Saab Geschichte. Mit vierzehn fing es an.

Der Virus, er traf mich aus heiterem Himmel. Ich war gerade mal vierzehn Jahre alt, und irgendwo ganz weit oben, auf einem abgelegenen Teil der Schwäbischen Alb, begegnete mir ein wahrlich seltsames Automobil. Was war das denn? Ich war auf der Stelle schockverliebt und musste erst einmal herausfinden, um was es sich hierbei denn handelte.

Mein 9-5 NG

Es war: ein Saab.

Bucklig und mit einem Panoramafenster hinten, Typ 96. Sowas Ulkiges hatte ich fürwahr noch nicht gesehen. Aber das Ding ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Und es stand schlagartig auf meinem automobilen Wunschzettel ganz oben. Mein erstes Auto wurde dann allerdings ein roter Renault 4, der nur drei Monate an meiner Seite blieb, bis ich ihn nach einem Hagelunwetter verkaufte. Verkaufserlös und Versicherungssumme zusammen ergaben 2000 Mark mehr als ich vorher gehabt hatte – und das wurde dann der Grundstock zu meinem ersten Saab. In Hof an der Saale stand ein 96er, der es mir angetan hatte, schweinchenbeige mit roten Sitzen, Baujahr 1977.

Ich bezirzte die Mutter meiner Freundin aus der Nachbarschaft, die fast 400 Kilometer weite Reise mit mir zu unternehmen und das Auto zu holen. Die Tinte auf dem Vertrag war noch kaum trocken, da verwickelte mich schon an der Tanke in Hof jemand in ein Gespräch und wollte mir den Wagen gleich wieder abkaufen. Ich blieb natürlich standhaft. Dass es sich bei diesem 96er allerdings nicht gerade um einen Vernunftkauf handelte, stellte sich erst im Laufe der Zeit heraus. Er verlangte zum einen durchaus bemerkenswerte Reparaturen, und zum anderen begannen die Türaufhängungen unfassbarerweise schon nach fünf Jahren durchzurosten. Russische Bleche, wie ich später erfuhr. Nach nicht einmal zwei Jahren trennte ich mich schnell von dem Gefährt.

Meiner Liebe zu Saab tat das keinen Abbruch, und ich fahndete nach einem Modell, das noch rarer war, weil es nach Deutschland gar nie offiziell verkauft wurde: dem Saab 95. Mit Geduld und Spucke fischte ich einen aus dem – damals Pflichtlektüre – Anzeigenteil von „auto motor und sport“. Um die Rarität noch ein wenig zu toppen, hatte dieser das Lenkrad auf der rechten Seite und stand in der Nähe von Ludwigsburg zum Verkauf. Der Wagen war älter als sein schweinchenbeiger Vorgänger, olivgrün (von Saab euphemistischerweise als veronagroen bezeichnet) und hatte mehr Meilen auf der Uhr. Allerdings war sein Zustand um Klassen besser und sein Preis sehr günstig – seine Besitzer bekamen ihn nicht los, weil die Leute dachten, ein Saab 95 sei eine Nähmaschine. Und ein Auto mit dem Lenkrad auf der falschen Seite wollte auch keiner – außer mir natürlich!

Dieses Fahrzeug hielt mir Ewigkeiten die Treue und begleitete mich durch halb Europa, von Rom bis hoch nach Schottland und Irland. Ein toller Wagen, in dem ich übernachten konnte und der mich durch meine gesamte Studienzeit und weit darüber hinaus begleitete. Als sich die veronagroene Farbe irgendwann in ein eher unschönes Matt verwandelt hatte, beschloss ich, ihn neu lackieren zu lassen und zwar zweifarbig. Meine individualistische und in keinster Weise originalgetreue Farbwahl fiel auf einen Petrolton von Lancia und ein Volvoweiß fürs Dach. Vorbild für die Aufteilung der Lackierung war der Samba-Bus von VW, dessen Schnauze auch so herrlich spitz nach unten zulief, was mir schon immer gut gefallen hatte.

