Saisonende. Youngtimer und Klassiker richtig einlagern.

Die Saison 2019 ist gelaufen. Saab Youngtimer und Klassiker werden in ihren Winterquartieren eingelagert. Um Schäden zu vermeiden, damit man beim Saisonstart 2020 keine negative  Überraschung erlebt, sollte man einigen Dingen etwas Beachtung schenken. Was man beim Überwintern des automobilen Kulturguts wissen sollte,  beschreiben wir hier.

Saisonende. Klassiker und Youngtimer richtig einlagern
Zwei Saab 9000 Generationen warten auf die kommende Saison

Saisonende, der Schmutz muss runter!

Vor dem Einlagern sollte man seinen Klassiker gründlich reinigen. Außenreinigung ist Pflicht, der Schmutz muss vom Lack! Nach dem Waschen dann gründlich trockenfahren! Auch der Innenraum muss gereinigt werden. Wer möchte schon mit dem Schmutz des letzten Jahres in die neue Saison starten? Abgesehen davon entwickeln ungepflegte, schmutzige Innenräume im wahrsten Sinn des Wortes ein Eigenleben. Das kann niemand mögen.

Einen besonderen Blick haben einmal pro Jahr die Türdichtungen verdient. Mit lauwarmen Wasser säubern und sie dann mit Pflegemittel behandeln. So bleiben sie dicht und geschmeidig, für viele Jahre. Auch Leder und Polsterstoffe verdienen etwas Aufmerksamkeit. Wer sein Leder reinigt und mit Pflegemitteln behandelt, der macht nichts verkehrt.

Motoröl wechseln!

Profis empfehlen vor dem Saisonende einen Wechsel des Motoröls. Öl kann korrosionsfördernde Stoffe enthalten, ein vorsorglicher Wechsel nimmt das Risiko. Wer mit dem Ölcheck fertig ist, der sollte gleich noch einen Blick auf den Frostschutz werfen. Der Kühlerfrostschutz verliert nach 4 Jahren seine Wirkung und sollte deshalb regelmäßig überprüft werden. Werkstätten tun dies bei der Inspektion, und wer seinen Saab in eigener Regie wartet, neigt oft dazu,  diesen Punkt zu vergessen.

Lange Jahre wurde geraten,  den Tank vor Ende der Saison zu füllen. Das war in einer Zeit, als der Sprit noch frei von pflanzlichen Zusatzstoffen war. Heute ist das Füllen nur noch bei Fahrzeugen mit Stahltank ratsam, es vermeidet die Bildung von Rost im Tank. Die meisten Saab Klassiker und Youngtimer haben Kunststoffbehälter, für die das Auffüllen nicht zwingend erforderlich ist.

Luftdruck o.k?

Vor dem Einlagern empfiehlt es sich,  auch den Luftdruck zu erhöhen. 3 bis 4 bar gelten als gut, wer ganz sicher einen Standplatten vermeiden möchte, der schiebt seinen Wagen alle paar Wochen händisch ein paar Meter vor und zurück. Alternativ kann man den Klassiker auch aufbocken, entlastet damit auch das Fahrwerk und ist so auf der absolut sicheren Seite. Jetzt nur noch die Batterie abklemmen oder zumindest an ein Erhaltungsgerät anschließen. Profis empfehlen immer zum Saisonende den Ausbau der Batterie, was ratsam ist. Auslaufende Batteriesäure verursacht unschöne Schäden, die so zuverlässig vermieden werden.

Fenster auf, Fenster zu?

Zum Schluss noch den Saab mit einer Decke oder einer „Autogarage“ abdecken. Passende Stoffe gibt es für kleines Geld im Web. Sie vermeiden, dass der Klassiker einstaubt. Strittig ist die Frage, ob man die Fenster einen Spalt weit geöffnet lassen sollte – was gut für die Luftzirkulation ist, das kann jedoch zu einem Desaster für den Innenraum werden. Kleine, fiese Nager suchen im Winter ebenfalls eine behagliche Heimat, die wenigsten Garagen und Hallen sind zu 100 % vor ihnen sicher. Im Frühjahr kann es dann zu einer unschönen Überraschung kommen, eine zerstörte Inneneinrichtung zu ersetzen geht richtig ins Geld.

