Reset Knopf drücken und Saab Espressotassen

Die erfreuliche Nachricht gleich am Anfang. Ja, mit unseren Saab Espressotassen geht es voran! Doch eigentlich könnte man die sonntägliche Kolumne auch in die Covid-19 Kategorie verschieben, denn nichts läuft wie ursprünglich geplant. Aber sind Schwierigkeiten nicht auch Chancen für etwas Neues?

Saab Espressotassen Projekt

Der Plan war simpel. Espresso Tassen aussuchen, für gut befinden, bedrucken lassen. Glücklichen,morgendlichen Saab Espresso Momenten würde fortan kaum noch etwas im Wege stehen. So einfach war es nicht, denn da war etwas, was nicht auf meinem Radar war. Im Land macht sich ein Phänomen breit, das ich als Covid Müdigkeit benennen würde.

Eine Art Erschöpfungssymptom, welches sich quer durch die Gesellschaft zieht.

Meine Hausdruckerei, seit Jahren für alle Saab Geschichten aufgeschlossen, ist davon betroffen. Sie überraschte mit einer Art von Desinteresse. Lust auf das Projekt ist überhaupt nicht zu spüren. Ich schiebe es auf das Covid Symptom und gebe entnervt auf. Alternative Lieferanten sollte es schließlich geben, ich mache mich auf die Suche.

Dazu muss man wissen, dass ich immer Wert auf lokale Produktion lege. Gerne etwas mehr bezahlen, dafür in Deutschland kaufen. Das ist mit dem Espressotassen-Projekt nicht einfach. Die Tässchen kommen in der Regel aus China, bedruckt wird ebenfalls dort, und in der Konsequenz sind die Preise gnadenlos günstig.

Ich finde auch nach der 10. Suche irgendeinen Anbieter, der es noch ein paar Cent billiger macht als der vorherige. Aber, will ich das? Produziert unter unklaren Verhältnissen und um die halbe Welt transportiert, für ein paar Cent weniger?

Reset Knopf drücken!

Hand aufs Herz, worum geht es hier eigentlich? Nicht um billig, nicht um Profit, sondern darum, etwas zu produzieren,  was wertig ist und Spaß macht. Die alten, traditionellen Saab Partner besitzen noch Tassen aus der goldenen Ära. Damals, als Saab für einiges Geld etwas in Europa, vielleicht sogar in Deutschland produzieren ließ. Die Tassen sind mittlerweile rund 30 Jahre alt, und sie haben immer noch ihren Wert.

Sie zu nutzen macht Freude, man fühlt die Qualität von damals heute noch.

In dieser Tradition soll auch das Saab Espressotassen-Projekt stehen. Etwas, was in 30 Jahren jemand noch gerne nutzen und Freude daran haben wird. Kein beliebiger Werbeartikelkram. Nachhaltig und C02 neutral soll es produziert werden, die Lieferwege müssen kurz sein. In der Konsequenz wird ein deutscher Hersteller den Auftrag bekommen und ein Produkt liefern, das nicht irgendeine beliebige Espressotasse sein wird.

Sondern in ehrwürdiger Saab Scania Tradition etwas, was den Stil von damals weiterentwickelt und sehr besonders ist.

Der ungefähre Zeitplan steht bereits. Der Prototyp könnte bis Ende Februar fertig sein, und wenn es gut läuft,  folgen Ende März oder Anfang April dann die Tassen. Und läuft dieses Projekt gut, dann kommen im zweiten Halbjahr Kaffeetassen dazu, was auch wieder gut zu Saab passen wird. Denn die Schweden sind generell ein Kaffee-affines Völkchen.

Was passiert in der kommenden Woche auf dem Blog?

Für die Abonnenten habe ich ein ausgewogenes Menü aus Kultur, Auto und Geld vorbereitet.

  • Kultur

Was haben Rainer Werner Fassbinder und das Theater am Turm (TAT) mit Saab zu tun? Ein Ausflug in die Frankfurter Kulturgeschichte.

  • Auto fahren

Wer fährt sich besser? Finaler Vergleich zwischen Saab 9-5 und Saab 9000.

  • Geld

Marktcheck Saab 9-4X. SUV in Kleinserie. Wie bezahlbar ist das?

Die nächste Woche wird gut. Wenn wir uns von der Covid Müdigkeit nicht anstecken lassen, beherzt den Reset Knopf drücken und nach vorne schauen. Auch wenn es nicht einfach sein wird, es liegt in unseren Händen!

11 thoughts on “Reset Knopf drücken und Saab Espressotassen

  • @ StF,

    das ist natürlich richtig. “Abtrünnige Provinzen” mit einem demokratischen System sollte man nicht sanktionieren.

    Wenn ich mich nicht täusche, gibt es da aber auch keine Verwirrung mehr. Es gibt “Made in China” und “Made in Taiwan”.

    Die Feinheiten und lokalen Befindlichkeiten (Made in the Peoples Republik of und so weiter) habe ich schon lange auf keinem Produkt mehr gelesen …

    Für mich ist Taiwan schlicht Taiwan und ich hoffe, sie bleiben uns erhalten.