Ein aufwändiges Sattlerprojekt, das dem Wagen zweifarbige Ledersitze in petrol und lichtgrau bescheren sollte, blieb leider auf halber Strecke stecken, als der großartige Sattler unerwartet und frühzeitig starb. Das Leder habe ich noch heute, die Frontsitze und die dritte Sitzbank waren noch fertig geworden, ebenso die Türplatten mit handgestanzten Löchern für die Lautsprecher. Es ist ein Jammer, dass ich das Fahrzeug nicht so erhalten konnte, wie ich es gerne getan hätte, denn auch der Restaurator, den ich dafür auserkoren hatte, starb vor kurzem, bevor er sein Werk vollbringen konnte.

Für meine freiberufliche Tätigkeit in meinem Büro für Design, Werbung und Kommunikation wurde ich Saab dann untreu und legte mir nacheinander drei Volvo 480 zu, auf die ein Renault Avantime folgte. Denn was das schwedische Unternehmen unter der Ägide von General Motors auf den Markt brachte, traf meinen Geschmack lange Zeit nicht, und eine emotionale Verbindung zu diesen Autos baute ich nie wirklich auf.
Das änderte sich erst wieder 2009, als auf der IAA in Frankfurt ein atemberaubendes Automobil vorgestellt wurde: der Saab 9-5 NG. Was für ein Design! Potzmodern und zeitlos zugleich, mit sicherem Strich gezeichnet, eine Ikone für die Ewigkeit, entworfen von Simon Padian.

Kombifreak, der ich bin, liebäugelte ich mit dem angekündigten SportCombi und lungerte immer wieder beim Händler in meiner Nähe herum, um herauszufinden, wann er denn nun endlich käme. Anlässlich einer Kunstausstellung meiner fotografischen Werke in Salzburg quartierte mich der Veranstalter in einem Hotel ein, das just gegenüber des dortigen Saab-Händlers lag. Und was fand dort am Tag nach meiner Vernissage statt? Die Road-Show mit der Vorstellung des 9-5 NG SportCombi und des 94-X! Ich klebte förmlich am SportCombi und war völlig aus dem Häuschen, rannte drumherum wie ein kleiner Junge. Was aus diesem Fahrzeug schließlich wurde, wissen wir alle: nichts. Er kam einfach nicht mehr auf den Markt, und Saab ging stattdessen pleite.

Doch halt! Einige wenige gab es ja, Vorserienmodelle und Prototypen, manche davon zu Testzwecken gecrasht, andere noch am Leben. Mein Jagdfieber war geweckt. Die große Auktion verpasste ich wegen eines Krankenhausaufenthalts und war untröstlich. Saab-Freak Marcus Bergfeldt aus Schweden schließlich war es, der mich im Jahr drauf zum Festival nach Trollhättan lockte. Mein eigenes Auto, mittlerweile ein Volvo C70 mit dem Lenkrad auf der rechten Seite, ließ ich wohlweislich zu Hause, und die Fähre nach Göteborg betrat ich als Fußgänger. Auf dem Festival lernte ich viele der verrückten Leute kennen, die dieselbe Leidenschaft teilen wie ich: Saab. Und natürlich 9-5 NG-Besitzer und einige der Glücklichen, die einen dieser superraren SportCombis ergattert hatten.

Mittlerweile waren sie sogar legal auf der Straße zu fahren, außer in Schweden. Im Land seiner Herkunft dauerte es verrückterweise länger, bis das Auto auf die Straße durfte. Unter anderem hatte ich eine Abgeordnete des Europäischen Parlaments mit der Angelegenheit betraut, bis es soweit war und die schwedischen Behörden irgendwann ein Einsehen hatten. Meine eigene Suche nach einem der SportCombis blieb allerdings erfolglos. So entschied ich mich irgendwann, eine der bildschönen Limousinen zu suchen.

