Christian von Koenigsegg – Saab hätte der schwedische Tesla werden können

Vielleicht ist es so, dass manche Entscheidungen in der Vergangenheit einen nie ganz loslassen. 2009 war Christian von Koenigsegg das Gesicht eines Konsortiums, das den Saab Automobilbau übernehmen wollte. Die Saab Automobile AB im Eigentum von GM befand sich zu der Zeit in der zweiten Rekonstruktion, eine schwedische Form des Insolvenzverfahrens.

Im November 2009 entschied sich Koenigsegg final gegen einen Einstieg bei Saab, das Ende des Herstellers schien besiegelt und wenige Tage danach begannen die Amerikaner mit der Abwicklung der Marke. Dass es 2010 dann, wenn auch nur für kurze Zeit, weiterging, ist der andere Teil der Geschichte.

Doch auch mehr als 15 Jahre danach beschäftigten die Ereignisse von einst.

Saab hätte der schwedische Tesla werden können
Saab hätte der schwedische Tesla werden können, sagt Christian von Koenigsegg

Christian von Koenigsegg – Saab hätte der schwedische Tesla werden können

In einem aktuellen Gespräch mit Sveriges Radio (Link) spricht Koenigsegg über sein Leben, die von ihm gegründete Sportwagenmarke und auch über Saab. Das Loslassen der Idee, Saab zu übernehmen, schien damals nicht so einfach gewesen zu sein. Es standen Investitionen in Milliarden € Höhe im Raum, eine enorme und kaum zu überschauende Herausforderung.

Zur Einordnung der Größenverhältnisse: Koenigsegg verkaufte 2008 nur 18 Neuwagen – Saab an die 100.000, was die Tragweite symbolisiert.

Die Entscheidungen für einen Ausstieg nach monatelanger Verhandlung traf Koenigsegg nicht im Alleingang. Er ist damals lediglich ein Mitglied einer schwedisch-norwegisch-amerikanischen Investorengruppe. Jedoch ist er für die schwedische Öffentlichkeit der sichtbare Repräsentant eines von drei Konsortien, die im Jahr 2009 auf den Kauf der Saab Automobile AB spekulieren.

Saab hätte der schwedische Tesla werden können, sagt er jetzt rückblickend in einem Interview. Vermutlich liegt er damit richtig, die Marke hatte immer das Potenzial für mehr. Das damals existente Elektroautokonzept war ungewöhnlich. Es war jenseits des Mainstreams, und vermutlich hätte das technologieoffene und innovative Unternehmen, befreit von GM-Fesseln, hier einen Überraschungscoup ähnlich wie einst mit dem Saab 9000 Turbo landen können.

Allerdings kann man Versäumtes nicht wiedergutmachen, die Frage nach dem, was hätte sein können, wird ewig im Raum stehen.

Die Entscheidung, nicht bei der Saab Automobile AB einzusteigen, hat bis heute Nachwirkungen für das ganze Land. Die einst stolze schwedische Personenwagen-Sparte, von der nur noch Volvo existiert, ist fest in chinesischer Hand. Mit dem Ende von Saab verschwand eines der wichtigsten Industrieunternehmen im Land, die Abhängigkeit von ausländischen Investoren stieg an, und es ist den Schweden bis heute nicht gelungen, diese Lücke überzeugend zu füllen. Im Gegenteil. Je länger Saab Automobile nicht mehr existiert, desto stärker scheint man die Marke zu vermissen.

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John K
John K
1 Jahr zuvor

I have been driving Saab cars since 1989 when my best friend in high-school got a 900 turbo for graduation. I in love with Saab 35 years ago. I’ve owned 6 Saabs currently in a 2011 9-3 convertible with only 67,000 miles on it. I am blessed to still experience these wonderful cars after 35 years. My daily is a 2020 Volvo V60 Cross Country.

Jan_HH
1 Jahr zuvor

Zur Geschichte gehört auch, das in jedem neuen Koenigsegg auch ein Stücken Saab mitfährt. Die Lüftungsgitter und Verstellknöpfe haben es vor einigen Jahren in die “Serienfahrzeuge” aus Ängelholm geschafft. Ich erinnere mich an ein Interview mit einem Journalisten, der bei einer Werksführung die außergewöhnliche Lüftungsverstellung hervorhob. Die Art und Weise wie CvK in dem Moment sofort, neidlos, und mit dem nötigen Respekt erklärte das diese von Saab seien, passen ins Bild. Besser als die Version aus Trollhättan hätte man es nicht entwerfen können war der O-Ton – recht hat er, der Herr von Koenigsegg.

bergsaab
1 Jahr zuvor

Ja SAAB fehlt und die Hoffnung das die Marke zurück kommt verlässt mich nicht ganz. Mit Mut ist es leider im Geschäftsleben nicht getan. Ein gutes Konzept und die passende Finanzierung dazu sind wichtig. Ich denke es ist gescheitert weil GM aus seinem konzeptionellen Versagen bei Opel und SAAB noch Profit schlagen wollte. Ich denke auch das es früher an Mut gefehlt hat. Besonders zu Zeiten des Verkaufs an GM. Auch bei GM fehlte der Mut die Marke im Konzern als Technologieträger zu etablieren. Die Zusammenarbeit mit dem Fiat-Konzern fand ich angenehmer, aber die wurden ja auch geschluckt.
Momentan fehlt mir die Fantasie wer die Wiederbelebung betreiben sollte, besonders wenn es nicht nur ein Retroklon werden soll, sondern auch innovatives im SAAB stecken soll.

Mac Saab
Mac Saab
1 Jahr zuvor

Hätte CvK doch bloß den Mut gehabt.

Last edited 1 Jahr zuvor by Mac Saab
Dr. Thyl Engelhardt
Dr. Thyl Engelhardt
1 Jahr zuvor

Sitze gerade (nach zwei Jaguar) in einem Mercedes-Benz W220 und bestätige hiermit, Saab zu vermissen.

Erae
Erae
1 Jahr zuvor

Ich vermisse Saab unendlich,
Ich bin als Kind mit dieser Marke aufgewachsen ,mein Opa, mein Vater , mein Onkel und Tante fuhren 900 Turbo und 9000 CSE, Saab ist wie meine überaus geliebte Schwester.
Insgeheim hoffe ich, es wird sie bald wieder geben.
Ein Traum