Ein neues Autowerk in Schweden – denken wir an Trollhättan?

Während in Deutschland Werksschließungen bei Volkswagen in der Diskussion stehen, spricht man in Schweden über ein neues Autowerk. Oder vielleicht über mehrere Autowerke. Denn chinesische Marken soll es angeblich nach Norden ziehen. Überraschend wäre das nicht, Schweden hat für die Asiaten einige Vorteile.

Zum einen ist der Geely Konzern als Eigentümer von Volvo Cars seit mehr als einem Jahrzehnt einer der größten Arbeitgeber im Land und die Erfahrungen sind durchweg positiv. Zum anderen ist Energie in Schweden relativ günstig, die Infrastruktur gilt als robust und die Planungssicherheit ist hoch.

Angeblich soll es mit mehreren Marken Gespräche über eine neue Autoproduktion in Schweden geben.

Produktion bei Saab, Ende 2002
Produktion bei Saab, Ende 2002

Ein neues Autowerk in Schweden – denken wir an Trollhättan?

Das berichtet Sveriges Radio (Link) und nennt jedoch keine Namen. Dabei verweist man darauf, dass bereits mit Volvo, Scania und Koenigsegg drei Marken im Land produzieren, nur eine davon ist übrigens schwedisch. Die Infrastruktur und Fachkräfte sind vorhanden, Schweden wäre als Standort für Hersteller aus Asien, welche die Zölle der EU fürchten, eine gute Wahl.

Wir denken dabei natürlich an Trollhättan, das gleich mehrere Pluspunkte bietet. Die Hochschule vor Ort, grüne Energie, die gute Anbindung an Straße, Schiene, Wasserweg und den eigenen Flughafen. Natürlich auch die automobilen Forschungs- und Entwicklungsfirmen vor Ort, die man in dieser Dichte sonst kaum wo findet. Trollhättan ist, auch ohne Saab, ein automobiles Cluster.

Trollhättan hätte Trümpfe für ein neues Autowerk

Industriefläche, um ein neues Autowerk zu errichten, wäre ebenfalls verfügbar – zuzüglich der früheren Saab Infrastruktur. In der Theorie, aber nur in dieser, könnte sogar das frühere Saab Werk neu belebt werden. Da dieses aber seit mehr als einem Jahrzehnt leersteht und sämtliche Genehmigungen und Umweltzertifikate für die Produktion verfallen sind, ist es mehr als unwahrscheinlich.

Wie nahe an der Realität die Pläne sein könnten, wird in Schweden lebhaft diskutiert. Mancher träumt im Geheimen von der Stallbacka und dem früheren Saab Werk. Und natürlich würde man die Schaffung neuer Arbeitsplätze begrüßen, wie auch die Ansiedlung eines vierten Autoherstellers, sagt der Dachverband der Autoindustrie (Link). Damit wären auch zusätzliche Steuereinnahmen verbunden.

Allerdings gibt es auch die Fraktion der Skeptiker, die nicht an Trollhättan und nicht an das alte Saab Werk denken. Die eine Wiederbelebung ebenfalls als unrealistisch sehen und überzeugt sind, dass nur ein komplett neues Autowerk infrage käme. Sie sehen chinesische Pläne im Hochlohnland Schweden als nicht sehr wahrscheinlich an.

8 Comments
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Jan_HH
1 Jahr zuvor

An dieser Stelle muss ich mal meinen Senf zur günstigen Energie in Schweden beisteuern. Tendenziell stimmt es, das Strom in Schweden günstiger ist (unter Betrachtung der Großhandelspreise). Allerdings trifft das nur für einen Teil Schwedens zu.- dem Norden. Warum ist das so ? Ein Blick in die Vergangenheit liefert die Antwort.