Bedingung: alle meine Lieblingsaustattungen müsste der Wagen schon aufweisen, wenn ich auf einen SportCombi verzichten sollte. Die Suche dauerte immerhin zwei Jahre, ein verführerisches Angebot in Riga hatte sich als Rostlaube erwiesen. Schließlich ereilte mich ein Anruf aus Kiel: „Jochen, wir haben möglicherweise genau das, was Du suchst!“ Ein schwarzer 9-5 NG mit Automatik, Head-up-Display und Panoramadach als Zweiliter-Benziner mit Allradantrieb, in dieser Kombination extrem selten. Da schlug ich zu. Und habe es bis heute nicht bereut. Der Wagen ist fantastisch, liegt mit seinem elektronischen Fahrwerk auf der Straße wie das sprichwörtliche Brett und fährt, mittlerweile gehirscht, wie Hulle. Die Kilometer teilt er sich brüderlich mit meinem mittlerweile renovierten Volvo, sodass beide hoffentlich noch lange, lange fahren und mir immer wieder glänzende Augen bereiten.

Was sich in den letzten Jahren entwickelt hat und womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte: dass sich meine künstlerische Arbeit als Fotograf und mein Auto-Faible so trefflich ergänzen. Mittlerweile fotografiere ich Autos mit meinem ganz speziellen, individuellen Blick. Es entstehen Kunstwerke, die vielen das Herz wärmen. Auch den Fans und Besitzern anderer seltener Fabrikate wie Glas oder Maserati.

Was sich auch über die letzten Jahre entwickelt hat: ganz wunderbare Freundschaften rund um Saab. Ich mag die unprätenziöse, echte und herzliche Art der Saabisti. Ob nun beim IntSaab, auf den Festivals in Trollhättan oder auch beim ganz famosen Fondue Meeting in der französischen Schweiz. Dieses Jahr im Juni, im Anschluss ans Festival, habe ich mit Saab-Freunden in Schweden Urlaub gemacht, und wir hatten eine großartige Zeit miteinander. Das Leben ist schön. Und Saab lebt in unseren Herzen.

Text und Bilder: Jochen Gewecke

15 Gedanken zu „Saab Geschichte. Mit vierzehn fing es an.

  • So wie Jochens Bilder die Welt zeigen, so beschreibt er es auch in Worten. Vielen lieben Dank dafür aus Würzburg!

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  • Was für eine tolle Geschichte mit einem wunderbaren zeitlichen Bogen, hoch-ästhetischen Bildern und die es – trotz des uns bekannten traurigen Endes von Saab – schafft, eine positive Schlusspointe und -perspektive zu setzen, die einem mit einem wohligen Gefühl in den 3. Advent geleitet! 🙂 Ich finde den alten 95er (was für ein Baujahr waren er und der 96er?) in der nicht originalgetreuen zweifarbigen Lackierung übrigens todschick!

    Nur in zwei Punkten gehe ich (ganz persönlich, ist ja alles eine Frage des Geschmacks, über den man bekanntlich nicht streien kann) nicht d’accord:

    1. Ich halte den 9-3 III aus der GM-Zeit, aber mit sehr hoher Saab-DNA (mehr als der 9-3 Ì und der 900 II) für eines der besten und schönsten Autos aller Zeiten, vor allem das Cabrio und auch den SportCombi. (Mit Limousinen konnte ich nie was anfangen. Ein schwerer Fehler, dass es kein Schrägheck gab.) Auch designerisch, so fein gezeichnet, aus einem Guss, man denke zB an die muschelförmige Motorhaube – einfach elegant und formvollendet. Wenn man sich andere anschaut (mittlerweile meine übliche “Brille” bei anderen Autos), kann man sich nur mit Grausen abwenden. ZB beim vorletzten 5er und 3er BMW und den aktuellen 1ern hat der Designer wohl einfach vergessen, dass er den Motorraumdeckel ja auch irgendwie zuende bringen muss – und dann, huch, einfach 10 cm vor dem Ende der Motorhaube quer abgeschnitten.

