Citroën BX Digit – gestern die digitale Technik von morgen
Zu den völlig vergessenen Höhepunkten der Citroën BX Familie gehörte der Digit. Er war ein limitiertes Modell, das 1985 auf den Markt kam, und das gestern digitale Technik von morgen zeigte. Ein besseres Auto als den BX hätte es für dieses Wagnis kaum geben können. Denn der Mittelklasse Citroën war zu seiner Zeit extrem innovativ.
Der üppige Einsatz von Verbundstoffen im Karosseriebau machte aus dem BX ein Leichtgewicht und im Innenraum ging es mit dem berühmten Lupentacho nicht minder abgefahren zu. Doch für alle, denen das nicht ausreichend erschien, packte die Marke 3 Jahre nach der Premiere noch etwas zusätzlichen Futurismus darauf.
Der Lupentacho verschwand. Ein faszinierend digitales Cockpit zog stattdessen ein.

Citroën BX Digit – gestern die digitale Technik von morgen
Es entstand eine limitierte Serie von 3000, andere Quellen berichten von 4000, Fahrzeugen. Die Quellenlage ist dürftig und den BX Digit soll es in Frankreich und weiteren neun europäischen Märkten gegeben haben. Basierend auf dem BX 19 GT sorgte ein 1,9-Liter-Motor mit Doppelvergaser für 109 PS und für standesgemäße Fahrleistungen.
Den Citroën BX Digit darf man tatsächlich als ein gelungenes Understatement-Paket bezeichnen, denn außer einem Digit Schriftzug am Heck war er äußerlich nicht von einem normalen BX der ersten Serie zu unterscheiden.

Das digitale Fest begann erst im Innenraum, die Lupentachos machten einer digitalen Anzeige Platz, die für das Jahr 1985 eine wahre Flut an Informationen bereithielt. Geschwindigkeit und aktuelle Drehzahl waren auf dem Zentraldisplay dargestellt, Tageskilometer und Kilometerzähler, Geschwindigkeitswarnung und Hinweise für nicht funktionierende Leuchtkörper ebenfalls.
Warnhinweise für nicht geschlossene Türen, Hauben, für nicht korrekte Füllstände von Flüssigkeiten, oder eingeschaltetes Fahrlicht nahmen den linken Teil der Anzeigen ein. Rechts fand der BX Kunde Hinweise, wenn die Hydropneumatik nicht korrekt funktionierte. Viele der Funktionen waren über den Bediensatelliten und den Bordcomputer abrufbar.

Enterprise oder Citroën BX Digit
Citroën BX Digit Fahrer dürften sich wie Kirk oder Spock auf der Enterprise vorgekommen sein und der Reiz der 80er-Jahre greift heute noch.
Ergänzt wurde die Ausstattung durch die Funkfernbedienung der Türverrieglung (Blip) aus dem CX, spezielle Sitze, das Digit Emblem neben der Klimatisierung und ein hochwertiges Kassettenradio, das herausnehmbar war.
Mit dem digitalen BX war Citroën weit vorn bei der technischen Avantgarde, wenn auch nicht wegweisend. Bordcomputer gab es seit Beginn der 1980er-Jahre, Talbot hatte so etwas ziemlich früh im Solara (Link) verbaut, aber aufsehenerregend war das immer noch.

Von den 3- bis 4.000 Citroën BX Digit haben vermutlich wenige überlebt. Wird einer angeboten, ist das etwas Besonderes. In Belgien, das einst eine ziemliche BX Dichte hatte, wird ein Fahrzeug verkauft (Link).
Es ist fast komplett Original, das Digit Emblem am Heck ist vorhanden und nur das spezielle Radio wurde ersetzt. Spärliche Kilometer meldet der Digitaltacho, 115.000 seit 1986, das ist wenig. Teuer ist die digitale Technik ebenfalls nicht, was daran liegt, dass zum einen der BX auch als Klassiker keine Preissprünge hinlegt und zum anderen die Digit Geschichte fast vergessen ist.
Der Preisvorschlag lautet 7.650 €, Verhandlungsspielraum dürfte vorhanden sein, und für wenige € gäbe es eine Menge an technischer Avantgarde. Man muss sich allerdings darüber im Klaren sein, dass kein Mensch ahnt, welche Besonderheit das unscheinbare Kleid des grauen BX verbirgt.
Weitergehende Information zum Citroën BX Digit hält Citroenet (Link) bereit, darunter auch den Prospekt zum elektronischen Sondermodell.
Was für ein zauberhaftes Ding. Wie schade – oder gut – dass es keinen freien Platz in meiner Garage gibt.
Ich bin Fan von solchen Sachen aber das Digit Cockpit kannte ich noch nicht. Es ist genialer als der ohnehin schon geniale Lupentacho.