Früher (vor 2010) gab es in Schweden nur eine (sog.) Preiszone. Für ganz Schweden galt ein Strompreis. Das änderte sich im November 2011 als in Schweden aus einer Zone vier wurde.(Schuld ist die EU) Seit dem kämpfen zwei dieser Zonen mit deutlich höheren Preisen als die anderen beiden Zonen. Während die beiden nördlichen Zonen auf Grund hoher Einspeisung und wenig Ausspeisung von Energie (es entsteht ein Plus) dauerhaft von extrem günstigen Strompreisen profitieren, leidet der Süden seit vielen Jahren unter extrem hohen Strompreisen. Wenig Einspeiseleistungen, Ausstieg aus verschiedenen Kraftwerksarten und der steigenden Bevölkerung wie Wirtschaftsleistung sorgen dafür, das Strom besonders im Süden zur begehrten Ware wurde.

Durch volatile Einspeisung der erneuerbaren Energien, aber auch dem Überschuss aus fossiler Energien aus Dänemark und Deutschland, steigen die Preise oftmals überdurchschnittlich an. Schwedische Haushaltskunden zahlen dann teilweise mehr als deutsche Stromkunden. Problem des ganzen sind die sog. variablen Tarife, mit ihnen dürfen Stromversorger die Marktpreise 1:1 an die Kunden weitergeben – notiert die kWh Strom am Markt bei 1,50 EUR, so beträgt auch der Privatkundenpreis 1,50 EUR. So lange bis Ein- und Ausspeisung wieder im Gleichgewicht sind.

Die teuren Strompreise im Süden waren u.a. das Wahlkampf-Thema, besonders die Schwedendemokraten haben sich hier platziert. Strom in Malmö und Umgebung hat damals zweitweise dauerhaft über ein EUR die kWH gekostet.

Capri73
Capri73
1 Jahr zuvor

Volvo, Scania und Koenigsegg sind doch alle schwedisch.

F. Weber
F. Weber
1 Jahr zuvor
Reply to  Capri73

Scania = VW

Volvo = Geely

Königegg ist Schwedisch 🙂

Capri73
Capri73
1 Jahr zuvor
Reply to  F. Weber

Volvo AB ist schwedisch
Volvo Cars ist schwedisch , mit chinesischem Geldgeber Geely, der dadurch auch das “Sagen ” hat.
Scania ist schwedisch, Hauptaktionär (Geldgeber) Volkswagen
Was ist denn Daimler-Benz….? Deutsch , arabisch,chinesischer Konzern ?
Es gibt viele Firmen , die von ausländischen Banken, Aktionären Geld bekommen…..
Was ist mit der Hella aus Lippstadt ?
Deutscher Konzern oder Französischer ?
Eingetragen ist die Hella im Deutschen Handelsregister !
Ich fahre Saab ! Also fahre ich ein amerikanisches Auto ? Nur weil GM der Hauptanteilseigner war. Achne die gehörten ja zu Opel, also fahre ich ein deutsches Auto, ahh Opel gehörte ja auch zu GM…..

F. Weber
F. Weber
1 Jahr zuvor
Reply to  Capri73

Kompletter Unfug. Bei Scania hat VW das Sagen, bei Volvo Cars regiert Geely durch. Alles andere ist Wunschdenken.

Capri73
Capri73
1 Jahr zuvor
Reply to  F. Weber

Habe ich doch geschrieben ! Der Geldgeber hat immer das Sagen, trotzdem bleibt Volvo schwedisch und Scania auch.
Die Hella in Lippstadt bleibt weiterhin ein deutscher Konzern.
Ist Alfa Romeo französisch und Dodge auch ? Beide gehören zu Stellantis, Hauptsitz von Stellantis ist die Niederlande….Alfa Romeo ein niederländischer Konzern ?

EF-elch
1 Jahr zuvor
Reply to  F. Weber

Leider richtig …

Henry 93
Henry 93
1 Jahr zuvor

Für Trolltown wäre es zu begrüßen, wenn sich eine weitere Marke ansiedeln würde. Ich drücke mal die Daumen, die letzten Jahre hat leider kein Plan funktioniert, vielleicht jetzt?