Schwarzwaldtreffen …….twenty years after……..
In vielen Saab-Kreisen wurde immer wieder davon gemunkelt! Saab Karawane auf Standstreifen auf französischer Autobahn. Abgesperrte Kreisverkehre, zerstörte Grünpflanzen bei badischen Zimmerwirtinnen, das Rastatter Schloss. Wunderbare Flammkuchen von Gerd und seinen schönen Helferinnen, und viele Getränke.

Alte Saab 900 in Reinkultur und meist in bestem zustand. Noch Tatsachen oder Legenden?
Ich war dabei. Das oben genannte stimmt. Also wurde beim Karlsruher Stammtisch ein Schwarzwaldtreffen 20 Jahre danach am 25 .9.2021 beschlossen. Zum Glück gabs noch alte Adressenlisten und so konnte man dazu einladen.

Also am Samstag, 25September 10 Uhr Treffpunkt in Forbach, mitten im Schwarzwald. Der Parkplatz war voll, hauptsächlich alte 900er in allen Varianten. Es waren sogar einige Teilnehmer mit den Original Saabs vom September 2001 darunter.
Sehr nachhaltig. Das wäre doch mal was für das heutige Grünmarketing.
Alle sind älter geworden, teils mit ihren Saab, manche hat man schon ewig nicht mehr gesehen, andere wiederum immer mal wieder auf Treffen und bei Stammtischen.
Ein bekannter Saabler reiste sogar aus Kiel an (war auch schon 2001 dabei). Es ging los, was für eine Klangkulisse in dem Schwarzwaldnest. Die alten Diven brummelten los, die Fahrer:innen grinsten und es ging eng, holprig, kurvig über die Rote Lache nach Baden Baden und dort quer durch. Ich hatte Bammel, dass wir alle verlieren, aber die Fahrt durch die feine Stadt gelang gut im Konvoi.
Weiter westwärts zur alten Zugbrücke im Baustil des Eiffelturms (Nieten und Stahlträger) bei Rastatt und schon waren wir im Elsass.