    Die letzten Griffins aus 201, vor allem das Cabrio, sind für mich das designerische Non plus Ultra, perfekt gezeichnet und immer noch hochaktuell!!!

    2. Ebenbürtig ist aus meiner Sicht nur der 9-5 NG, ein w u n d e r s c h ö n e s Traumauto! Ich freue mich jedesmal wie eine Schneekönigin, wenn ich einen in freier Wildbahn sehe! Nur den SportCombi finde ich nicht so gelungen, das Heck ein wenig plump, ganz anders als bei seiner hocheleganten Limousinen-Schwester, die gar nicht wie eine solche aussieht. (Aber selbstverständlich haben alle Besitzer dieser hochseltenen Combis jedes Recht, stolz darauf zu sein, da sie ja auch ein Schmuckstück besitzen.) Nur ich persönlich finde den 9-3 SportCombi am Heck wesentlich eleganter gezeichnet.

    Der 9-5 NG sieht als Limousine ja praktisch aus wie ein Schrägheck, hochelegant! Für mich wäre es das 9-5 NG Schrägheck gewesen, genauso praktisch wie ein Combi, aber viel eleganter! Aber leider leider …. 🙁

    Lieber Tom, weiß man eigentlich, was aus den beiden Prototypen, die es ja gab, geworden ist? “Leben” sie noch? (Bitte bitte!)

    Nochmals meinen herzlichen Dank für diese glücklich stimmende Geschichte an den Autoren! 🙂

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    • Die Spur der beiden Prototypen verliert sich im Frühjahr 2012. Vermutlich wurden sie verschrottet. Was in Schweden nicht unbedingt für das finale Ende stehen muss. Denn manchmal, hier kommt ein Teaser für 2020 (!), tauchen verschrottete Fahrzeuge in einem erstaunlich kompletten Zustand wieder auf.

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  • Vielen Dank für diese emotionale Achterbahnfahrt—mit glücklichem Ende: einem SAAB 9-5 NG 🙂 ! Weiterhin viel Spaß und unfallfreie Fahrt mit diesem, in der Tat, besonderen Automobil. Eine schöne Geschichte im Advent.
    Danke.

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  • Danke für die Geschichte und Glückwunsch zum 9-5NG. Von 95 zu 9-5NG

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  • Klasse geschrieben. Dank an den Autor.

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  • Super geschrieben, recht vielen Dank!!
    Und einen guten Autogeschmack hat der Verfasser.
    Wenn ich mit meinem veronagrünen 96iger, Bj. 1972, Originalzustand, bei gutem Wetter über die Lande bollere, das ist schon ein tolles Fahrgefühl.
    Und man erlebt eine unglaubliche Sympathie…
    Also nochmals, danke und hat Spaß gemacht zu lesen.

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  • @ Ebasli

    Die Art & Weise, wie BMW die Front seiner Autos gestaltet, nennt man neudeutsch ‘Softnose’, da die Front komplett aus relativ weichem Kunststoff besteht und das deutlich reparaturunfreundlichere Blech erst dahinter beginnt. Wenn es geschickt gemacht ist, bietet das Vorteile beim Fußgängerschutz und der Versicherungseinstufung.

    Über das Design müssen wir uns nicht streiten, auch ich bin kein Fan neuerer BMW-Modelle, insbesondere der ganz aktuellen mit den geschwollenen Nieren. Je nachdem, wer im speziellen Projekt, oder generell im Konzern, das Sagen hat, müssen aber auch die Designer manchmal Kröten schlucken, die Ihnen Techniker oder Kaufleute eingebrockt haben.

    Letztendlich nickt in jedem großen Autokonzern der Vorstand ein neues Modell ab, in dem es üblicherweise keinen Posten speziell für Design gibt. Daher bin ich der Meinung, einem Designer allein die Schuld für ein nicht als gelungen eingestuftes Fahrzeugaussehen zu geben greift ein bisschen zu kurz.

    Ansonsten stimme ich Ihrer Meinung zum Aussehen des 9-3 III durchaus zu, auch wenn für mich das Cabrio erst hinter dem Kombi kommt.

