Saab Pressespiegel: Die Saab Krise in der deutschen Presse

Bad News are Good news. Für Verleger. Schlechte Nachrichten steigern die Auflage. In der deutschen Presse gibt es mittlerweile 600 Artikel über die aktuelle Lage bei Saab. Die wenigsten allerdings sind lesenswert, denn sie basieren nur den vorgegebenen Texten der Agenturmeldungen.
Eine solche Medienpräsenz hätten wir uns für den Saab 9-5 oder den neuen 9-4x gewünscht.
Interessant ist das GM Thema. In Schweden aktuell kein Thema, in Deutschland immer aktueller. GM gibt Saab eine Soforthilfe. Möglich wäre es aus vielen Gründen. Saab ist GM Lizenzkunde, GM sitzt auf einem großen Berg stimmrechtsloser Saab Vorzugsaktien.
Und unsere Freunde vom Blog “saabsunited” fallen bei der deutschen Presse unangenehm auf. Hmm.
Die interessantesten Artikel in der Zusammenfassung:
Financial Times Deutschland:
Saab-Eigner bettelt Amerikaner an
Auf der Suche nach Geldgebern für Saab lernt Victor Muller die Welt kennen. Jüngst bearbeitete er die Chinesen. Doch die zieren sich, und Saab ist so klamm, dass keine Löhne mehr gezahlt werden. Jetzt lässt Muller die Sammelbüchse in Amerika kreisen.
Der schwer angeschlagene schwedische Autohersteller Saab hofft auf Hilfe in letzter Minute aus den USA. Der niederländische Saab-Chef und -Haupteigner Victor Muller verhandele derzeit unter anderem mit General Motors über Soforthilfe, sagte ein Sprecher des schwedischen Unternehmens am Freitag im Fernsehen. Saab gehörte einst zu GM.
Das schwedische Traditionsunternehmen hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass Löhne und Gehälter für die 3700 Beschäftigten im Stammwerk Trollhättan nicht mehr gezahlt werden könnten. Der Sprecher wollte keine Einzelheiten nennen. Eine Insolvenz- oder ein Konkursantrag durch das Unternehmen selbst sei “nicht aktuell”, fügte er hinzu. Die schwedische Metallgewerkschaft will möglicherweise einen Konkursantrag Ende nächster Woche stellen, wenn bis dahin die Löhne für ihre 1500 Mitglieder bei Saab nicht
Saab hatte am Donnerstag den Mitarbeitern per Mail mitgeteilt, sie nicht mehr bezahlen zu können. Am Vorabend waren Verhandlungen mit 800 Zulieferern über eine Stundung von Schulden gescheitert. “Man soll die Hoffnung nie aufgeben, aber im Moment sieht es äußerst düster aus”, sagte Veli-Pekka Säikkälä von der Gewerkschaft IF Metal.Saabs Ende käme nicht überraschend. Schon seit Wochen stehen bei dem schwedischen Traditionsunternehmen – mit wenigen Unterbrechungen – die Bänder still. Teilelieferanten hatten ihre Geschäftsbeziehungen eingestellt, weil Saab offene Rechnungen nicht mehr begleichen konnte. Die Forderungen belaufen sich schwedischen Medien zufolge auf 50 Mio. Euro.
Hilfe durch die Politik darf Saab nicht erwarten. Die Regierung schloss eine Rettung kategorisch aus. Saab müsse selbst eine Lösung finden, sagte der schwedische Wirtschaftsministerin Maud Olofsson der Presse. Marita Vesala von der Sozialeinheit der Stadt Trollhättan, dem Stammsitz Saabs, versuchte zu beruhigen: “Keiner muss hungern”, sagte sie.Schon seit Wochen sucht der niederländische Eigner von Saab, Swedish Automobile, ehemals Spyker, krampfhaft nach Investoren. Dessen Chef Muller hatte erst kürzlich eine Absichtserklärungen mit zwei chinesischen Unternehmen für Saab unterzeichnet. Zheijang Youngman Lotus und der Autogroßhändler Pang Da wollen mit 245 Mio. Euro als Teileigner einsteigen.