Beim Super U in Seltz dann erster Stopp, zum Nahrung zu beschaffen.
Da sah man dann die hungrigen und durstigen Saablerinnen samt Saabler in den Markt hineineilen um schmackhaftes fürs Picknick zu besorgen.
Weiter ging es über gut gebaute, leere Landstraßen, in der man in weiten Kurven gut die Saab Schlange sehen konnte, über Rödern, Seebach nach Hunspach, einem der schönsten Dörfern in France.
Da gibts einen schönen Parkplatz am Friedhof, der sehr sehenswert ist (Friedhof sowieso, und heute auch der Parkplatz).
Also, die alten Kisten geparkt, alle waren durstig und hungrig. Gartenstühle, Picknickdecken und Gläser raus, dazu die Köstlichkeiten vom Super U und es wurde gemampft, getrunken und getratscht bei bestem Wetter…
So verging die Zeit.
Dann noch Haubentauchen! Für Nichtwissende, das Öffnen der riesigen Saab-Hauben mit Prüfung und Kontrolle des normal verdecktem. Der sauberste Motorraum kam vom Allgäu, der dreckigste wird nicht verraten. Wieder Zeit vergangen, alle schwätzten und tranken.
Der frühe Abend kam, es wurde beschlossen, weder zum Oldtimer-Flohmarkt nach Hördt zu gehen, noch eine Runde zum herumkurven in den Nordvogesen zu machen.
Sondern…
Gemütlich fertig trinken und den gleichen Weg zurück über die Eisenbahnbrücke nach Forbach im schönen Schwarzwald zu fahren. Dort im Ortsteil Lungenbrand in der traditionellen Wirtschaft zum Ochsen noch ein deftiges Abendessen genossen.
Dann hörte man wieder Motorengebrumme und ein letztes Winken aus Panoramascheiben. Das war’s.
Nicht ganz. Nur 140 km gefahren, 25 Saab, davon die meisten älter, 42 Passagiere, und davon 5 oder 6, die schon 2001 dabei waren und noch immer die gleichen Saab haben.
Dieser Samstag im September war nicht schlecht.
Liest sich toll. Vielen Dank an den Autor.
Das “Roadbook” ist charmant und war definitiv ein Foto wert. Wenn es kein Grafiker erstellt hat, dann doch wahrscheinlich jemand mit gestalterischem Hintergrund? In jedem Fall aber jemand mit Stil.
Cool auch die nachhaltige Teilnahme im selben Saab wie damals. Das ist sehr schwedisch. Zumindest war es das einmal. Bis in die 1990er sah ich dort ständig rüstige Damen und Herren mit viel Stolz 20 bis 40 Jahre alte Autos pilotieren. Offensichtlich gepflegter Erstbesitz. Keine Wegwerfartikel, sondern etwas, das man sich ausnahmsweise vor vielen Jahren gegönnt hatte.
Der schwedischen Autoindustrie hat diese Attitüde den Ruf langlebiger Produkte eingebracht. Schade, dass das heute kein Kriterium mehr ist. Ich glaube nicht eine Sekunde, dass hektische Modellwechsel, eine höhere Konsumfrequenz, Abwrackprämien & Co das Klima und die Umwelt in den letzten 30 Jahren entlastet haben. Und ich glaube nicht eine Sekunde, dass das fortan grundsätzlich anders sei, dass wir die Welt nun aber wirklich (EV) gesund konsumieren könnten – je mehr, je früher und schneller desto besser …
Ich vermisse diese Ehrfurcht vor bereits produzierten Gütern, die damals wohl noch gar keinem Umweltgedanken folgte. Es war einfach logisch – quasi natürlich, dass man einem hohen Aufwand mit langjähriger Wertschätzung begegnet ist. Mir scheint das heute dringender geboten, als je zuvor.
Am liebsten gleich 3 “Daumen hoch”. Spricht mir voll und ganz aus der Seele. Gestern wieder im Gespräch mit 2 Kollegen, die sich beide ein EV mit der Raute aus dem PSA-Konzern gekauft haben. “Die Batterien haben eine Garantie von 8 Jahren!”, aber so lange gedenken die beiden ihre EV gar nicht zu fahren. “Mal sehen, was es in 3 Jahren gibt”. Und mein 9000 CSE von 1998 nähert sich jetzt der 320000km-Marke und fährt immer noch. Aber der ist, wie ich auch, “von gestern”. Aber mit EV fühlt man sich “nachhaltig und umweltbewußt”, man “spart auch noch Geld” und “in 3 Jahren sind wir technisch noch weiter”.
Ihnen auch 3 Daumen hoch. Schon allein für den langjährig gehegten 9000 CSE. Aber auch für das Gesagte …
Genau diese von Ihnen beschriebene Einstellung kenne ich auch aus Teilen meines Umfeldes. Tatsächlich hat eine Person den 3-Jahres-Rythmus zum Prinzip und zur Obergrenze nicht nur für Autos erklärt. Espressomaschine, Fernseher, Waschmaschine oder was auch immer …
Alles fliegt nach 3 Jahren (Handys und Laptops alle 2 Jahre) raus – aus Angst vor Defekten und aus Angst, Teilhabe an technischem Fortschritt zu versäumen. Das ist sicherlich ein extremes Beispiel – ist schon manisch – aber in Ansätzen findet man es so oder so ähnlich unter vielen Dächern und in vielen Köpfen.
Die Versäumnisangst ist eine starke Triebfeder für Konsum. Diese Angst ist selten logisch oder begründet, aber es funktioniert. Nur im neusten Auto kommt man noch von A nach B und nur auf dem jüngsten und größten Fernseher mit mindestens 4K Auflösung kann man überhaupt noch ein Bild erahnen. Dass die alten Lieblings-DVDs, die auf diesem rauf und runter geguckt werden, nicht ansatzweise mithalten?
Geschenkt …
Irgendetwas würde man ganz sicher irgendwie versäumen, wenn man nicht als einer der Ersten den jüngsten und heißesten Scheiß kauft.
Ich fürchte, die gesamte Debatte um Nachhaltigkeit krankt an diesem Irrglauben.
Richtig schöne Veranstaltung, gerne wieder
Jetzt stand ich eine Weile auf dem Schlauch und musste nach der Brücke recherchieren. In meinem Kopf war die Zugbrücke an einer Burg zum hochziehen, gibt es ja manchmal auch an Flüssen,…ok, gemeint war die Brücke wo der Zug drüber fährt,…in meinem Kopf eine Eisenbahnbrücke! 😉 Wobei ja hier zwar kein Zug mehr fährt aber die Schienen noch teilweise da sind. Schön das die alten genieteten Bogenfachwerkträger erhalten geblieben sind.
Mit alten SAABen auf der Brücke ist ja doppelte Nachhaltigkeit! Schöne Veranstaltung!
Liebe Grüße in den Schwarzwald!