Wer Gegenwind liebt und ein Freigeist ist, der fährt Saab Cabriolet
Zu einer der erfolgreichsten Werbungen in den letzten Jahren von Saab gehörte die Gegenwind-Kampagne. Sie war in den Printmedien zu sehen, Partnerbetriebe konnten riesige Werbebanner bestellen. Sie zeigten ein weißes Saab 9-3 Cabriolet – sowie den Werbespruch.
Doch sonst blieb die Werbung betont minimalistisch, es gab vielleicht auch nicht viel mehr, was man hätte sagen können. Eines war jedoch klar. Die Schweden waren unterwegs zurück zu ihren Wurzeln. Sich an eine Zeit erinnernd, als Saab das Lieblingsauto der Nonkonformisten stellte.
Die war freilich lange schon Geschichte. Wäre es jedoch nicht geblieben, hätte man die Strategen in Trollhättan befragt.

Wer Gegenwind liebt und ein Freigeist ist, der fährt Saab Cabriolet
Fuhren Freigeister und Vordenker im Jahr 2008 tatsächlich noch Saab? Um kritisch zu sein: Sie fuhren nur noch vereinzelt und wenn sie es taten, dann wählten sie wahrscheinlich einen klassischen 900 und ein Saab 9000 war das maximale Zugeständnis, das sie gegenüber den Konformisten abgeben würden.
Saab hatte ab dem Jahr 2000 wirklich einen Teil seiner Stammkundschaft eingebüßt. Es gab einfach zu wenig Neues. Der 9-5 dümpelte lustlos nach Facelift Nummer 3 vor sich hin und der 9-3 war ebenfalls in die Jahre gekommen. Es fehlte das beliebte Fließheck, die Andersartigkeit manifestierte sich immer seltener, und es war nicht so, dass man es in Detroit und Trollhättan nicht bemerkt hätte.
Hinter den Kulissen rollte eine neue Modellgeneration heran, es tat sich endlich was, und einer der ersten Schritte war es, das Bekenntnis zum Nonkonformismus zu erneuern.
Gegenwind – das klang ziemlich unverfänglich, aber die alten, erfahrenen unter den Saab-Menschen wussten es zu deuten. Die, welche neu zur Marke und zum Cabriolet kamen, fanden den Spruch kultig und zeitgeistig und die Saab-Werbung fing beide Zielgruppen ein.

Tatsächlich griffen viele Saab Kunden zum TTiD Cabriolet, nicht zum Turbo, der Benzin verfeuerte. Warum war das so? Weil der TTiD Motor, entstanden aus der damals bereits beendeten Liaison GM-Fiat und in Trollhättan immer wieder optimiert, eine überzeugende Motorisierung war. 180 PS und 400 Nm bei geringem Verbrauch, das klingt heute noch gut, aber es war noch Besseres möglich.
Für ein kleines Entgelt entfesselte der Haustuner Hirsch Performance mit Segen des Werks und dem Erhalt der Garantie 200 PS und 430 Nm (Link), damit fuhr der Diesel dem Benzin Aero in manchen Disziplinen locker davon.
Leider waren es am Ende doch zu wenig Freigeister und Vordenker, die sich für Saab begeistern konnten. Die Versäumnisse von Jahren waren nicht über Nacht unvergessen zu machen, das halfen auch die famosen TTiD Ideen nichts.
Bei mindestens einem der früheren Saab-Partner hängt das große Gegenwind-Banner noch immer in der Ausstellung. Es hat nicht an seiner Ästhetik eingebüßt und vielleicht wünscht nicht nur er sich Saab zurück?
Ich glaube in Bamberg hängt es, oder?
Ist mir noch nicht aufgefallen. Habe im Januar Service, dann schau ich mich mal um.
Bamberg, ja. Bei meinem letzten Muckelbauer Besuch hing es noch oben, oberhalb der Büros.