Eine Saab-Sprecherin hatte die Lage am Donnerstag als “bedauerlich und traurig” bezeichnet. Man kämpfe jedoch weiter. Das Unternehmen ging Ende der 40er-Jahre aus dem gleichnamigen Flugzeug- und Rüstungskonzern hervor und machte sich mit aerodynamischen und sicheren Autos einen Namen machte.Schwarze Zahlen schrieben die Schweden während der zehnjährigen GM-Regie nie. Dem neuen Eigner Muller schenkte der US-Autobauer mit dem Modell 9-5 noch ein komplett neues Auto. Allein diese Mitgift überstieg bereits den Kaufpreis von 74 Mio. Dollar plus 326 Mio. Dollar in Aktien, die Muller an GM zahlte. Eine Pleite von Saab würde womöglich weitere Insolvenzen bei Zulieferern nach sich ziehen. Der technische Berater i3Tex hatte bereits Anfang dieser Woche bekannt gemacht, aufgrund der säumigen Saab-Zahlungen restrukturieren zu müssen. Auch der BMW-Konzern verlöre mit dem Verschwinden von Saab ein Geschäft: Ab 2012 sollten die Münchner Motoren für die neue Generation des Mittelklassemodells 9-3 nach Schweden liefern. Dazu wird es nun vermutlich nicht mehr kommen.
KFZ Betrieb Online
Saab: Mullers Aufenthaltsort unbekannt
In Schweden schwindet der Glaube an eine Rettung
Saab sucht Hilfe in letzter Minute aus China und den USA. Unternehmenssprecher Eric Geers sagte am Freitag im Rundfunksender SR, dass der niederländische Saab-Chef und -Haupteigner Victor Muller in den Vereinigten Staaten über die kurzfristige Bereitstellung von Mitteln verhandelt habe.
Über das Ergebnis machte er keine Angaben und erklärte weiter: „Ich weiß nicht genau, wo Muller sich jetzt aufhält.“ Er sei aber sicher, dass der Niederländer „rund um die Uhr arbeitet“. Das Traditionsunternehmen hatte seinen 3.700 Beschäftigten im westschwedischen Trollhättan am Vortag mitgeteilt, dass kein Geld für die Juni-Löhne und Gehälter mehr da sei.
Eine Sprecherin des chinesischen Autogroßhändlers Pang Da teilte im Stockholmer Rundfunk mit, dass man mit Muller „in direktem Kontakt“ über mögliche Soforthilfen aus Peking stehe. Pang Da und der Autohersteller Zheijang Youngman Lotus wollen langfristig als Teileigner mit zusammen 245 Millionen Euro einsteigen. Hierzu gibt es bislang aber nur Absichtserklärungen.
„Am Ende des Weges angekommen“
In den schwedischen Medien wurden die Überlebenschancen für das Traditionsunternehmen am Freitag übereinstimmend als minimal eingeschätzt. Die Wirtschaftstageszeitung «Dagens Industri» meinte: «Muller ist am Ende des Weges mit Saab angekommen.» Die Regierung in Stockholm hat Soforthilfen abgelehnt.
Als mögliche Option in letzter Minute galt am langen schwedischen Mittsommer-Wochenende noch der Verkauf der Fabrikanlage, die Saab dann per Leasing weiter nutzen will. Dies sei eine von mehreren Möglichkeiten, meinte der Saab-Sprecher im Rundfunk. Geers sagte weiter: „Es sieht jedenfalls gut aus. Wir müssen aber ein bisschen abwarten.“
Ein Konkurs- oder Insolvenzantrag durch das Unternehmen selbst nannte er „nicht aktuell“. Die schwedische Metallgewerkschaft will möglicherweise einen Konkursantrag Ende nächster Woche stellen, wenn bis dahin die Löhne für ihre 1.500 Mitglieder bei Saab nicht ausgezahlt sind.
Absurde Parolen
Die Durchhalteparolen auf saabsunited.com werden unterdessen immer absurder. Die Seite veröffentlichte am Donnerstag das Bild einer blonden Frau, auf deren Sweatshirt „Keep calm and carry on“ zu lesen ist. Mit dieser Redensart machten sich ursprünglich die Briten 1940 Mut, als die deutsche Wehrmacht die Insel zu überrennen drohte.