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  • @Tom – Teaser
    Ein sehr gelungener Teaser für 2020 🙂 – hoffentlich am Jahresanfang!!? Ich zappele vor Neugier! 🙂

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    • Vielleicht! Es sind eine Menge spannender Themen für Januar und Februar in Arbeit. Und darüber hinaus, wenn wir uns ein Budget für 2020 sichern können. Viel Arbeit für die Weihnachtsferien und die Zeit zwischen den Jahren 😉

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  • @ Ebasil & Teaser-Tom,

    geht mir auch so. Ich zappele vor Neugier und freue mich schon auf den unknown survivor …

    @ StF,

    vielen Dank für die Expertise zum BMW-Design. Aber ist es nicht so, dass Kunststoff bei Fahrzeugfronten ein alter Hut ist und der Fußgängerschutz ohnehin regulativ gefordert wird? Dass BMW-Designer und Vorstände also mit dem Rest der Branche schon langjährig im gleichen Boot sitzen? Dass es trotzdem verschiedene Designs gibt?

    Und da Sie selbst sehr gerne sehr empfindlich und wortreich auf fremde Kommentare reagieren, interessiert mich auch noch, an welcher Stelle und mit welchen Worten Ebasil “ein bisschen zu kurz” gegriffen und “einem (!) Designer allein die Schuld” gegeben haben soll? Und ggf. welchem Designer namentlich?

    Im Übrigen bin ich Ihrem Rat gefolgt, habe mir mal selbst an die Nase gegriffen und hinterfragt, ob ich als Nutzer eines Laptops die E-Mobilität im Allgemeinen und Tesla im Speziellen überhaupt kritisch hinterfragen dürfte. Die AW lautet ganz eindeutig JA …

    Selbst der längst eingestellte, “alte” und relativ leichte Roadster wurde explizit damit beworben, dass bereits er knapp 7.000 Batterien für Laptops enthielte. Inzwischen ist Tesla je Fahrzeug bei der Batteriekapazität von rund 11.500 Laptops je Kfz.
    Mal ganz im Ernst, wenn das die Gegenwart und Zukunft ist, wozu sollte da noch jemand sein Handy oder Laptop kritisch hinterfragen?

    Wenn ein Faktor oberhalb der 10.000 vor jeder Haustür steht, können Sie niemandem mehr vermitteln, man müsse vielleicht sein Laptop oder Handy ein oder zwei Jahre länger nutzen und dass damit noch messbar irgendein positiver Effekt auf die Umwelt und unsere Ressourcen verbunden sei.

    Und das geht nicht nur an Sie. Medien und Politik müssen uns geistig Minderbemittelten diesen Spagat ebenfalls plausibel erklären. Einerseits retten wir die Welt, wenn wir den aktuell noch geringen Bedarf um 25% reduzieren, andererseits aber auch, indem wir diesen um den Faktor von mind. 10.000 in ungeahnte Höhen schrauben …

    Ja, was denn nun?

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  • Ich stimme unumwunden zu: Die 9-3er nach dem Facelift waren nicht nur ausgereifte, sondern auch wirklich schöne und gelungene Autos mit einer schönen Auswahl zwischen Limousine, Cabrio und SportCombi. So richtig ans Herz ging mir dann aber doch der 9-5 NG. Zum Schluss war Saab wirklich wieder gut aufgestellt, und es hätte eine rosige Zukunft werden können …