Besser fährt, wer die Fenster geschlossen lässt und stattdessen einen kleinen Behälter mit Salz im Saab aufstellt. Das handelsübliche Salz, nur wenige Cent teuer, hält die Luft trocken und beugt der Bildung von Schimmel oder Kondenswasser vor. Einfacher geht es nicht.

19 Gedanken zu „Saisonende. Youngtimer und Klassiker richtig einlagern.

  • Ein sehr guter Beitrag. Vor den kleinen Nagern kann man nur warnen. Wir hatten die Fenster offen. Ein Nest, Kot und Gestank waren noch die geringsten Probleme.

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  • Bin auch gerade dabei mein Cabrio für den 31.10. fertig zu machen um es ins Winterquartier zu bringen. Danke für die Hinweise, hatte alles bereits erledigt nur das mit dem Frostschutz war neu für mich. Wird geprüft. Danke Tom.

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  • Vielen Dank für die hilfreichen Tips! Machen alle Sinn. Werd noch 2 bis 3 Wochen warten, und dann auch die Saison für den 9000er für heuer beenden, leider!

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  • Das Salz

    Bin gespannt, welche Kommentare und zusätzlichen Tipps dieser Artikel generiert?

    Hätte ich da was auf der Pfanne, würde ich es jetzt schreiben. Mir ergeht es aber eher wie 9.3Wolfgang. Ich habe schon jetzt dazugelernt. Das billige Salz in offenen Gefäßen ist für mich persönlich ein guter Tipp – oder besser gesagt, ein Anstoß zur Rückbesinnung auf Altbewährtes und eigentlich Altbekanntes …

    Ausgerechnet meine Schwiegermutter hatte mich wohlmeinend mit wiederverwertbaren aber kompliziert zu trocknenden Raumluftentfeuchtern beschenkt, die vermutlich aggressiv beworben wurden und ökologisch und ökonomisch zweifelhaft sind und somit vom Pfad der Tugend abgebracht. Welch eine Ironie …

    Waren es früher nicht immer die Mütter und Großmütter (oder [Groß-] Väter), die wertvolles Wissen von Generation zu Generation und von Mund zu Mund weitergegeben und lebendig gehalten haben?

    Wie dem auch sei, künftig kommt im Winter wieder Salz in meinen Oldtimer. Und wenn es feucht ist, kommt es in den Salzbehälter des Geschirrspülers. Somit ist diese Maßnahme ökonomisch und ökologisch kostenneutral.
    Besser geht es ja gar nicht …

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  • Danke für den Hinweis. Dumme Frage meinerseits. Wenn ich die Batterie ausbaue, bekomme ich dann keine Schwierigkeiten bezüglich Wegfahrsperre, Radio und Co?
    Es gibt auch Diese Trockenzylinder (Perma Bag) für den Innenraum und den Kofferraum ist das nicht besser? Wenn gleich auch deutlich teurer!

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    • Nein, nach meinen Erfahrungen nicht. Die Trionic benötigt im Frühjahr ein paar Kilometer um sich neu zu kalibrieren. Mehr passiert nicht.
      Ein Permabag ist natürlich eine feine Sache. Der Zylinder ist für mehrere Jahre einsetzbar und regenerierbar. In Verbindung mit der passenden Außenhülle muss man aber 1k investieren, nicht gerade wenig. Viele andere Trockenmittel sind leider pure Chemie, eine Packung Salz kostet 0,19 Cent. Es ist einfach die persönliche Entscheidung auf welchem Niveau man die „Überwinterung“ betreiben möchte.

