Autonomes Fahren. Autonomes NEVS EV.

Autonomes Fahren ist eines der großen Zukunftsthemen. Bis spätestens 2025 soll die vollautonome Welle rollen, alle Hersteller forschen in diese Richtung. Semi-autonome Fahrzeuge kann man heute schon kaufen, die Verantwortung trägt aber immer noch der Fahrer. Dass NEVS mit der ersten neuen Fahrzeuggeneration, die voll vernetzt sein soll, ebenfalls mit dabei sein will,  ist nicht wirklich eine Überraschung.

Aktiver Fahrradhelm von Anna Haupt. Entwickelt jetzt autonomes Fahren bei NEVS
Aktiver Fahrradhelm von Anna Haupt. Entwickelt jetzt autonomes Fahren bei NEVS


Aber, ganz in der Tradition der Fahrzeuge aus Trollhättan, gibt es eine Geschichte dahinter zu erzählen. Was machte in der Vergangenheit einen Saab aus? Es waren stets die kleinen Eigenheiten, die einen Saab besser und anders machten. Da gab es das fahrerorientierte Cockpit – zu einer Zeit,  als andere Hersteller noch Armaturenbretter im Wortsinn bauten. Den asymmetrischen Tacho, das geniale Nightpanel, die automatische Sitzheizung, die aktive Kopfstütze. Kleine Innovationen, die das Leben mit einem Saab besonders machten und ein Lächeln auf das Gesicht seines Besitzers zaubern konnten.

Personalie: Anna Haupt entwickelt das selbstfahrende Elektroauto bei NEVS

NEVS könnte in diese Tradition der Besonderheiten eintreten. Die Schwedin Anna Haupt verstärkt zukünftig das Entwicklerteam und wird im Bereich selbstfahrender Elektroautos arbeiten. Die Industriedesignerin hat das Potential zur besonderen Kreativität und vielleicht sogar zum „lunatic factor“, wie man früher bei Saab sagte.

Gemeinsam mit Terese Alstin entwickelte sie den unsichtbaren Fahrradhelm und gründete das Startup Hövding.  Der unsichtbare Helm funktioniert wie ein Airbag, entfaltet sich durch zwei Sensoren gesteuert im Falle eines Sturzes oder Überschlags und schützt den Kopf vollständiger als ein konventioneller Helm. Denn es wird auch der Hals/Nackenbereich und der Hinterkopf von Anna Haupts Innovation beschützt.

Wie in einer Blackbox speichert der Hövding-Helm die Daten unmittelbar vor und während des Aufpralls. Die Auswertung der Unfalldaten in der Zentrale in Malmö verfeinert die Produktentwicklung und verbessert den Schutz. Die Innovation aus Südschweden war bereits als Finalist für den Europäischen Erfinderpreis 2014 und für andere Preise nominiert.

Das Engagement von Anna Haupt bei NEVS ist mehr als nur eine Personalie und macht neugierig auf Produkte aus Trollhättan. Kreativität, andere und bessere Lösungen zu entwerfen, war in der Vergangenheit ein Teil der DNA der Stallbacka-Ingenieure. Es scheint, als würde NEVS mit Anna Haupt diese Tradition weiterführen wollen. Bis wir das erste Resultat sehen können,  wird aber noch Zeit vergehen. NEVS ist (noch) ein kleiner Newcomer, der Weg bis zum ersten fertigen Produkt wird eine Herausforderung sein. Anna Haupt rechnet mit 5 Jahren Entwicklungszeit.

Personalie: Jörgen Schribe CFO bei NEVS

Aus personeller Sicht gibt es noch eine Meldung aus Trollhättan. Ein weiterer Neuzugang wurde in der vergangenen Woche von NEVS publiziert. Jörgen Schribe wird neuer CFO bei NEVS und folgt Ove Eriksson nach, der als CFO zukünftig das China Geschäft leiten wird. NEVS verpflichtet damit einen weiteren Top Manager, der zuvor bei Volvo Trucks und Volvo Cars tätig war.

