Der ewige Traumwagen aus Schweden. Saab Aero X 2006.

Auch nach 14 Jahren ist er immer noch ein Traumwagen. Der Saab Aero X. Ein Sportwagen, der als Studie 2006 das Licht der Welt erblicken durfte. Ein Technologieträger, der den Neustart von Saab vorwegnahm. Viele seiner Designelemente fanden sich später in neuen Modellen wieder.

Saab Aero X
Saab Aero X

Das Jahr 2006. Hinter Saab lagen harte Zeiten. Personalabbau, Kostensenkung. Orientierungslosigkeit. Jetzt sollte alles besser werden. Carl Peter Forster trieb den Neustart der Marke voran und eines der beeindruckendsten Zeichen war die Studie des Aero X. Entworfen von Anthony Lo, präsentiert auf dem Autosalon in Genf 2006.

Allradantrieb wie der Turbo X, mit einem aufgeladenen 2.8 Liter V6 unter der Haube. Nur, dass dieser im Aero X satte 400 PS leistet und nicht 280 wie im Turbo X. Dazu muss allerdings Ethanol im Tank sein und kein fossiler Kraftstoff. Der Clou des Aero X ist neben seiner Karosserie aus Karbonfaser das komplett abhebende Cockpit. Keine normalen Türen. Auch keine Flügeltüren wie bei einigen Supersportwagen machen den Weg in den Innenraum frei. Nein, wie beim Flugzeug fährt die komplette Cockpit-Kanzel nach oben.

Saab Aero X. Born from Jets.

Geeiste, blaue Scheinwerfer wurden später zum Designmerkmal bei Saab. Ganz kurz vor Schluss. Auch im Innenraum war 2006 bereits das Design der Zukunft zu sehen. Die Instrumentierung und die Mittelkonsole wiesen den Weg hin zur neuen 9-5 Generation und zum 9-4x. Auch zum Nachfolger der 9-3 Baureihe. Wäre etwas mehr Zeit gewesen, die Innenräume der Saab Generation ab 2010 hätten den futuristischen Touch des Aero X erhalten. Ein Drama, das dafür keine Chance war.

Heute steht der Aero X im Museum in Trollhättan. Er ist, das kann man sagen, einer der Höhepunkte der historischen Saab Sammlung. Seine Faszination ist auch nach 14 Jahren ungebrochen, sie wird es auch weiter bleiben. Bleibt zum Trost der Hinweis, dass Koenigsegg vermehrt mit Saab Designzitaten spielt.

Der neue Gemera hat zwar auch nur Flügeltüren, kein Cockpit fährt elegant in die Höhe. Aber seine Fahrgastzelle ist mehr Flugzeugkanzel als Teil eines erdgebundenen Fortbewegungsmittels. Saab Designsprache ist nicht tot, hat hier eine Nische gefunden. Das kann die Fans etwas mit der Gegenwart versöhnen.

12 Gedanken zu „Der ewige Traumwagen aus Schweden. Saab Aero X 2006.

  • Wow,
    immer noch ein Hingucker. Ein extrem cooles Ausrufezeichen der Marke. Man kommt ins Träumen! Was wohl alles noch möglich gewesen wäre…….
    Meine beiden letzten Oldies sind nun 31 geworden und leider trennen wir uns von mindestens Einem der beiden noch verbliebenen unserer kleinen Sammlung. Eine gefühlte Ewigkeit mit SAAB scheint bei mir zu Ende zu gehen. Wenn ich dann solche Bilder sehe, tuts doch weh, wie gerne hätte ich mir auf der anderen Seite des Atlantiks einen Neueren SAAB zugelegt! Aber vielleicht behalten wir ja doch noch einen letzten. Dem Blog werde ich aber auf jeden Fall treu bleiben, ob mit oder ohne SAAB.

    Beste Grüße vom Erik

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  • Tom,

    Die Information habe ich bestimmt nur übersehen. Wo kann ich den bestellen/kaufen/abholen?

    Traumwagen? Wieso können manche Träume nicht real werden?

    Dieser Wagen gerne heute mit e-Antrieb kann so 1:1 in einem Showroom als Neuwagen durchgehen und nicht als eine 14 Jahre Konstruktion.

