lange Tom das hier macht ist meine Saab Welt perfekt.
Mehr muss ich dazu nicht sagen.
Diese Art Abspaltungen sehe ich leider auch zum Teil ein meinem Saabumfeld, manches mehr ausgeprägt, anderes wiederrum schwächer, aber das ist schade und schadet letztendlich am Ende allen und dann auch im Geschäft. Jeder der Saab möchte und der es auch kann, all die gehören an einen Tisch.
…mein Club ist der Blog! Das ist die Klammer um das Ganze!
Ansonsten genieße ich still für mich, habe auch regelmäßig Kontakt mit 2 oder 3 Gleichgesinnten, hauptsächlich über Verkauf oder Ankauf von Saabs. Und die Werkstatt ist mein Spielwarengeschäft…
Gelegentlich noch regionale Treffen, that‘s it. Und das eifersüchtige Beäugen finde ich weder passend, noch der Sache dienlich, da bin ich voll bei Tom.
Ein guter, nachdenklicher Beitrag. Um ehrlich zu sein. Ich brauche keinen Club im Jahr 2024. Ich wüsste nicht wo seine Daseinsberechtigung wäre und was er aktiv seit 2012 für Saab getan haben könnte. Der schwedische Club ist hochaktuell, der deutsche ist nicht wahrnehmbar.
Was ich vermissen würde, und mich von Saab wegbringen würde, wäre der Verlust meiner Werkstatt und des Blogs. Beides brauche ich, alles andere nicht.
Ein Markenbotschafter ist auch jemand der sich im Verkehr wie ein Sir oder Lady verhält
Anderen auch mal die Vorfahrt geben, vor Schutzwegen rechtzeitig bremsen und bei Radfahrern Abstand halten
Rücksichtnahme bringt das Saab Logo zum glänzen, kostet nichts und zahlt in die Marke ein.
Gut geschrieben! 100%!
Bei einer Marke, die sich einst an Individualisten richtete, deren Kunden sich als Individualisten oder Nonkonformisten verstanden, halte ich den Versuch jeglicher Zentralisierung von vornherein für zum Scheitern verurteilt.
Selbst die Vorteile, dass sich Wissensaustausch bzw. -bewahrung oder Teilebeschaffung zentralisieren ließen, werden von vielen Ohren nicht gehört werden. – Das wird weiterhin auf individuelle Initiative laufen…
Wie die zersplitterte Szene zukünftig mit Trittbrettfahrern oder Rest-TÜV-Verbrauchern umgehen möchte, wird dem individuellen Drang zur versuchten Nachwuchsgewinnung überlassen sein…
Da steckt ganz viel Wahrheit drin, glaube ich. Allerdings müsste sich für einen solchen Dachverband irgendjemand den Hut aufsetzen und eine zumindest Semi-professionelle Administration und Koordination anbieten. Dass das nicht einfach zu leisten ist, sehen wir am Saab Blog. Ohne das Engagement von Tom (man kann ihm gar nicht genug dafür danken!) wäre es zappenduster um die Pflege des Andenkens dieser tollen Automarke, sieht man einmal ab von der Schrauber-Seite ‘Saab Cars’. Wie es bei Facebook und X aussieht, entzieht sich meiner Kenntnis, da bin ich aus Überzeugung nicht unterwegs.
Es bleibt die Frage: wie geht man den ersten Schritt? Ich habe leider keine Antwort darauf 🙁
Du hast völlig recht. Aber das wird sich keiner antun. Tom nicht, und andere auch nicht. Die Szene unter einen Hut zu bringen wäre der undankbarste Job der Welt.
Die extreme Fragmentierung der Szene ist typisch für Saab und ihre größte Schwäche. Das beginnt mit den Stammtischen, geht bei den einzelnen Facebook Gruppen weiter und über die Clubs muss man erst gar nicht reden.
Den Appell finde ich gut und richtig, er wird nur ungehört bleiben. Alles andere würde mich wundern.