Recycling – etwas Zukunft für die frühere Saab Fabrik
Viele Fabriken ehemals großer europäischer Automarken existieren heute nicht mehr. Die historischen Hallen von Triumph, Jaguar oder MG sind Geschichte und an ihrer Stelle sind vielfach Wohngebiete entstanden. Nichts erinnert mehr an die großartige Vergangenheit, immerhin reicht es manchmal vor Ort für eine Gedenktafel.
Die frühere Saab Fabrik hat das Glück, in einem abgelegenen Industriegebiet in der schwedischen Provinz zu stehen. Weit außerhalb jeglicher Wohnbebauung, sonst wäre auch hier die Zukunft eine andere. Mehr und mehr der Hallen werden einer neuen Nutzung zugeführt und es entstehen neue Arbeitsplätze.
Nicht immer ist die Verwendung der Immobilien automobil geprägt. Bei der aktuellen Entwicklung aber schon.

Recycling – etwas Zukunft für die frühere Saab Fabrik
Auf Teilen des historischen Saab Areals entsteht die weltweit größte und modernste Recyclinganlage für Altreifen. Die Inbetriebnahme wird im September erwartet, berichtet SVT (Link). Dann könnten im Jahr bis zu 6 Millionen Altreifen verarbeitet werden, die zum größten Teil aus den skandinavischen Ländern, primär aber aus Norwegen stammen sollen.
Aus den alten Reifen werden neue Rohstoffe gewonnen: Gummi, Stahl und Textilien. Der Betreiber Peter Selemark beschreibt das Geschäft als “so todsicher wie die Begräbnisbranche” und sieht sich in Trollhättan willkommen. 30 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen damit auf dem Gelände, das einst der Herstellung von Flugzeugen und dann von Autos diente.
Mit den alten Zeiten ist die Entwicklung leider in keinem Fall zu vergleichen. Zu den besten Zeiten fanden mehr als 10.000 Menschen auf dem Gelände beim Hersteller Saab eine Anstellung. Ein Großteil davon waren Ingenieursarbeitsplätze – verbunden mit einer hohen Wertschöpfung. Doch diese Zeiten sind offensichtlich für immer vorbei.
Hat man Jahre lang gehofft den Standort doch noch halten zu können und einen neuen Hersteller anzusiedeln, so ist das komplett gescheitert. Alte Reifen zu recyclen ist sicher gut für die Umwelt, schafft aber nur einige nicht besonders gut bezahlte Jobs.
Das ist eine traurige Entwicklung für das ehemalige Autowerk.
„offensichtlich“ klingt hier und in manchen anderen Beiträgen von Tom immer noch etwas hoffnungsvoll. Vielleicht deute ich aber auch zu viel hinein.☺️
Nein, ich bin nicht mehr hoffnungsvoll. Da ist zu viel versäumt worden und zu viel Zeit vergangen.
Der traurige Abstieg einer Region: angefangen hat es mit Flugzeugen und jetzt sind wir bei Altreifen angekommen. Das ist dramatisch, wie ich meine.