Saab Produktionsstop: Die Presse in Deutschland und der Schweiz über Saab

Produktionspause bei Saab
Produktionspause bei Saab

Die Berg- und Talfahrt von Saab geht weiter. Waren wir letzter Woche optimistisch in Zukunft nur noch über tolle Autos aus Schweden schreiben zu dürfen, hat uns diese Woche die mitunter grausame Realität wieder. Ob der Produktionsstop jetzt an irgendwelchen fehlenden Kleinteilen liegt, oder ob ein neues, großes Problem seinen Lauf nimmt, wissen wir noch nicht. “Saabs Leidenszeit kennt kein Ende”, schreibt das Handelsblatt. Wir stimmen zu, dieser Satz trifft unsere heutige Stimmung komplett.

Weiter schriebt man heute: Bei dem schwedischen Automobilhersteller Saab stehen erneut die Bänder still. Wichtige Bauteile würden derzeit für die weitere Produktion fehlen, erklärte eine Unternehmenssprecherin. „Es reicht, wenn eine Gummileiste fehlt und das Band steht still“, erklärte sie am Firmensitz in Trollhättan. Ob die Produktion in dieser Woche wieder aufgenommen werden kann, wollte sie noch nicht sagen. Man verhandele derzeit mit den rund 800 Zulieferern. Die Aktie des Saab-Mutterkonzerns Spyker Cars aus den Niederlanden gab an der Börse in Amsterdam zwischenzeitlich um etwa zehn Prozent nach.

Der angeschlagene schwedische Auto-Hersteller hatte im April und Mai seine Produktion für rund sieben Wochen stoppen müssen, weil Zulieferer wichtige Bauteile als Pfand für unbezahlte Rechnungen zurückhielten. Die 2010 vom US-Konzern General Motors an den niederländischen Sportwagenhersteller Spyker verkaufte schwedische Kultmarke litt von Anfang an unter großen Liquiditätsproblemen. Mehrere Versuche in diesem Frühjahr, einen chinesischen Partner zu finden, scheiterten. Erst im vergangenen Monat fand Saab in dem chinesischen Auto-Händler Pang Da einen Partner, der in das schwedische Unternehmen investieren will.

Pang Da gab bekannt, dass man einen 24prozentigen Anteil an dem niederländischen Saab-Mutterkonzern Spyker Cars für 65 Millionen Euro erwerben wolle. Außerdem will das chinesische Unternehmen für 30 Millionen Euro Saab-Wagen kaufen. Eine Option auf den Erwerb weiterer Wagen im Wert von 15 Millionen Euro wurde ebenfalls unterzeichnet. Zudem wollen Spyker und Pang Da ein Gemeinschaftsunternehmen für den Vertrieb von Saab in China bilden.

Der Bund, eine Publikation aus Bern meint “dem angeschlagenen schwedischen Autohersteller Saab setzen neue Probleme zu.” Die anngespannte finanzielle Situation der Schweden wird auch in der Schweiz genau registriert. Weiter geht schreibt man über Saab so:

Nach der vorübergehenden Lösung von Liquiditätsschwierigkeiten machen dem Konzern nun Engpässe bei der Belieferung mit Bauteilen zu schaffen. Am Mittwoch musste Saab den zweiten Tag in Folge seine Bänder anhalten. Bereits im April und im Mai standen sie für sechs Wochen still. «Es ist schwer, irgendwelche Vorhersagen zu treffen», sagte Saab- Sprecherin Gunilla Gustavs über den Zeitpunkt einer Wiederaufnahme der Fertigung. Saab-Eigner ist der niederländische Spyker-Konzern. Saab hatte erst am 27. Mai die Bänder wieder angefahren, nachdem der chinesische Autohändler Pangda dem Unternehmen zur Seite gesprungen war. Trotz der Pangda-Finanzspritze kämpft Spyker aber weiter um frisches Geld wie beispielsweise einen Kredit von rund 30 Millionen Euro von der Europäischen Investment Bank (EIB). Die Saab- Sprecherin bezeichnete die finanzielle Situation des Konzerns als «angespannt».

“Oje: Saab stoppt erneut Produktion”, schreibt schon gestern der Autoblog und ordnet den Produzenten in die negativste aller Schubladen ein. Unter dem Stichwort “Bankrott” haben die Autoren ihren Saab Artikel abgelegt und finden sehr klare Worte. Autoblog schreibt weiter

Bei Saab geht es seit Wochen auf und ab. Viele Wochen standen die Produktionsbänder bei Saab wegen Geldmangel still. Nachdem mit dem chinesischen Autohändler Pangda vor kurzem ein neuer Investor gefunden wurde, lief seit dem 27. Mai die Produktion wieder. Doch am Dienstag, den 7.6. musste – wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet – die Produktion bei Saab wieder angehalten werden, weil…,…Zulieferteile für die Produktion von Saab Autos fehlen. Und warum fehlen Teile? Weil einige Zulieferbetriebe immer noch auf ausstehende Zahlungen von Saab warten! Kein Geld – keine Ware! Demnach scheint man bei Saab nach wie vor von der Hand in den Mund zu leben. “Wir werden am Mittwoch die Produktion wieder aufnehmen”, kündigte ein Sprecher des niederländischen Saab-Eigners Spyker an. Doch das klingt ein bisschen wie das Pfeifen im Walde.

Text: tom@saabblog.net

Quellen: Der Bund, Handelsblatt, Autoblog