    Also… WO ist der Showroom. Nein, das Museum zählt nicht

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    • Ich vermute, wir haben die Pre-Order Phase verpasst. Leider werden Träume nicht wahr, zumindest diese nicht.

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  • Mit dieser realen SAAB Geschichte im Hintergrund:
    wie müssen sich heute die Motorjounalisten fühlen, die bei dieser Präsentation in Genf 2006 dabei waren???
    Stolz, cool, glücklich oder nur “war ein normaler Arbeitstag”…
    Das dieser AERO X fahrbare Realität wurde ist eines der beeindruckensten Leistungen der SAABianer! So eine Studie (!) habe ich noch nie gesehen bzw. erlebt. Diese Studie wäre sofort (!) der Hit in den Showrooms der Händler gewesen, wenn…
    Bei meinem nächsten Schwedenbesuch steht das Museum in Trollhättan auf der to do Liste: AERO X gucken. 🙂
    Danke für diesen emotionalen Bericht incl. Filmchen.

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  • Weiß man, ob VM je die Fertigung erwogen hat?

    So ein Sportwagen muss doch gerade Ihm mit seinem Hintergrund wie Feuer unter den Nägeln gebrannt haben, oder?

    Als Studie zum künftigen Gesicht (Grill, Scheinwerfer und so) passte der X zudem perfekt zu NG, 9-4X & Co., hätte gut in die Prospekte und die Modellpalette gepasst.

    Ich war mir bis eben gar nicht bewusst, dass es einen fahr- und voll funktionsfähigen Prototypen gab. Kann es sein, dass dieses Unikat von unschätzbarem Wert gar nicht im Museum steht?

    Ich war dort und habe es so in Erinnerung, dass ich nur ein Modell, eine Designstudie aber kein funktionierendes Auto gesehen hätte. Täusche ich mich?

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    • Im Saab Museum steht der Aero X – definitiv und theoretisch fahrbereit. Muller hat keine Fertigung erwogen. Die Designs der damaligen Zeit gehörten nicht mehr Saab selbst, sie wurden bei GM geparkt. Also: Keine Chance.

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  • Das Auto ist einfach ein Traum, rund herum stimmig, tolles Design. Gerade das durchgängige Lichtband am Heck wird heute von vielen Herstellern kopiert. Bin stolz auf meine AeroX Modelle in 1:18 und 1:43 sowie die persönlichen Fotos vom Museum. Einfach traurig was dann passierte.

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  • Der Aero X ist ein weiterer Beweis dafür, dass Saab zeitloses Design in Perfektion liefern könnte. Das Ganze gespickt mit innovativer Technik. Wenn Koenigsegg nun mit Polestar gemeinsam entwickelt, wäre der Schritt für einen weiteren Hersteller, nennen wir ihn mal Saab, nicht allzu weit entfernt 😉

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  • Danke für die AW, Tom.

    Dann muss ich das faszinierende Unikat ja doch gesehen haben und mir unbedingt alte Urlaubsfotos angucken.

    Saab-Designs die vertraglich bei GM lagen?
    Wie traurig ist das denn?

    Da hatte VM offenbar wenig Spielraum und Gestaltungsmöglichkeiten. Ein aktuelles Interview mit ihm würde mich brennend interessieren. Besser noch, er schriebe ein ganzes Buch und schriebe sich alles von der Seele. Wäre bestimmt spannend und informativ.

    Während seines Rettungsversuches machte er vermutlich notgedrungen gute Miene zu einem bösen Spiel. Optimismus war sein Job und Saabs letzte Chance …
    Da hatte er wenig Raum, Zeit oder Nerven für Kritik an GM.

    Den retrospektiven Realismus, Fakten und Internes fände ich verdammt spannend. Auch wenn man sich jetzt schon denken kann, dass dabei wohl viel Kritik an GM rauskäme. Lesen würde ich sie trotzdem gerne.

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  • Das wäre damals mein Auto gewesen für das ich Schulden bis über beide Ohren in Kauf genommen und es dafür aber mein Leben lang behalten hätte.

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  • Dafür würde ich auf eine Menge anderer Dinge verzichten. Für mich ein ewiger Traum und gleichzeitig der Beweis das unsere kleine Schmiede aus Trollhättan großes hätte vollbringen können. So viel davon das GM sich eine goldene Nase verdient hätte. Schade wenn schlechtes Management so viel Potential verschenkt!

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