SAAB Sonett II: Der erste Seriensportwagen von Saab

Auf der diesjährigen Sonderschau zum 60-jährigen Geburtstags des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) während der AMI in Leipzig vertritt eine Saab Sonett aus der zweiten Serie die Marke aus Trollhättan. Zeit, uns den ersten Seriensportwagen der Marke aus Schweden etwas näher anzuschauen. Nach der Sonett I, nur 6 Stück wurden davon gebaut, kam mit dem kleinen Coupé der erste Sportwagen in Serienfertigung.

Vertritt die Schwedenmarke auf der AMI: Saab Sonett II
Vertritt die Schwedenmarke auf der AMI: Saab Sonett II

Ursprünglich mit einem 3-Zylinder Zweitaktmotor bestückt, hielt schon 1967 bzw. 1968  der V4 von Ford Einzug unter der GFK Haube. So wurden in den 4 Jahren Bauzeit 258 Fahrzeuge mit Dreizylinder und 1610 Fahrzeuge mit V4 Motor hergestellt.

Mit dem Ford V4 begann in ganz zarten Kinderjahren meine automobile Karriere. Unser erstes Familienauto war Ford 12 M P4 mit V4 Motor. Aus den Erfahrungen der Kindertagen wurde bei mir der Kölner Motor als zuverlässig, aber langweilig eingeordnet.

Viele, viele Jahre später konnte ich dann meine erste Erfahrung mit einer Sonett sammeln. Die Sonett ist ein Leichtgewicht, verglichen mit dem Ford. 200 Kilogramm weniger als in der Limousine lassen die 65 PS  zu neuer Dynamik antreten. Die Geräuschkulisse tut ein übriges dazu. Rein subjektiv möchte man sagen, ja, die Sonett ist ein Sportwagen. Hart, laut, eng, eben was fürs Herz. Ein Hingucker in jeder Situation, denn der kleine Sportwagen ist schwer einzuordnen.

Für die Sondershow in der Sachsenmetropole ist die Sonett eine gute Wahl. Die Besucher sollen hinschauen. Ein Saab 96 oder ein klassischer 900 sind fast zu populär und werden sofort als Saab eingeordnet. Die Sonett ist ein Exote in der Ausstellung klassischer Automobile. Was ist das für ein Auto ? Ein Saab ? Ja, ein Saab. Denn Saab baut auch und vor allem sportliche Autos.

Schlicht, einfach, funktionell: Uhrensammlung in der Saab Sonett II
Schlicht, einfach, funktionell: Uhrensammlung in der Saab Sonett II

So war das schon 1966. Die Sonett war auch ein Image Produkt, um die Marke aus Trollhättan für Fahrer sportlicher Autos attraktiver zu machen. Die mussten allerdings hart im Nehmen sein. Im Sommer ist der sportliche Saab eine fahrbare Sauna. Die großzügige Verglasung am Heck sorgt für eine schnelle Aufheizung des Innenraums. Eigentlich war schon damals bei Saab alles etwas anders gedacht, und die Sache mit der Sonett hätte in einer andere Richtung gehen sollen. Dann aber kamen Missverständnisse, Kompromisse und Fehlentscheidungen dazu.  Die Entstehung der Sonett ist ein Schwedenkrimi, der in den 60er Jahren spielt. Die Geschichte dazu liest sich spannend und wird morgen erzählt.

Egal was war, die Fans heute lieben das Sportcoupé aus Trollhättan. Die meisten Sonett II gingen über den großen Teich in die USA. Von dort werden sie heute zurückgeholt nach „Good-Old-Europe“. Liebevoll restauriert sind sie der Blickfang bei jedem Saab Treffen. Eine Sonett ist auch eine sichere Wertanlage. Die geringe Produktionszahl lässt seit Jahren die Preise steigen. Nicht sehr schnell, nicht spektakulär, aber sicher. Ganz so wie die Beschleunigungszeiten des kleinen Sportlers, der sich subjektiv schnell anfühlt, aber es nach heutigen Massstäben nicht ist. Denn in gemächlichen 12 Sekunden geht es mit großartiger Soundkulisse von 0-100.

Auch mit über 40 Jahren ist die auf der AMI gezeigte Sonett immer noch auf Sportveranstaltungen aktiv. Das Sportcoupé gehört zum Saab-Klassiker-Fuhrpark des Mobilforums in Dresden, dort wird immer noch Saab Tradition gepflegt, und wurde für die Dauer der Veranstaltung an die deutsche Niederlassung der Saab Parts AB ausgeliehen.

Text: tom@saabblog.net

Bilder: mark@saabblog.net

 

4 Gedanken zu „SAAB Sonett II: Der erste Seriensportwagen von Saab

  • 2. Juni 2012 um 7:04 PM
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    Hallo Tom,

    eine kleine Berichtigung, von der ersten Sonett wurden 6 Exemplare gebaut, nicht 4.

    Gruss
    Thilo

    • 3. Juni 2012 um 9:53 AM
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      Stimmt natürlich. Hatte irgendwie Klaus Müller-Ott und seine damalige No. 4 im Sinn… Gruß nach Norwegen!

  • 3. Juni 2012 um 11:04 AM
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    Hallo Tom,

    ist nicht jetzt die Zeit gekommen, um als oberste Instanz der SAAB-Gemeinschaft Deutschland mal ein Schreiben an Hans Bergqvist & Co. zu senden, mit der Bitte, dem höchsten Gebot den Zuschlag zu erteilen?

    Das Verfahren wirkt gerade in den letzten Wochen etwas merkwürdig – Beispiel: Hinzunahme eines Konsortiums mit unzureichendem Gebot nach dem Ablauf der Frist für einzureichende Gebote.

    Sollte der Grund gewesen sein, andere Bieter aus der Reserve zu locken, so scheint dies bei Youngman ja etwas gefruchtet zu haben. Dann sollte man aber auch endlich den Zuschlag erteilen oder zumindest ein paar konkrete Infos über den Stand der Dinge geben. Ausschließliche Geheimniskrämerei ist bekanntlich eher von Nachteil und bringt die sog. Gerüchteküche nur unnötig zum Brodeln!

    • 3. Juni 2012 um 1:32 PM
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      Danke für die Anregung. Aber ich denke das Rennen ist weitgehend gelaufen, so die aktuellen Fakten, und ein Schreiben wird in diesem Stadium ohne Nutzen sein. Ein kurzer Artikel kommt im Laufe des Tages.

Kommentare sind geschlossen.

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