November 2011 – das letzte offizielle Saab Automobile Event in Deutschland
Bremen im November, das ist keine Reise wert. Die Stadt an der Weser ist grau, abweisend und anders als im Sommer. Wäre vor Jahren Bremen nicht der Ort des letzten offiziellen Saab Automobile Events in Deutschland gewesen, würde ich mich nicht erinnern. So aber steht Bremen für eine Zäsur und für das Ende einer Geschichte.
Die Fahrt nach Bremen unternahmen Mark und ich im Saab 9-5 NG Sportkombi, verfolgt vom 9-4x. Beides Fahrzeuge, die es nicht bis zum Kunden schaffen würden. Das war uns im November, gut einen Monat vor dem Konkurs, noch nicht klar. Es mag aber auch sein, dass uns das nicht mehr so interessierte.

November 2011 – das letzte offizielle Saab Automobile Event in Deutschland
Das Event in Bremen war eine Fortsetzung der Händlertour aus dem Oktober, ein Termin, der kurzfristig und auf Nachfrage des örtlichen Saab Partners in das Programm genommen wurde.
Die Stimmung während der Fahrt war gut, das Event in Bremen war ein gelungener Abschluss. Hinter uns lagen anstrengende Wochen mit Terminen. Oft mehrere am Tag, an denen die Autos bei Saab Partnern vorgestellt wurden. Unzählige Gespräche, Fragen zum Zustand von Saab, zu den Fahrzeugen, geschüttelte Hände und eine verblüffende Menge von Saab 9-4x, die wir hätten verkaufen können. Hätten wir einen Autotransporter mit dem SUV im Konvoi gehabt, wir hätten täglich den 9-4x frisch vom Transporter herunter verteilen können.
Es war leider nicht so, es gab für uns keine 9-4x. Nicht im November, auch nicht im Dezember. Nie mehr wieder. Die Bänder in Mexiko produzierten das Cadillac Schwestermodell und der 9-4x hätte Saab so oder so nicht retten können. Dafür waren die vereinbarten Stückzahlen zu gering.

Wir haben alles getan, was möglich war
Eigentlich, das war das Resümee des Events in Bremen, hatten wir in Deutschland alles getan, was man hatte tun können. Sicher sogar viel mehr als das, und mehr als in den Arbeitsverträgen der Saab Mitarbeiter festgehalten war. Wir hatten die Fahrzeuge vorgestellt, Saab zu den Händlern und den Fans gebracht und mit den Pressevertretern gesprochen. Wir hatten Optimismus verbreitet, selbst dann, wenn es kurz zuvor wieder eine schlechte Nachricht aus Schweden gab.
Aber was hätten wir sonst tun sollen?
Am Ende blieb dann dieses Gefühl der Hilflosigkeit, das sich einstellt, wenn man alle seine Trümpfe auf den Tisch gelegt hat. Man ist förmlich nackt, ohne Kraft und ohne Idee in der Hinterhand. Es blieb nichts mehr, was man für Saab noch hätte tun können.

Pläne, über das Ende hinaus
In den Wochen nach Bremen war Abwarten angesagt. Auch die Österreicher, Franzosen und Spanier brachten ihre Tour (nach deutschem Vorbild gestartet) zu Ende. Victor Muller kämpfte weiter seinen einsamen Kampf, in Frankfurt-Fechenheim plante das Saab Team die Zukunft. Eine schlagkräftige Importgesellschaft sollte entstehen, nach dem Vorbild der Saab Deutschland GmbH, anknüpfend an alte, bessere Zeiten. Die Pläne, die im ersten Schritt 30 Arbeitsplätze vorsahen, wurden im Dezember genehmigt. Aufgeben, das war nicht.
In der Zwischenzeit rückten die Einschläge näher. Saab UK meldete Insolvenz an, die Luft wurde spürbar dünner. Tun konnte man nichts mehr. Victor Muller informierte regelmäßig über die Lage, die immer hoffnungsloser wurde, in den Market-Calls. Dann kam der Dezember und die letzte Runde vor dem K.O. Aber das ist eine andere Geschichte.
fahre seit 18 Jahren eine
Saab 93, hatte noch nie
größere Probleme mit dem
Fahrzeug! Einfach ein sehr
gutes Auto!
Das letzte Bild spricht doch Bände. Das LED Leuchtband am Heck, vor 10 Jahren! Und heute fährt es jede neue Kiste die auf den Markt kommt spatzieren! Teilweise mit grotesker “Lichtsignatur”
Ich vermisse die schnörkellose Saab Formensprache sehr.
Here’s to us, one more toast and then we’ll pay the bill…..
Aus dem Beitrag liest man Hoffnung, Enthusiasmus, Engagement und Traurigkeit und Verbitterung gleichzeitig heraus. Selbst nach zehn Jahren Abstand. Danke für den Rückblick. So lange bin ich ja noch nicht dabei. Und ich bin beeindruckt, was damals ablief! Das ist Treue und Loyalität. Die sollte nicht vergessen werden.
Was muss es für ein Gefühl der Leere gewesen sein, als das Unvorstellbare wahr wurde.
Traurig, dass es vorbei ging. Anderseits, wer erinnert sich noch an verblichene Automarken? Die Saab Kultur lebt weiter und das ist ja schon ganz viel. So lange ich jeden Tag hier Saab lesen kann, ist die Welt ein Stück weit in Ordnung.
Uiii … ein Bild aus Bremen!
Das ist schon soooo lange her!?
Da war ich – teils dank Toms “Hilfe” – ja auch.
Da ist es aber dann auch leider “um mich geschehen” …. die Folgen spüre ich heute noch täglich … 😉 ;-(