Saab Pressefotos

Pressefotos: Saab 900 S i (5-türer) 1995

Die Jahre verfälschen die Erinnerung und der heutige Bestand der Saab 900 NG Baureihe tut ein Übriges dazu. Von den Basismodellen haben nur sehr wenige die Zeiten überlebt. Dabei verkauften die Schweden sie einst in großen Stückzahlen. Während aktuell Cabrios und Turbo-Coupés das Bild der Szene bestimmen, waren es einst die “S” Modelle.

Sie bildeten den Einstieg in die Welt von Saab und sie waren beliebt. Nicht nur in Skandinavien, wo die Marke immer auf kostengünstige Volumenmodelle zu setzen versuchte. Auch in den südeuropäischen Ländern und selbst auf dem deutschen Markt zeigte der 900 S Präsenz. Nicht ohne Grund, denn er verkörperte perfekt das Ideal vom robusten Schwedenauto.

Saab 900 S i, das Ideal vom robusten Schwedenauto
Saab 900 S i, das Ideal vom robusten Schwedenauto

Pressefotos: Saab 900 S i (5-türer) 1995

In den 90er Jahren hatte der Pragmatismus noch einen hohen Stellenwert bei der Autowahl. Vielleicht hat er es heute wieder. Wie sonst wäre der andauernde Erfolg der Marke “Dacia” zu erklären, die sich auf das Wesentliche konzentriert und Unnötiges weglässt? Auch bei Saab konnte man diese Disziplin und die wuchtigen, nicht lackierten und selbstreparierenden Stoßfänger senden eine eindeutige Nachricht.

“Egal was passiert, egal, wer mich berührt, ich repariere mich selbst und ich schicke keine Kostenrechnung”, sagt der Saab 900 S zu seinem Eigentümer. Der wählte mit dem 900 in der 5-türigen Version so etwas wie eine Fließhecklimousine, denn in Trollhättan hatte man beschlossen, auf die Version mit separatem Kofferraum zu verzichten.

Jahre später hätte das Marketing mit dieser Lösung eine Party als Erfinder des 5-türigen Coupés feiern können, aber in diesem Fall kam man etwas zu früh auf den Markt.

Wenn auch die “S” Version nur der Einstieg war, so lieferte Saab alle Sicherheitsmerkmale der Serie mit und auch motorisch war der 900 S i nicht schlecht aufgestellt. 133 PS, ohne Turbolader, dafür mit 16 Ventilen, waren Jahre zuvor noch für das “GTI Label” gut gewesen. 1995 war man damit immer noch gut bürgerlich motorisiert unterwegs.

Beim Audi 80 (B4), in der gleichen Fahrzeugklasse zu Hause, startete die Reise bei vergleichsweise mageren 90 PS und natürlich hatte er keine moderne 16 Ventil Technik zu bieten.

Auch der Basismotor war damals eine komplette Saab Konstruktion, hergestellt in dem hochmodernen Werk in Södertälje. Die Lackierung des Pressefahrzeugs, dessen Fotos perfekt den Zeitgeist widerspiegeln, ist das beliebte Skarabäusgrün (Farbcode 230), welches gefühlsmäßig jeder zweite Neuwagenkunde bestellt haben muss.

Heute sind die “S” Versionen fast komplett verschwunden. Doch immer wieder tauchen gepflegte Ersthand- und Rentnerexemplare auf, die nicht teuer sind und die auf jeden Fall als erhaltenswert angesehen werden sollten. Denn sie stellten einst das Rückgrat des Saab Bestands, in Zeiten, in denen Pragmatismus mehr zählte als glänzende Eitelkeiten.

– Fortsetzung folgt –

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SF340A
SF340A
45 Minuten zuvor

Nur eine kleine Anmerkung zum Flughafenfoto. Es überrascht mich sehr, dass die Werbung für den Saab 900 kein Saab Flugzeug im Hintergrund hat, sondern eine brasilianische Embraer Bandeirante. Das hätte ich so nicht erwartet, selbst wenn Nyge Aero eine schwedische Fluggesellschaft war und auch das Flugzeug schwedisch registriert war.

Aero-9-3
Aero-9-3
2 Stunden zuvor

… wie gut das keine Wetten angeboten wurden…, ich sehe einen blauen Farbton auf meinem PC ;-), nie den “edlen Käfer”-Farbton.
Schließe mich gern an, auch ich bereue. Meine 9-3 gingen alle bei 190000 km in den Verkauf :-(. Heute leider.

bergsaab
4 Stunden zuvor

Ja, heute bereue ich den Verkauf unseres ersten SAABs. Zeitlose, funktionale Automobile!