Saab 9-3 II – III und der Rost

Das Thema Rost steht beim 9-3 II – III auf keiner Agenda. Die Autos sind noch zu jung und noch zu viel im Alltag unterwegs. Über die Zukunft machen sich weder Eigentümer noch Saab Werkstätten Gedanken. Noch, denn das Thema kommt früher oder später auf den Tisch, spätestens dann,  wenn man den Wunsch verspürt,  weiter einen Saab zu fahren.

Saab 9-3 III. Ist Rost ein Thema?
Saab 9-3 III. Ist Rost ein Thema?

Unser 9-3 III wurde ziemlich genau vor 7 Jahren zum ersten Mal für den Strassenverkehr zugelassen. Und weil man bei Saab, während der kurzen Spyker-Ära, nicht gerade großzügig mit dem Rostschutz umging, erhielt der 9-3 einen zusätzlichen Schutz im Saab Zentrum Bamberg. Seitdem wurde er im ganzen Jahr im Alltag bewegt, ohne jede Einschänkung. Die Winter und das Streusalz haben Spuren hinterlassen.

Bei einer großen Inspektion im Frühjahr wurden Rostansätze am Unterboden gefunden. Nicht relevant für den TÜV und nicht zum sofortigen Handeln mahnend. Aber doch Thema – und eine grundsätzliche Entscheidung. Weiterfahren für ein paar Jahre, den Rost einfach Rost sein lassen. Oder reagieren?

Nach dem Motto, dass Vorsorge immer besser ist als Schweißen, fiel die Entscheidung zur Rostkur. Von besonderem Interesse war die Frage,  was sich unter den Radhausschalen verbirgt? Rost, oder bester, blanker Schwedenstahl?

Leider war die Antwort ernüchternd. Auch ein moderner Saab rostet, so wie es andere Autos auch tun. Die Radhausschalen verbreiten eine trügerische Sicherheit, und nach der Demontage fanden sich an allen Radläufen Ansätze von Rost. Ebenso an der Aufnahme der Stoßdämpfer. In allen Fällen so, dass man zwar noch etliche Jahre hätte weiterfahren können. Aber in 3, oder 4 Jahren wäre es möglicherweise zu einer ersten Durchrostung gekommen. An sämtlichen Kotflügeln und an den Aufnahmen der Stoßdämpfer. Warum ist das so? Der Lack ist dünn, die Radhausschalen reiben an der Karosserie. Schmutz und Feuchtigkeit dringen ein – und verrichten ihr Werk. Sicher langsam, aber doch kontinuierlich.

Rost: Vorsorge ist günstiger als Schweißen.

Ist der Saab 9-3 ein Roster? Ist er nicht. Bei durchschnittlicher Pflege wäre ohne die Demontage der Radhausschalen nichts aufgefallen. Der Saab könnte vielleicht 10 oder 15 Jahre bewegt werden, ohne dass etwas passiert wäre. Aber früher oder später wäre es zu einer großen Sanierung gekommen oder zur Entsorgung wegen eines wirtschaftlichen Totalschadens.

In Bamberg wurde der Unterboden des 9-3 abgeschliffen, Primer mit Rost- und Korrosionsschutz aufgetragen und alles neu versiegelt. Eine zeitintensive Operation, die mehrere Tage dauerte. Am Ende war der Rostschutz besser als ab Werk, die Karosserie gerüstet für etliche weitere Jahre. Zusammen mit den anderen Arbeiten, Querlenker mit Längsträgern, Sitzheizung und Klimatisierung stand zum Schluß ein 4-stelliger Betrag auf der Rechnung. Ist das teuer?

Ist es nicht. Vergleicht man den Aufwand für eine wirklich gute, tiefgreifende Rostvorsorge mit den möglichen Kosten für eine Sanierung bei Durchrostung, dann ist Vorsorgen auf jeden Fall günstiger als Schweißen. Prophylaxe ist angeraten. Egal, ob es nur um einen Kombi oder vielleicht einen seltenen Turbo X oder ein Cabriolet geht.

14 Gedanken zu „Saab 9-3 II – III und der Rost

  • 8. Oktober 2018 um 10:47 AM
    Permalink

    Hallo Tom!
    Der Text gibt m.M. nach alles her, was zu sagen ist. Im Nov. ist der TÜV bei meinem Cab Mj07 fälliig,
    (R.Muckelbauer) Da wird man schon mal genau hinschauen. Was dann zu machen ist, wird gemacht. Fertig!
    Love my Car …

    • 8. Oktober 2018 um 1:07 PM
      Permalink

      Muckelbauer ist da eine wirklich gute Adresse, bin wahrscheinlich in der letzten Oktoberwoche wieder in BA.