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  • @ Herbert Hürsch

    In der Tat ist das kein reines Fußgängerschutzthema, sondern ein Kombiproblem mit der Versicherungseinstufung. Wie sie erkannt haben, gibt es jede Menge Fahrzeuge mit weit nach vorne gezogener Frontklappe, von denen anzunehmen ist, dass sie die Fußgängerschutzrichtlinie der EU einhalten. Dafür muss die Frontklappenvorderkante eben entsprechend nachgiebig ausgelegt sein. So weit, so gut.
    Wenn die Frontklappe weit nach vorne gezogen und relativ nachgiebig ist, wird sie in den Versuchen zur Versicherungseinstufung halt beschädigt und muss ersetzt und lackiert werden, was eben teurer ist, als nur eine weiter nach hinten gezogene Stoßfängerverkleidung zu ersetzen und zu lackieren. Manche Hersteller leben halt damit und andere wollen das nicht.
    Das muss halt nicht nur eine Designentscheidung gewesen sein, sondern kann auch noch andere Gründe haben. Und darauf habe ich eben hingewiesen, dass “der Designer” (Zitat Ebasli) vielleicht nicht vergessen hat, dass er die Frontklappe irgendwie zu Ende bringen muss, sondern, dass er die Vorgabe hatte, dass es so aussehen soll.

    Soweit ich das sehe, habe ich auch niemandem, der Handy, Laptop, Digitalkamera, MP3-Player, oder vergleichbares nutzt, verboten, die Elektromobilität zu hinterfragen. Ich habe nur die Frage aufgeworfen, ob die Käufer dieser Produkte sich dabei die gleichen Gedanken gemacht haben, wie bei der Bewertung der Elektromobilität.

    Natürlich ist ein Laptop-Akku klein und ein Handy-Akku winzig, verglichen mit einer E-Auto-Batterie, aber da macht es eben die Masse. Die zumindest im Augenblick noch verschwindend kleine E-Auto-Anzahl, verglichen mit der Anzahl der Handys, Laptops, etc., sorgt halt dafür, dass momentan noch 90% oder mehr der Lithium-Ionen-Akkus in diesen kleinen Geräten verbaut sind und diese daher auch ursächlich für 90% des für Akkus genutzten Lithiums und Kobalts sind.
    Natürlich verschiebt sich das Verhältnis, wenn die E-Mobilität ans Laufen kommt, aber wenn einem die jetzigen Verhältnisse schon nicht gefallen, dann kann man doch nicht die E-Mobilität dafür verantwortlich machen, wenn die überwiegende Menge der Akkus doch in Handys und Laptops steckt.

    Und jetzt? Soll es nur nicht schlimmer werden, oder vielleicht doch besser? Ich wäre ja für letzteres, aber je nach den persönlichen Schwerpunkten, sieht das halt auch für jeden anders aus. Die Aussage, einen Tod muss man halt sterben, ist vermutlich der Situation angemessen.

    Ich werde jedenfalls versuchen, meine Meinung zukünftig mit weniger Worten kund zu tun, denn wenn ich es dadurch schaffe, den Strombedarf des Internets zu senken, haben wir vermutlich zukünftig doch genug Ladestrom für all die E-Mobile, die noch kommen werden 😉

    @ Alle

    Frohe Weihnachten!

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  • Ach ja, die Frage nach den Baujahren meines 96 und 95 wollte ich noch beantworten. Der 96er war Baujahr 1977, offensichtlich gab es da öfter Probleme mit Rost, also nicht nur bei meinem. Der 95er, den ich mir danach kaufte, war Baujahr 1974. Den Chromgrill, den man auf einem der Fotos sehen kann, habe ich nachgerüstet, denn die 74er hatten schon den Kunststoffgrill. Und mit Chrom fand ich ihn schon schicker.

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  • Baujahre

    @ Jochen Gewecke,
    vielen Dank für den Nachtrag. Immer wieder faszinierend, wie lange die beiden sich am Markt gehalten haben. Mir geht es auch so, dass ich ältere Modelljahre innen und außen in sich stimmiger finde …

    Gleichwohl verstehe ich jeden Saab-Freund, der seine Umwelt gerne mit einem möglichst “modernen” 95 oder 96 konfrontiert. Gerade in den optischen Widersprüchen und Brüchen manifestieren sich ja auch etliche Botschaften.

    Es gibt zumindest kaum ein krasseres Statement gegen hektische Modellwechsel, als einen jungen Saab 96. Ist aber natürlich echt harter Tobak für jeden Ästheten.

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