Victor Muller versucht es erneut, Spyker soll wieder Sportwagen bauen!

Es ist ein Spiel, wie in einer Endlosschleife. Erinnern wir uns an das Festival im Jahr 2010 in Trollhättan? Saab galt als gerettet, die neue 9-5 Limousine rollte in gemütlichen Taktraten von den Bändern, und im Geiste träumte man schon von einem Zweischichtbetrieb. Im Museum parkten die Spyker Sportwagen in der Mitte klassischer Saab.

Ein seltsames Szenario, denn beides wollte nicht zusammenpassen. Die exklusiven Sportwagen, stets mit zu viel Rouge für geschmackssichere Menschen, inmitten der eingeschworenen Unterstatement Marke Saab. Ein fast gruseliger Moment. Die Geschichte ging nicht gut aus, wie wir wissen. Victor Muller zeigte Courage, aber das allein ist im Leben manchmal nicht genug. Ende 2011 endete die Saab Ära. 2014 strauchelte Spyker, stand neu auf, wollte überraschend in Deutschland produzieren und ging 2021 in Insolvenz (Link).

Doch so richtig vorbei war es auch dieses Mal nicht.

Spyker C8 Aileron 2010 im Saab Museum in Trollhättan
Spyker C8 Aileron 2010 im Saab Museum in Trollhättan

Victor Muller versucht es erneut, Spyker soll wieder Sportwagen bauen!

Schon 2022 gingen die Neustart Gerüchte durch die Presse. Die Angelegenheit wurde jedoch ein Opfer größerer Katastrophen, denn der Finanzier (Link) kam aus Russland, und dessen Geld war in der EU infolge des Überfalls auf die Ukraine nicht mehr gerne gesehen. Seitdem war es ruhig, aber Muller ist der Typ, der offensichtlich nicht aufgeben mag.

Und vielleicht ist es auch nur der Ehrgeiz, zu zeigen, dass man es entgegen aller Vermutungen doch kann.

Exklusiv: Spyker C8 Laviolette in Trollhättan
Exklusiv: Spyker C8 Laviolette in Trollhättan

Vor einigen Tagen dann die Überraschung. In den sozialen Medien ist Spyker nach Jahren wieder aktiv und lanciert die Ankündigung des Neustarts. Muller soll, nach der Phase des Rechtstreits, die intellektuellen Rechte der Marke erworben haben. Damit wäre der Weg frei, um Spyker eine Wiedergeburt zu schenken, wenn die Finanzierung der Marke gegeben sein sollte.

Die Spyker Website ist wieder rudimentär aktiv (Link), und die Marke selbst war nie wirklich tot. Ein Enthusiast und sein Netzwerk kümmerten sich um die Fahrzeuge und den Service, und vielleicht ist dort die einzige echte Parallele zu Saab zu finden. Denn auch hier sind es diejenigen, die die Marke im Herzen tragen, die sich vermehrt um ihr Überleben, die Ersatzteile und die weitere Existenz der Fahrzeuge bemühen.

Muller und Spyker werden wir weiter beobachten. Geschichten wie diese, mit Dramen und Abgründen, sind im Zeitalter asiatischer Elektroauto-Beliebigkeit selten geworden. Vielleicht sollte man ihm gerade aus diesem Grund Glück bei seinem Vorhaben wünschen.