  • 8. Oktober 2018 um 11:04 AM
    Permalink

    Ein 9-3 ist (glaube ich) recht harmlos was den Rost angeht. Tom`s Bericht stärkt meine Meinung, wir fahren unseren weiter bis es nicht mehr geht.

  • 8. Oktober 2018 um 12:25 PM
    Permalink

    Da werde ich mir meinen 9-5 Kombi mal genau ansehen, denn den will ich definitiv erhalten. Leider sagt die Aussage “vierstelliger Bereich” gar nichts aus. Das liegt zwischen einer großen Inspektion und dem Wert des ganzen Autos…
    Mal sehen, was meine Werkstatt sagt!

    • 8. Oktober 2018 um 1:06 PM
      Permalink

      Niedrieger 4-stelliger Bereich.

      1
      1
  • 8. Oktober 2018 um 12:28 PM
    Permalink

    Unser 9-3 Cabrio hat vor einiger Zeit eine komplette Hohlraumversiegelung und Unterbodenkonservierung bekommen, der freundliche Herr von der Dekra war begeistert. Ohne Mängel hat der Saab die Plakette bekommen und das nach 16 Jahren, Vorsorge lohnt sich in jedem Fall

  • 8. Oktober 2018 um 1:13 PM
    Permalink

    Wieder mal ein sehr interessanter Artikel, der den Zustand meines Wagens auch etwas trifft (Kotflügel, Motorhaube und eine Tür, zum Glück alles Tauschteile). Leider ist es bis nach Bamberg eindeutig zu weit, aber vielleicht findet sich hier ja auch mal jemand, der so etwas mit großer Sorgfalt und Hingabe macht. Bei der kommenden Durchsicht in einem Monat, werde ich dies mal ansprechen. Andererseits frage ich mich, wie Sinnvoll es ist, bei einem Diesel in der heutigen „Diesel verteufelnden Zeit“ noch kostenintensiv Vorsorge zu betreiben, wenn man bald wohl eh nicht mehr damit überall hin fahren darf. Sehr schade, um den schönen 9³ ☹

    2
    1
  • 8. Oktober 2018 um 1:29 PM
    Permalink

    Schön, dass jüngere 9³ keine Roster sind.

    Und gut zu wissen, dass man am besten mal unter die Radhausschalen guckt. Gilt für meine Chrombrille ja vermutlich ganz genau so …

    • 8. Oktober 2018 um 3:52 PM
      Permalink

      Unsere ehemalige Chrombrille war lange sehr unauffällig, aber Nachschauen lohnt auf jeden Fall.

  • 8. Oktober 2018 um 5:05 PM
    Permalink

    dann sollten unsere 9-3s auch mal durchgesehen werden.

  • 8. Oktober 2018 um 10:12 PM
    Permalink

    Das bedeutet wohl, die ersten Anzeichen sieht man ohne Demontage von Plastikteilen gar nicht. Also schonmal sparen für die große Rostinspektion.

    • 9. Oktober 2018 um 9:40 AM
      Permalink

      Korrekt, Demontage und Hebebühne sind Pflicht. Aber es lohnt sich!

      • 11. Oktober 2018 um 12:26 PM
        Permalink

        Autozeitschriften in Schweden sind voll mit ganzseitigen Anzeigen für private Werkstätten. Da werden Hebekräne für Ausbau und Revision von Motoren und auch vollwertige Hebebühnen nebst etlichen anderen Werkzeugen für erstaunlich schmales Geld angeboten …

        Schweden ist vermutlich DAS Land in Europa (oder sogar weltweit), welches mit Abstand über die meisten Scheunen und Hebebühnen je PKW verfügt?

        Manchmal wünscht man, man hätte die gleichen Voraussetzungen. Ein großes Land, viel Straße, wenig Einwohner und lange Winter, die man mit seinen Autos prima an einem warmen Ofen in einer kalten Scheune verbringen könnte.

        Da würden sich manche Rostvorsorge und manche Reparaturen (fast) wie von selbst erledigen …

  • 15. Oktober 2018 um 5:42 PM
    Permalink

    Werde meinem 9-3 MY11 SC eine Behandlung basiert auf Schafwollfett/Lanolin verpassen. Es wird dann wohl stinken wie in einem Stall, sollte dann aber auch die Lebensdauer signifikant verlängern.

    Das Angebot hier in Norwegen bestand schon seit Jahren, die Nachfrage hat aber erst jetzt so richtig Fahrt aufgenommen. Hier oben gibt es auf Fluid Film spezialisierte Werkstätten. Eine grössere Erstbehandlung kostet gut und gerne 400 Euro, Nachbehandlungen, so alle 2 Jahre, etwa 250 Euro.

    http://fluidfilm.de/applications/automobile/

Kommentare sind geschlossen.