10 Gedanken zu „Autonomes Fahren. Autonomes NEVS EV.

  • Nette Geschichte! Es wäre zu begrüssen, wenn etwas von SAAB überlebt. Und wenn es nur die Art ist, wie man Dinge anders gestalten kann. Aber ein Elektroauto wird mir niemals ins Haus kommen, zumindest nicht wenn ich noch irgendwie und irgendwo einen schönen SAAB herbekommen kann 😉

  • Autonomes Fahren ist ähnlich wie Fahren mit der Eisenbahn – hätte ich keine Lust drauf!

    • In der Frankfurter Rush Hour hätte ich schon Bedarf dafür. Sonst nicht unbedingt. Wobei ja schon ein adaptiver Tempomat ein feines Spielzeug ist…

  • That may be too late, many companies have already implemented it already.

  • Die können bauen was Sie wollen. Aber bei uns wird es keinen Nevs geben. Wir fahren unsere SAAB „S weiter bis absolut nicht mehr geht.

  • Die Fahrzeughersteller sollten lieber nach alternativen bzw.umweltfreundliche Antrieben forschen …

  • also ich bin mittlerweile so weit zu sagen das mir ein reiner Verbrenner nicht mehr ins Haus kommt, ist irgendwie von gestern….so wie das Pferd als Transportmittel.(wobei letzters durchaus noch seine Einsatzgebiete hat 😉 )
    autonomes fahren hat sicher auch seinen Sinn weil die meisten Unfälle durch Unachtsamkeit passieren, es darf eben nur nicht die Sorglosigkeit befördert werden.
    Die ersten Automobile sahen neben den Kutschen seiner Zeit sicher auch gewöhnungsbedörftig aus und waren nicht so zuverlässig,…reden wir in ein paar Jahren weiter.

    • Nein, die ersten „Automobile“ sahen ganz im Gegenteil fast exakt wie Kutschen aus und basierten zunächst auch technisch auf diesen. Sie wurden ja auch häufig als solche bezeichnet (Motorkutschen).

      Den Namen Automobil hätte man hingegen gut 100 Jahre aufsparen sollen, denn der griechische Selbstfahrer scheint erst jetzt – nämlich für autonome Fahrzeuge – vollauf zutreffend …

      Mir scheint der Schritt auch und gerade kulturell vom heutigen Kfz zu einem autonomen deutlich größer zu sein, als der von einer Kutsche zu den ersten Motorkutschen.

      Die Zügel vollständig aus der Hand – das ist eine ganz andere Nummer und wird nicht jedermanns Sache sein.

      • Ja, die Zügel aus der Hand und Ur-Vertrauen in die Technik gesetzt…(wo der Mensch doch häufig ein „Kontroll-Freak“ ist…)
        Und, machen wir uns doch nichts vor: wenn der Mensch sich nicht mehr um das Fahren und den Verkehr kümmern muss, kümmert er sich um etwas anderes…Handyspiele, Einkaufszettel,Freizeitplanung etc.

        • So ist es. Das Heilsversprechen des autonomen Fahrens – ein Zugewinn an Zeit, Lebensqualität und Freiheit zu sein – wird zum großen Teil von sinnlos hektischer Geschäftigkeit absorbiert werden …

          Der Witz dabei ist, dass dies rechtlich vermutlich auf lange Zeit überhaupt nicht zulässig sein wird, weil der Gesetzgeber einen Kapitän mit Pflichten auf der Brücke sehen möchte. Jemand, der bei Havarie (so selten sie auch sein mag) dann auch seinen Kopf hinzuhalten hat.

          Außerdem (vom Stau mal abgesehen) empfinden viele das Autofahren geradezu als meditativ. Allein im Auto. Eine anspruchslose Tätigkeit, bei der man seinen Gedanken in Ruhe freien Lauf lassen kann. Wertvolle Momente zwischen Familie und Beruf. Möchte ich mir das wirklich nehmen lassen? Möchte ich wirklich jede Minute am Tag und überall in der Kommunikations- und Medienmühle der totalen Vernetzung stecken?

Kommentare sind geschlossen.