Möchten Sie einen Saab 9–5 Aero Sportkombi leasen?
Diese historische Autowerbung wird manchem die Tränen in die Augen treiben. Ein nagelneuer Saab 9–5 Aero Sportkombi, was würde man dafür geben, wenn man ihn kaufen könnte? Oder wenigstens leasen, das wäre ganz großes Kino. Tatsächlich galten die Leasingangebote von Saab einst als teuer.
Nicht wettbewerbsfähig lautete oft das Urteil und das wird wohl berechtigt gewesen sein. Denn als kleiner Hersteller war es schwierig, bei den Großen mitzuhalten. Deren Leasingraten wurden nicht selten vom Werk subventioniert, was speziell bei gewerblichen Kunden den Ausschlag gab.
Heute aber hätten wir gerne die sofortige Starterlaubnis, die Saab Finance im Jahr 2000 erteilte.

Kleine Kultmarke – teure Leasingrate
Die Sache mit den Leasingraten war tatsächlich eines der Probleme, die Saab in Deutschland niemals loswurde. Wer nicht wirklich markenaffin war, der shoppte für gewöhnlich Leasingraten und wer das günstigste Angebot ablieferte, bekam den Zuschlag. Dann stand vor der Türe eben ein Mercedes oder BMW und kein Saab.
Wenngleich man gerne ein Auto aus Trollhättan gehabt hätte.
Auch beim Fuhrparkmanagement des Arbeitgebers hatte man mit Saab meist schlechte Karten. Humorlose Kontroller holten das Vergleichsangebot von Audi aus der Schublade – und schon war die Idee vom Saab Geschichte. Das half im seltensten Fall Überredungskunst, Saab war einfach draußen.
Findige Saab Partner wussten um das Problem. Ihre Autohäuser bemühten gar nicht erst das offizielle Angebot. Sie vertrauten auf unabhängige Anbieter, welche das Saab Finance Angebot locker unterbieten konnten. So, und mit viel Geschick und einem dicken Rabatt, flog die Saab Leasingrate dann fast auf derselben Höhe wie die der Mitbewerber.
Der Saab Faktor und das Engagement der Partner tat nicht selten ein übriges. Wieder einen Neuwagen verkauft! Das geschah aber, im Rückblick betrachtet, dann doch viel zu selten. Sonst würde es Saab noch geben.
Wir würden gerne die Starterlaubnis nutzen
Heute sähe das anders aus. Wer würde nicht gerne einen Saab 9–5 Aero Sportkombi bei Saab Finance leasen?
Die Preise waren im Jahr 2000 noch in DM ausgewiesen, man tut sich keinen Gefallen sie in € umzurechnen. Der gefühlte Kurs der Kaufkraft liegt mittlerweile ohnehin im Verhältnis 1:1 und ein Saab für fast 70.000 DM kann man daher auch mit 70.000 € ansetzen.
Denn es spielt keine Rolle, wie man rechnet. Man bekommt ohnehin keinen Neuen. Weder für DM noch für €.

Die Leasingrate ist daher fast aktuell, die Zeit des billigen Geldes scheint vorbei und für ein entsprechendes Produkt zahlt man heute in € das, was Saab Finance einst DM anbot.
Fast ist es so.
Denn, schaut man auf die stattliche Sonderzahlung, dann erkennt man das zuvor beschriebene Problem. Saab Finance war wirklich teuer und die kalkulierten Restwerte vermutlich ziemlich niedrig.
Was damals sicher anders war, das war die Argumentation. Leasing ist heute kein Thema mehr, über das man sich unterhalten muss. Im Jahr 2000 war es nicht so etabliert wie fast ein viertel Jahrhundert später, die Zahl der Barzahler dürfte erheblich höher gewesen sein.
Einen Saab zu leasen, da brauchte es etwas Argumentationshilfe, das Auto nur auf Zeit zu mieten. Ein schöner Urlaub oder eine Flugreise, das klang im Jahr 2000 ebenso verlockend und unverfänglich wie heute und zog vermutlich.
Unvermeidlich spielt der Hersteller mit dem Flugzeug Erbe. Starterlaubnis sofort, das klingt nach Abheben mit dem 9–5 Aero von der Rollbahn. Damit es auch die Uneingeweihten verstehen, betont die Werbung die engen Verbindungen zum Flugzeugbau.
Toll, mag man jetzt denken. Was waren das für Zeiten!
@ Christain Arndt
Ja, es gab mal (wohl von Orio?) die Initative in Schweden, aus Saabs wieder Neuwagen zu machen – aber wohl nur einmal durchgezogen (?) für einen 9-5 OG. Schade, dass da nicht mehr folgte.
In Holland kann man sich aber immer noch einen Youngtimer Saab im Neuwagenzustand leasen:
https://saabforever.nl/
Sogar auf Wunsch mit Spurhalteassistent, Kollisionswarnung und allem Pipapo (Android Auto, entspr. Apfel etc. natürlich sowieso). Man kann das dort wohl auch bei seinem eigenen Saab alles nachrüsten lassen.
Hat jemand von Euch Erfahrungen mit dieser Firma?
Die Website ist übrigens sehr witzig aufgemacht, abdolut lesenswer! 🙂
Erfahrung nicht, aber Dirk Koppen habe ich vor Jahren in Kiel getroffen. Netter Mensch mit großem Saab Herz.
Leasing hatte ich nur bei meinem ersten SAAB den 900NG. Wir hatten als noch ein Leasing über die Hausbank angefragt, die waren aber teuerer wie die GM-Bank. Will damit sagen das schon damals Finanzjongleure von GM hinter SAAB standen und damit die Konditionen nicht wirklich am kleinen Hersteller scheitern haben müssen.
Ich habe gleich zu Anfang des Milleniums 2 x für je 36 Monate Saab geleast und bewertete die Kalkulationen als fair.
Allerdings paßten sie ins Budget und mußten einem Vergleich mit anderen Marken nicht durchlaufen, weil es eben ein Saab sein mußte.
Erstaunt bin ich über den Kaufpreis des neuen 9-5 Aero SC, der um fast 2.000,- DM günstiger ist als mein 9k Aero von 1994.
Der 9–5 hatte (zumindest am Anfang) ein ziemlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Viel Leistung und eine Menge Ausstattung und eben ein Saab.
Und eigentlich befand sich der 9000 in einer Klasse über dem 9–5 und hätte durch den nie realisieren 9–7 ersetzt werden sollen.
Leasing. Ich erinnere mich. Für Privatkunden eine Möglichkeit, ohne den gesamten Kaufpreis in bar über die Theke zu reichen. Aber die Rate ist wirklich hoch, verglichen mit dem, was man dann bei der Konkurrenz plötzlich geboten bekam. Mercedes war glaube ich der erste Anbieter, der dann so richtig ein Geschäft im Bereich Firmenfahrzeuge draus machte.
Einen Skoda Enyaq least man nun für 274,- Euro im Monat. Das ist umgerechnet nun auch nicht mehr ganz weit davon entfernt. Heute würde SAAB das sicherlich völlig anders angehen als damals, als man noch “Hausbanken” einband. Gab es nicht mal ein Projekt dazu, SAAB-Fahrzeuge wieder in eine Art Neuwagenzustand zu versetzen in Schweden? Dafür würde es ja passen.