Saab 92 A – schwedischer Midsommartraum zum Rekordpreis versteigert

Der Saab stand Jahre in einem Museum und er war immer im Besitz einer Familie. Eine besondere Geschichte im Hintergrund, die sehr schwedisch ist. Ich habe sie diese Woche erzählt, und die Frage am Ende war, wie viel ist rollendes Kulturgut wert? Sehr viel, wie es scheint. Die Auktion des Saab 92 A kam gestern zum  Abschluss. Der Schätzpreis wurde weit übertroffen. Er hat sich glatt verdoppelt.

Saab 92 A zum Rekordpreis versteigert
Saab 92 A zum Rekordpreis versteigert

Rekordpreis für einen Midsommartraum

Der Saab 92 A gilt als Designikone. Er ist das Werk des Formengestalters Sixten Sason, der die Saab Designsprache von den Anfängen der Marke an prägte und bis zu ihrem Ende beeinflusste. Der Saab ist der erste in Serie gefertigte Kleinwagen aus Trollhättan, und schon aus diesem Grund ein kultureller Schatz.

Abgestellt in einer Schmiede, dann liebevoll restauriert und zum Schluss in einem Museum geparkt war der 92 A immer im Besitz einer Familie. Rund 130.000 Kilometer geschätzte Laufleistung und ein Zustand, der zu 95 % Original ist.

Was könnte dieser Saab wert sein? Eine schwierige Frage, denn vergleichbare Fahrzeuge gibt es kaum.

Der Auktionator legte die Schätzung zwischen 120.000 und 150.000 schwedischen Kronen (11.375 € bis 14.220 €) fest. Ein Preis, der mühelos übersprungen wurde. Denn schon das Prädikat „Museum“ adelte den Saab, die Historie tat ein übriges. Am Ende wurden 300.000 Kronen (28.420 €) zuzüglich Aufgeld gezahlt.

Viel Geld vielleicht für einen alten Saab. Unter Umständen auch nicht. Denn der Saab hat etwas, was man bei modernen Autos vermisst. Der 92 A hat Stil, Charakter und er kann Geschichte erzählen. So etwas kann kein Elektroauto und kein Computer. Moderne Autos sind perfekt – und kalt.

Es scheint kein Zufall, dass für alte Schätze immer öfter beachtliche Preise gezahlt werden.

Mit Bildern von bilweb