Saab erneut vor dem Aus – Arbeiter erhalten kein Geld
Stockholm (Reuters) – Schwedens Autohersteller Saab droht nach monatelangem Überlebenskampf erneut die Zahlungsunfähigkeit.
Das vor etwa zwei Jahren von dem Autobauer Swedish Automobile – damals noch unter dem Namen Spyker – vor dem Aus gerettete Unternehmen erklärte am Donnerstag, seinen Beschäftigten keine Löhne mehr zahlen zu können. Die dafür nötige kurzfristige Finanzierung habe nicht gesichert werden können. Verhandlungen mit potenziellen Geldgebern dauerten an. Es könne aber keine Garantie gegeben werden, dass die Gespräche mit einer Finanzierungszusage abgeschlossen werden könnten. Swedish-Automobile-Aktien stürzten um mehr als 34 Prozent ab.
“Es gibt keine Garantien, aber wir geben nicht auf”, sagte eine Unternehmenssprecherin. Saab verhandelt derzeit mit mehreren Geldgebern über ein Finanzierungsabkommen. Dabei geht es unter anderem um den Verkauf von Firmenimmobilien, die im Anschluss gemietet werden sollen. Dadurch würde das Unternehmen kurzfristig Gelder freibekommen.
In der Fabrik im westschwedischen Trollhättan mit 3700 Beschäftigten ruht seit April immer wieder die Arbeit, weil Lieferanten aus Sorge um ihre Bezahlung keine Bauteile liefern. In seinem Überlebenskampf will das Anfang 2010 in den Besitz von Spyker übergegangene schwedische Traditionsunternehmen die Konzernmehrheit an den chinesischen Autohändler Pangda und den Konzern Zhejiang Youngman Lotus Automobile verkaufen. Die Vereinbarung muss noch von den Behörden in China und Europa genehmigt werden.
Mit der Freigabe rechnet Spyker erst in zwei bis drei Monaten. Inzwischen könnte wichtige Zeit verstreichen, in der Saab das Geld ausgeht, befürchten Experten.
Spyker hatte bereits zuvor versucht, für die Saab-Rettung ein chinesisches Unternehmen ins Boot zu holen. Doch der Deal mit Hawtai Motor scheiterte. Der niederländische Sportwagenbauer hatte Saab Anfang 2010 dem Opel-Mutterkonzern General Motors abgekauft und ein Ende der schwedischen Kultmarke damit vorerst verhindert.
Autogazette:
Saab verhandelt mit GM über Soforthilfe
Saab-Chef Victor Muller soll nach Aussagen seines Sprechers mit GM in den USA über Soforthilfe für den finanziell angeschlagenen schwedischen Autobauer verhandeln. Saab kann derzeit nicht mehr die Löhne für seine Mitarbeiter zahlen.
Der schwer angeschlagene schwedische Autohersteller Saab hofft auf Hilfe in letzter Minute aus den USA.
Unternehmenssprecher Eric Geers gab dazu im TV-Sender SVT an, dass der niederländische Saab-Chef und -Haupteigner Victor Muller unter anderem mit General Motors über Soforthilfe verhandele. Saab hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass Löhne und Gehälter für die 3700 Beschäftigten im Stammwerk Trollhättan nicht mehr gezahlt werden könnten.
Der Saab-Sprecher wollte keine Einzelheiten nennen. Er sagte weiter, dass ein Insolvenz- oder Konkursantrag durch das Unternehmen selbst «nicht aktuell» sei. Die schwedische Metallgewerkschaft will möglicherweise einen Konkursantrag Ende nächster Woche stellen, wenn bis dahin die Löhne für ihre 1500 Mitglieder bei Saab nicht ausgezahlt sind.
In den schwedischen Medien wurden die Überlebenschancen für das Traditionsunternehmen am Freitag übereinstimmend als minimal eingeschätzt. Die Regierung in Stockholm hat Soforthilfen abgelehnt.
Zusammenstellung: tom@saabblog.net