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  • der 9-5 macht dir doch auch Spaß und ist ein wirklich guter Ersatz für den 9000

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  • @tom

    prima. Danke für die Antwort. Dann baue ich die Batterie mal aus. Wenn ich zu diesen Permabags auch noch die Außenhülle brauche nehme ich das Salz:-). habe nur eine Autoabdeckung von Car e Cover, zwar atmungsaktiv aber nicht verschlossen. Nochmals danke für den Tipp!

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  • Einige werden mich jetzt vielleicht auslachen, aber ich spraye meine zwei Oldies und mein 1998 9-3 Cabrio regelmässig mit WD-40 ein, natürlich nicht ganz 🙂

    Ich spraye in die Fälze und in die kleinen Öffnungen unten an den Türen, die sollen ja bewirken dass das Wasser aus den Türen abläuft. Dann spraye ich in die Türscharniere, Türaufhängung und auch über die elektrischen Anlagen wie Zündspule, Sicherungen, Relais, etc. vorher aber sicherheitshalber die Batterie abhängen. Zündschloss nicht vergessen, die Kontakte dort wollen auch geschmiert werden.
    Zu guter Letzt spraye ich noch die Gummiteile unten an der Aufhängung und Lenkung. Zweimal im Jahr blase ich den Bremsstaub aus dem Bremssattel, mit einem kleine Kompressor. Erstaulich was da an Staub raus kommt. Bei dieser Arbeit einen Mund-und Nasenschutz tragen, der Staub ist nicht gerade angenehm zum Einatmen!

    Resultat: es quitscht, schebert und knistert nichts, es gibt keinen Rost an den Türkanten und sonstigen Fälzen und die Elektrik ist ebenfalls sehr gut geschützt. Meine beiden Lancia stehen absolut rostfrei da, ich denke nicht zu letzt wegen dem grosszügigen Einsatz von WD-40! (habe keine Aktien bei diesem Hersteller)

    Die Autos werden auch mind. einmal, besser zwei mal im Jahr poliert. Das Rot vom Delta erstrahlt wie am ersten Tag und das Gelb von meinem 9-3er Cabrio ist einfach von ganz toller, satter Farbe. ( habe zur Pension von meinen Kollegen das Set von Swisswax geschenkt bekommen. Die Produkte sind teuer, aber halt schon sehr gut )

    Und ja, es braucht Einsatz und Zeit. Als Rentner habe ich mindestens vom letzteren genügend 😉

    Erlaubt mir noch zu erwähnen, dass ich über die letzten Tage in Padova und Verona war. Dabei habe ich mit meinem 9-3X mit Hirsch Performance manchen Pass überquert. Wenig Verkehr, tolles Wetter und ein Saab in Bestform! Traumhaft!

    Weiterhin viel Spass mit Saab und kommt gut durch den Winter!

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    • Nein, ich lache da sicher nicht. WD-40 ist ein Ölprodukt und es erinnert mich an die Konservierungsmethoden, die es einst auf dem Land gab. Die Bauern sprühten vor dem Winter ihre Maschinen (und nicht nur die) mit Altöl ein. Sehr effektiv zum konservieren, unter anderen Aspekten allerdings fragwürdig. Heute tut das natürlich keiner mehr.

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  • @ Hans S.

    ich stehe ja auch auf das Double-U-D-fourty (WD40), seit ich es in GB vor gefühlten 100 Jahren kennenlernte …
    Aber eine Gummipflege oder gar die Qualitäten von Wachs (auf Lack) oder die eines guten (Pol- oder Lager-) Fettes für deren jeweiligen Zweck traue ich dem Zeug (ein Rostlöser) dann doch nicht zu …

    Es ist viel zu dünnflüssig und aggressiv, um an jeder Stelle eines jeden Fahrzeugs, um auf jedem Material einem jeden anderen Mittel überlegen zu sein. Auch wenn dir der Erfolg bislang recht gibt, da würde ich mal über diverse und jeweils zweckgebundene Mittel nachdenken …

    WD40 ist schon ziemlich cool und kann viel bewirken, aber es ist nicht der heilige Gral und kein Allheilmittel.

