Saab-Story

Das Wochenende steht im Zeichen unserer Leseraktion. Es gehen noch zwei Geschichten an den Start, dann folgt die Abstimmung wer unseren Ursaab bekommen soll. Die heutige Saab Geschichte liefert uns Rainer.

…Überlegt habe ich schon einige Zeit, ob ich meine persönliche „Saab-Story“ zu Papier bringen sollte. Immerhin gibt man ja auch tatsächlich etwas Persönliches preis, aber ich glaube, das ist nichts Außergewöhnliches bei Menschen mit einer Zuneigung zu dieser Marke.

Saab in Finnland. 2009
Saab in Finnland. 2009

Angefangen hat alles im Jahr 1978. Mein Leben befand sich gerade in einer Umbruchphase, sowohl in Bezug auf die persönliche als auch die berufliche Situation. Während eines (damals noch üblichen) dreiwöchigen Ferienaufenthalts in den Niederlanden als Betreuer einer Kindergruppe fiel mir ein rundum ungewöhnliches Auto auf. An jedem Mittag und an jedem Abend, immer wenn die Gruppe zum Essen ging, „lachte“ es mich mit seinem „metallic- silber- Autfit“ auf einem Kiesweg vor dem Hauptgebäude des Feriencamps stehend an. Nach ein paar Tagen riskierte ich einen genaueren Blick und erkannte den Schriftzug SAAB 96 auf der Heckklappe. Eine mir bis zu diesem Zeitpunkt völlig unbekannte Marke. Allen, denen ich meine spontane Begeisterung für dieses Auto mitteilte, lächelten nur mitleidig und fanden meinen Geschmack etwas ausgefallen, was zur Folge hatte, dass mein Interesse erst Recht geweckt wurde.

Die nächste Frage lag auf der Hand: Wem könnte dieses Auto wohl gehören? Eine Antwort erhielt ich schnell, indem ich die wirtschaftliche Leiterin des Hauses in gebrochenem Englisch fragte: „Who ist the Owner of this (Fingerzeig nach draußen) car?“ Die Antwort kam prompt: „It’s me!“ Das hatte ich so nicht erwartet und genau den Eindruck hatte meine Gesprächspartnerin offensichtlich auch, denn sie überraschte mich wenig später, dieses Mal in deutscher Sprache, mit folgender Frage: „Möchtest Du mal fahren?“

Natürlich wollte ich und der Termin für eine private Probefahrt wurde schnell gefunden. Ich erfuhr vieles über der Besitzerin und alles über ihren SAAB aus Schweden: Ford V4-Motor, Getriebefreilauf, innen verlegte Bremsleitungen, asbestfreie Bremsklötze, körpergerechte Vordersitze, Fahrer-Sitzheizung, Aufprallschutz in den Vordertüren, Scheinwerfer Wisch/Wasch-Anlage, Sieger der Rallye Monte Carlo in den sechziger Jahren….und dann dieses Fahrgefühl mit einem spürbaren Vibrieren des Motors im Lenkrad, diesem unverwechselbaren Motorgeräusch ,dem Außerkraftsetzen der Motorbremse bei eingelegtem Getriebefreilauf und diesem unbeschreiblichen Gefühl ein eben „anderes Auto“ zu fahren.

Mein Entschluss stand nach einigen zusätzlichen Testfahrten fest: Ich musste ein solches Auto besitzen.

Acht Wochen später war es dann so weit. Mein erster SAAB stand vor der Tür. Es war ein dunkelblauer SAAB 96 V4, Baujahr 1978. Das ereignete sich nunmehr vor fast 40 Jahren. Bis zum heutigen Zeitpunkt habe ich meinen Bezug zu dieser Marke nicht aufgegeben, denn nach dem ersten 96er kam ein weiterer sowie ein SAAB 99, vier 900er und ein 9-3 Cabrio. Aktuell bin ich in Besitz eines 9-3/1 Aero – Cabrio, Baujahr 2003, eines SAAB 900 Turbo S, Baujahr 1992:

Saab-Classic Days Dortmund 2010
Saab-Classic Days Dortmund 2010

…und seit 4 Jahren auch wieder eines SAAB 96 V4, Erstzulassung 1980:

Saab als Hochzeitsauto
Saab als Hochzeitsauto

Wenn ich mir einen Ausflug mit ihm gönne, stell ich fest, dass sich hinsichtlich meiner ursprünglichen Leidenschaft nichts verändert hat.Meine Rückkehr kündigt sich dabei schon von weitem an, denn das „schnüffelnde Ansauggeräusch“ des Motors ist und bleibt eben unverwechselbar…

Ein Gedanke zu „Saab-Story

  • Diese Farbe steht dem 9-3 ausgezeichnet. Gut darauf aufpassen!

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