Fahren und leasen sie schwedisch, sagt Saab
Leasing war bei Saab ein großes, lange währendes Thema. Es fing bereits in den späten 80er Jahren an, als Leasing langsam eine allgemeine Akzeptanz bekam. Für Geschäftskunden war diese Idee der Fahrzeugfinanzierung vorteilhaft und die deutsche Saab-Niederlassung zeigte hier gewisse Schwächen.
Denn die offiziellen Partnerbanken boten keine wettbewerbsfähigen Konditionen, was dazu führte, dass viele Händler an ihrer eigenen Lösung bastelten. Ein Umstand, der tatsächlich bis zum Jahr 2011 anhielt. Denn niemals brachten es die Schweden fertig, den deutschen Platzhirschen in dieser Disziplin überzeugend Paroli zu bieten.
1990, als der Saab 9000 in der Geschäftswagenwelt besonders begehrt war, versuchte man es mit der schwedischen SEB Bank als Partner.

Fahren und leasen sie schwedisch, sagt Saab
Es ist schwierig einzuschätzen, wer die Independent Leasing GmbH war, von der die schwedische Skandinaviska Enskilda Banken AB (Link) im Jahr 1990 die Saab Leasingverträge übernahm. Das Internet vergisst mehr, als man glaubt. Leasing gab es in Deutschland tatsächlich schon seit 1962; die Deutsche Leasing AG als Tochter der Sparkassen bot auch bald optionales Autoleasing an.
Allerdings dauerte es lange, bis die Marktakzeptanz erreicht war. Der Umstand, den Saab nur zu leasen, also zu mieten und nicht zu besitzen, war für viele ungewohnt. Saab versuchte dennoch, sich ein Stück des Leasinggeschäfts zu sichern, was dringlicher wurde, als der 9000 auf den Markt strebte.
Der adressierte sich auf das Flotten- und Firmenkundengeschäft und die Schweden stießen, höchst erfolgreich, in ein neues Marktsegment vor. Da der 9000 vergleichsweise teuer war, im direkten Vergleich sogar über den deutschen Premiummarken lag, war ein gutes Leasingangebot für den Absatz entscheidend.

Im Herbst 1990 warb die SEB Bank daher in der Kundenzeitschrift Neues vom Troll für ihre Finanzdienstleistung. Leasen und fahren sie schwedisch, war der einprägsame Slogan, mit dem man auf Akquise ging.
Wie erfolgreich und überzeugend die SEB Bank und Saab Deutschland zusammen unterwegs waren, wissen wir heute nicht mehr. Bis zum Ende des Saab-Automobilbaus blieb das Bankinstitut jedenfalls in Schweden an der Seite der Marke – als Hausbank und Finanzier. Die Anzeige ist heute Nostalgie pur, die Deutsche Skandic Leasing scheint nicht mehr existent und vielleicht hätte Saab auf einen Partner aus der Nachbarschaft setzen sollen.
Denn die oben erwähnte Deutsche Leasing AG befand sich seit 1987 in unmittelbarer Nähe des Saab-Hauptquartiers in Bad Homburg. Ein Besuch beim Nachbarn hätte eventuell bei anstehenden Leasingfragen weiterhelfen können.
Wir haben mit drei Kollegen damals uns entschieden unsere Geschäftliche Autos von Saab zu nehmen. Diese Saabs wurden nach 120000 KM ersetzt. So haben wir über den Jahren viele Saabs gefahren. Wir drei waren sehr glücklich.
Vom Saab 9000 CS habe ich vier verschiedene gefahren. Ich bin noch immer traurig das ich die Saab Anniversary nach 120000 KM wieder eintauchen müsste. Das war eine richtig schöne Saab.