  • Worauf man vielleicht achten sollte, wenn man über China spricht, ist, das gibt es zweimal. Einmal als Volksrepublik und dann noch als Republik, auch wenn wir letzteres vermutlich eher Taiwan nennen.
    Und auch wenn die Inselchinesen nicht per se gute Menschen waren und sind, haben sie sich doch entscheidend weiterentwickelt. Es ist halt immer noch Asien und dass sie nicht exakt unsere Werte haben, liegt in der Natur der Sache.

    Ob man deshalb nichts von Chinesen kaufen sollte, kann man natürlich trotzdem hinterfragen. Ich würde eher sagen, man sollte von den ‘richtigen’ Chinesen kaufen, wenn man etwas aus dieser Ecke der Welt haben möchte und man die Wahl hat. Es macht natürlich trotzdem Sinn, Porzellan nicht um den halben Planeten karren zu lassen, wenn es nachhaltigere Alternativen gibt. Just my 2 Cents.

  • Menschenrechte / Presse- und Meinungsfreiheit / Demokratie / menschenwürdige Arbeitsbedingungen / Gewaltenteilung / Rechtsstaatlichkeit / keine Todesstrafe usw. usf.

    Ja, genau, da haben Tom, Schwarzer Schwede und Volvaab absolut Recht: Weil all das nicht gegeben ist, sollte man sich nicht auf Geschäfte mit China und Russland (!!) einlassen. Aus diesem Grund konnte und kann ich auch dem jüngst hier angesprochenen Mullerschen Spyker-Engagement via Oligarchen-Macht und -Moneten (die dann “überraschenderweise” doch nicht flossen) genauso wenig abgewinnen wie chinesischen Autos mit dem Aufkleber “Volvo” oder (vielleicht doch auch noch eines Tages) mit dem Aufkleber “Saab” darauf. Dass die Chinesen Porzellan als Erfinder desselbigen hingegen auch hochwertig herstellen können, dürfte außer Frage stehen.

  • @Tom Die Einstellung passt und trifft es auf den Punkt. Heute war bei SPON wieder neues über China zu lesen und vom letzten Abkommen mit der EU. Scheinbar geht man davon aus, das China sich so oder so nicht daran halten wird, weil man auch alle früheren Verträge gebrochen hat.

    Ich frage mich ehrlich, was das für eine Welt ist?

  • @ Tom,

    das ist natürlich der beste aller möglichen Gründe. Genau deshalb kommt mir auch kein neuer Volvo vors Haus.

    Ich unterdrücke sogar den alten und quasi angeborenen Reflex (ich wurde auf dem Rücksitz eines Volvos groß), die neusten und jüngere Modelle überhaupt noch näher in Augenschein zu nehmen.

    Chinesische Konzerne können schwedisch (Autos) und schwedische Konzerne können chinesisch (Defizite im Bewusstsein für Demokratie, Menschenrechte, Umwelt Arbeitsbedingungen und Qualität zum eigenen Vorteil nutzen).

    Trau, schau wem?

    Schön, dass ein Blog wie dieser solche Aspekte mitdenkt.

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  • Gute Idee! Tassen aus Deutschland finde ich super, mir würde aus Europa auch reichen. Bin gespannt wie die Tassen aussehen.
    Vielen Dank für den Anschubser zum Wochenstart!

  • Aus genannten Gründen …

    bin ich ganz bei Aero-93 und Tom. Hinzukommt, dass ich mit Glas und Porzellan aus China unglaublich schlechte Erfahrungen gemacht habe.
    Große Rotweingläser aus einem schwedischen Möbelhaus standen derart unter Spannung, dass alle beim Abwaschen oder Abtrocknen in der Hand zersprungen sind. Das war quasi Einweggeschirr – viel zu teuer.

    Seit ca. 15 Jahren kommt mir nur noch nachhaltiges Glas, Geschirr und Besteck aus D & F ins Haus – besser gesagt, mir kommt eigentlich fast nix mehr ins Haus, Was da ist, ist schlicht, schön und es hält. Der Preisunterschied?

    In jedem Fall Kategorie preiswert und unter dem Strich sogar “billiger”.

    • @Volvaab Driver Tatsächlich ist es so, dass China die Qualität liefert, welche der Kunde bestellt und bezahlt. China kann ohne Problem auch hochwertig.
      Das eigentliche Problem ist für mich die immer stärker werdende Unterdrückung von Minderheiten und der Demokratiebewegung sowie die Verletzung der Menschenrechte und die Einschränkung der Pressefreiheit. Da möchte ich zumindest für unsere gemeinsame Saab Leidenschaft auf diese Bezugsquellen verzichten.

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  • Saabisiert – mal wieder ein neues Wort für den Duden. Ich glaube, ich mag das. Wie werden die Tassen aussehen, gibt es schon einen Teaser oder ein paar zusätzliche Details?

  • Wenn C uns eins gelehrt hat, dann doch dies: LOKAL hat seine Chance verdient!
    Also, es gibt doch in D eine Geschirr-/Porzellanhistorie! Also dort gern mal anfragen. Die Begründungen sind ja oben genannt. 😉 Ich freu´ mich drauf!
    P.S.: eine Freundin von mir lässt von ihrer Kunst Aufkleber produzieren und klebt diese dann auf das Geschirr. Im Brennofen brennen, fertig. Das Geschirr kommt immer aus D oder F.

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    • @Aero-93 Das Porzellan kommt aus Deutschland und der Hersteller saabisiert es nach unseren Wünschen direkt im Werk. Das wird gut – ich fühle das 🙂

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