Der neue Saab 9–5 SportCombi vs. WYSIWYG
Es war das Lieblingswort der späten 90er-Jahre in der IT. Das Akronym WYSIWYG (What You See Is What You Get) machte die Runde. Ursprünglich aus der Satz-Gestaltung kommend, konnten nun immer mehr Anwender am Bildschirm das sehen, was der Drucker später auswarf.
Zumindest annähernd, was eine kleine Revolution und Erleichterung im Alltag mit dem Computer war. WYSIWYG heftete jedes Softwarehaus an sein Produkt. Ob es angebracht war oder nicht. Für Lowe Brindfors, die Lieblingswerbeagentur von Saab, war es die Gelegenheit mit dem Akronym zu spielen.
Denn da gab es den neuen Saab 9–5 SportCombi in den Verkaufsräumen.

Saab vs. WYSIWYG
Der lieferte die Vorlage zum Beweis des Gegenteils. WYSIWYG – du siehst, was du bekommst, das funktioniert beim Saab natürlich nicht. Zur besseren Veranschaulichung baute Lowe Brindfors einen 9–5 SportCombi im Röntgenmodus vor dem Betrachter auf.
WYSIWYG sei eine ziemlich fantasielose Art, die Dinge zu betrachten. Oberflächlich gesehen sei der Combi ein praktisches Transportfahrzeug. Aber man solle auch unter die Haube schauen. Dann entdeckt man den Turbo-Motor mit einem ungeahnten Drehmoment.
Offensichtlich wäre hingegen die Vielseitigkeit des SportCombis. Es gibt Lastverankerungsschienen und einen ausziehbaren Kofferraumboden, der das Be- und Entladen erleichtert. Doch, so fragt der Werbetexter, was ist mit der steifen Karosserie-Struktur und den sportlichen Fahreigenschaften. Könne man die etwa sehen?
Saab versenkt damit WYSIWYG und hat in diesem Moment die IT Freiberufler auf seiner Seite. Die mögen das WYSIWYG Schlagwort nämlich nicht mehr hören und lächeln weise beim Lesen der Anzeige. Sie haben Glück. Das Unwort verschwindet wenig später in den Geschichtsbüchern und kein Kunde fragt mehr danach.

Der neue Saab 9–5 SportCombi, der 1999 im Rahmen der Saab vs. XY Kampagne in Deutschland beworben wird, ist der erste Combi der Schweden in dieser Klasse. Er ist auf Anhieb ein Erfolg, denn die Ingenieure aus Trollhättan haben schlaue Ideen hineingepackt.
Saab vs. WYSIWYG – was Kunden nicht sehen
Er hat natürlich die tollen Nettigkeiten an Bord, welche zuvor die Limousine bekam. Die doppelten Sonnenblenden etwa, aktive Kopfstützen und ventilierte Vordersitze auf Wunsch. Merkmale, die schon die Limousine von der Masse unterscheiden. Als Sahnehäubchen kommt noch der ausziehbare Kofferraumboden dazu und die Verzurrösen des intelligenten Ladesystems. Während ersteres leider wieder aus der Aufpreisliste verschwindet, setzen sich die Verzurrösen durch und werden im Laufe der Jahre weiter verbessert.
Um beim WYSIWYG Thema zu bleiben, es gibt noch etwas, was die Kunden nicht sehen können. Weil es nicht verfügbar ist, jedoch hätte vorhanden sein sollen. Es ist die optionale dritte Sitzbank, ausklappbar im Kofferraumboden. Sie fehlt und sie kommt nicht auf den Markt. Warum? Wir wissen es nicht.
Ganz frühe Saab 9–5 SportCombis tragen eine Öffnungsfunktion auf der Innenseite der Heckklappe. Sie ist im Zusammenspiel mit der dritten Sitzreihe zu sehen und sollte es den Mitfahrenden ermögliche, die Klappe von innen zu öffnen. Nach kurzer Zeit verschwand auch dieses Relikt und nichts deutete mehr auf angedachte die Option der zusätzlichen Sitzmöglichkeit hin.