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  • WD40 (P.S. @ Hans S.)

    WD40 hat die Eigenschaft Fette, Öle & Wachs besser als die allermeisten Fettlöser zu lösen. Ich reinige meine Fahrradketten mit WD40. Nach der Reinigung kommt aber wieder ein flüssiges Wachs auf die Kette, denn WD40 ist kein (!) Schmiermittel.
    Ganz im Gegenteil. Während der Reinigung mit WD40 läuft die Kette so laut, als sei sie trocken.

    Ich mahne wirklich zur Vorsicht bei der WD40-Verwendung. Ja, es verdrängt Wasser, löst Rost und hinterlässt auch einen gewissen Schutzfilm. Es löst aber auch eine Hohlraumversiegelung oder spült Wachs oder Fett aus einem Türscharnier oder einem Lager.

    Mit WD40 in Schlössern habe auch ich gute Erfahrungen gemacht. Aber das Beispiel der (lauten) Fahrradkette zeigt eindrücklich, dass man bewegliche und belastete Teile besser anders abschmiert, wenn man sie erhalten und schonen möchte. WD40 ist dafür schlicht zu dünnflüssig.

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  • Ich entriegele das Verdeck unseres 9-3 I Cabrios damit es über das Winterhalbjahr nicht so unter Spannung steht.

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  • Herbert hat völlig Recht. Besser ist Ballistol !
    Kann man für fast alles nehmen und ist Umweltfreundlich. Ich tue es auch immer ins Waschwasser dann perlt Regenwasser super ab.
    Für Echtleder, Cockpit und Gummidichtungen…. Ballistol ist einfach super.

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  • @Capri73, danke für den Tipp, habe ich bis jetzt nicht gekannt, obwohl das Produkt wohl schon über 100 Jahre alt ist 🙂

    Frage; für Leder? Ein Öl, ein Kriechöl? Wie geht das?
    Danke und Gruss
    Hans S.

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  • @ Capri 73,

    ich kaufe mir jetzt auch (wieder) ein paar Flaschen Ballistol. Man verliert die guten und bewährten Dinge und Hausmittel (und sei es simples Salz) einfach viel zu leicht aus den Augen. Auch die Holzgriffe meiner Küchenmesser freuen sich jetzt schon auf ein paar pflegende Tropfen Ballistol …

    Ich hoffe nur, dass mein SAAB nicht wild durch die Gegend schießt, nachdem ich diesen wasche? 😉

    P.S.
    Ich würde ja noch immer sehr, sehr gerne einen Leserbeitrag zum Thema Fahrzeugpflege von Ihnen lesen.
    Ihre Kommentare versprühen sehr viel Kompetenz, Erfahrung und nachweisliche Erfolge.
    Und es gibt nunmal keine Neuwagen mehr von SAAB …

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  • Ballistol ist echt super. Nehme ich auch immer für meinen Reitsattel. Der sieht danach immer aus wie neu. Die Jäger haben früher Ballistol getrunken um Gallensteine zu bekämpfen. Muss man ja selber nicht machen.

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  • @Herbert , vielleicht schaffe ich es irgend wann mal. Ich hoffe immer noch, dass wir uns Mal persönlich kennen lernen.
    Zur Zeit wird der dritte Saab fit für die Zukunft gemacht.

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  • @ Capri 73,

    beides würde mich freuen. Schon alleine der Austausch über Ballistol, über nützliche Anwendungen und Anekdoten*, hätte viel Potential. Einstweilen Glückwunsch zum 3. Saab.

    * Die Gallensteine waren mir neu. Aber ich kenne es noch als Mittel zur Wunddesinfektion oder „Rostlöser“ für Zecken, die man gegen den Uhrzeigersinn aus Hund oder eigenem Körper „schrauben“ sollte, als hätten sie ein metrisches Gewinde.

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