NEVS kündigt Vertrag mit EV Electra, Emily Verkauf gescheitert

Ein Ende mit Schrecken ist besser als ein Schrecken ohne jedes Ende. So, oder so ähnlich, werden viele Saab Enthusiasten die aktuellen Nachrichten aus Trollhättan interpretieren. NEVS zieht jetzt die Notbremse und hat beschlossen, den Vertrag über den Verkauf des Emily Projekts an EV Electra zu kündigen.

Im vergangenen Jahr hatte NEVS das PONS Projekt, ein autonom fahrendes Elektroauto, und Emily GT an den libanesischen Geschäftsmann J. M. Mohammad zu verkaufen. Dessen Absicht, Emily in Trollhättan zu produzieren, wurde nicht zur Realität, das Werk war mittlerweile an einen schwedischen Investor gegangen.

In der Folge wurde über eine Produktion in Italien spekuliert. Zuletzt versprach EV Electra eine Produktionsaufnahme im August (Link).

NEVS kündigt Vertrag - das Aus für das Emily Projekt?
NEVS kündigt Vertrag – das Aus für das Emily Projekt?

NEVS kündigt Vertrag mit EV Electra, Emily Verkauf gescheitert

In den vergangenen Tagen spitzten sich aufgrund antisemitischer Äußerungen von CEO Jihad M. Mohammad in den sozialen Medien die Ereignisse zu. Schwedische Medien nahmen das Thema (Link) auf, der Bürgermeister der Kommune Trollhättan distanzierte sich in der Folge öffentlich.

Jetzt meldet die lokale Zeitung (Link) die Kündigung des Vertrags über den Verkauf der PONS und Emily Projekt an EV Electra. Als Grund wird angegeben, dass der Investor nicht alle an ihn gestellten Bedingungen erfüllt habe. Genaue Gründe will NEVS CEO Nina Selander auch auf Nachfrage nicht nennen. Sie verweist auf die Komplexität dieser Geschäfte und auf Details, die sie aus Respekt gegenüber EV Electra nicht benennen möchte.

Damit ist heute unklarer denn je, was aus dem von früheren Saab Ingenieuren entwickelten Emily Projekt wird. In Trollhättan drehen sich die Uhren zurück auf Null, und ob das Elektroauto mit Radnabenmotor noch so etwas wie eine Zukunft haben wird, ist im Moment offen.

9 Comments
Newest
Oldest Most Voted
Mario
Mario
2 Jahre zuvor

Neben solchen Luftpumpen wie EV Electra zeigt sich aber auch, dass die Wette auf die Elektromobilisierung gerade vielen Schnittstellen in der Automobilindustrie teuer auf der Tasche liegt und eben eine reine Fokussierung falsch ist.

Besonders stark merkt man das auch gerade in der Halbleiterei. Ich bin gewiss kein Gegner aber mich hat von Anfang an diese ”EV retten die Welt“-Parolen genervt.

Bezweifle auch, dass es solche Konzepte wie Emily und Co wirklich braucht.

Ein starkes Signal von NEVS und der Gemeinde Trollhättan. Was es für NEVS bedeuten wird?

Detlef Rudolf
Detlef Rudolf
2 Jahre zuvor
Reply to  Mario

Im Design von Emily würden durchaus auch Hybrid-Modelle zusätzliche Käufer bringen – mit einem Angebot nur bestehend aus Elektromodellen schränkt man sich als Hersteller allerdings sehr ein.

Es sollte den NEVS-Leuten doch leicht möglich sein, eine breitere Angebotspalette auf die Räder zu stellen und somit evtl. auch zusätzliche Investoren zu erreichen.

saabista
2 Jahre zuvor

Besser so. EV War nichts als eine heiße Luftblase. Und die platzen bekanntlich alle ehr früher als später.

Aero-93
Aero-93
2 Jahre zuvor

Endlich KLARHEIT. Aus die Maus.
Tolles Projekt, falsche CEO-“Persönlichkeit”. Passte von Anfang an nicht wirklich.
€/$ etc. sind wichtig, aber eben nicht alles ;-).

andreas61k
2 Jahre zuvor

Was für ein Trauerspiel
Dann muss man sich eben auf die Niederländer verlassen und dort einen Klassiker umrüsten lassen, wenn man ‘elektrisch’ Saab fahren will.
Tom hatte einst dazu im Blog berichtet, ich finde nur den Beitrag auf Anhieb nicht mehr.

Sebastian
Sebastian
2 Jahre zuvor

NEVS hat inzwischen auch einen ganz neuen Webauftritt, da scheint sich einiges im Hintergrund zu tun.

Stefan
Stefan
2 Jahre zuvor
Reply to  Tom

Und man kann bei den Saab days auch Ersatzteile kaufen und die Emily Probe fahren

Felix
Felix
2 Jahre zuvor

Eine Katastrophe für NEVS, aber ich weine dem sicher nicht nach.