“Wir werden den Besitzer wechseln”

Zum Wochenende meldet sich NEVS über die lokale Zeitung zu Wort. NEVS CEO Mattias Bergman bestätigt, was wir seit langem vermuten. NEVS steht vor einschneidenden Veränderungen in der Eigentümerstruktur.

National Electric Vehicle Sweden AB - NEVS ©2014 saabblog.net
National Electric Vehicle Sweden AB – NEVS ©2014 saabblog.net

Das Unternehmen wird, so Bergman, einen neuen Hauptaktionär bekommen. NEVS Gründer Kai Johan Jiang, der “Geld und Herz” investiert hat, wird als Minderheitsaktionär NEVS verbunden bleiben. Seit einem halben Jahr verhandelt NEVS getrennt mit zwei Parteien, ohne deren Namen zu nennen. Die Verhandlungen seien in einem “sehr weit fortgeschrittenen Stadium”. Jetzt laufen “Dreiergespräche”, damit sich die zukünftigen Partner besser kennenlernen.

Die Flucht in die Rekonstruktion, sagt Mattias Bergman, sei erfolgt, weil drohende Pfändungen bei Material und Maschinen das Geschäft gefährdet hätten. Ein Zeitfenster, bis alle Transaktionen vollzogen sind, gibt es – wie immer – nicht. Auch das, was nach der Übernahme durch einen neuen Eigentümer passieren wird, bleibt vage.

Ob die Arbeitsplätze sicher sind, der neue Mehrheitsaktionär den Mitarbeiterstamm übernehmen oder vergrößern wird, ob Kündigungen anstehen – für Antworten darauf ist es noch zu früh. Dass in Trollhättan weiter Fahrzeuge der “Premium Klasse” gebaut werden, hält Bergman für einen Teil des Geschäfts. Kompetenz aus Schweden, ohne die man kein Premiumprodukt fertigen kann, ist gefragt. Pläne, die Produktion vom Standort Trollhättan weg zu verlagern, gäbe es keine.

Mehr als eine Bestätigung der Fakten, die in Trollhättan offene Geheimnisse sind, war das nicht. Aber immerhin eine Bestätigung für anstehende, grundlegende Veränderungen. Neue Eigentümer, wenn sie aus der Autoindustrie kommen, könnten dem Unternehmen die Perspektive geben die es vom Anfang an gebraucht hätte.

Fällt mir dazu noch etwas ein? Nur so viel: in der letzten Woche waren wieder Besucher im Werk, die nicht zuordenbar waren. Aus Asien kamen sie allerdings nicht.

Text & Bild: tom@saabblog.net

16 Gedanken zu „“Wir werden den Besitzer wechseln”

  • Na dann hoffen wir mal das alles gut wird. Die frage ist was aus den Namensrechten wird und was der neue Eigentümer vor hat? Wer auch immer das sein wird.

  • Ich war vor ziemlich genau zwei Jahren das erste Mal in Trollhättan bzw. am Saab-Werk – heute zum zweiten Mal. Man könnte meinen, es habe sich nichts getan, im Gegenteil. Beim Gang rund um das Werk habe ich keinen einzigen Menschen gesehen, auf dem Werksparkplatz lediglich ein paar Dutzend ’14-er 9-3. Momentan ist Saab-City eine Geisterstadt und der Anblick macht einen traurig.
    Man kann nur hoffen, dass nun (endlich!) die richtigen Entscheidungen getroffen werden, damit dieses Projekt auch eines mit Zukunft ist!

  • Perfekt in Worte gefasst, Mathias !!

  • Ich denke schon das sie in etwa wissen was sie tun und getan haben

  • Es ist schon traurig wie sich alles in den zurückliegenden Jahren entwickelt hat. Die Marke Saab stand immer für hochwertige Fahrzeuge in denen technischer Fortschritt verbaut war. Als in den 70er Jahren bei uns in Deutschland noch Käfer gefahren wurden, haben die schwedischen Ingenieure bereits Turbomotoren verbaut. Wie konnten unsere kleinen Flugzeuge so in die Bedeutungslosigkeit abrutschen?
    Wir Saab-Fahrer lieben unsere Autos, aber bei mir verstärkt sich immer mehr der Eindruck, das wir die einzigen sind. Die Investoren wollen doch nur schnelles Geld machen; egal wer noch kommt. Die Marke leidet unter dieser Entwicklung. Daher kann man das Engagement von den positiv Verrückten (wie Tom) nicht hoch genug bewerten.
    Meine Kollegen begleiten ein Gespräch derweil mit einem mitleidigem Lächeln, wenn Saab das Thema ist. Ich befürchte das die Marke mit dem stolzen Greif keine Zukunft mehr hat. Sehr schade!

    • Wie man beim aktuell erreichten Stand der Verhandlungen (Stichwort: Dreiergespräche) von keiner Zukunft sprechen kann, erschließt sich mir ganz und gar nicht – bei uns im Norden wird ein derart verzagter Mensch als “Bangbüx” eingestuft.

      Auch mitleidig lächelnde Kollegen (womöglich BMW- oder Porschefahrer – beide Marken waren ebenfalls mal ganz unten!) sind nun wirklich nicht von Bedeutung.

      • Die Optimisten, auch vor Ort, sind momentan in der Minderheit. Es bleibt die offene Frage ob NEVS die Stimmung drehen kann und demnächst mit positiven Fakten überrascht.

        • Aber das ist doch der “springende Punkt”. Bei allem Verständnis über die Aussage man will “alles in Ruhe” erledigen, so wirkt dies nicht vertrauenserweckend. Weder für Kunden noch für die Mitarbeiter im Werk oder gar für zukünftige Vertragspartner. Genauer gesagt: Keiner weiß wirklich etwas. Alle spekulieren nur.
          Kann man so ein Unternehmen erfolgreich etablieren?
          Das mit den Überraschungen hatten wir doch in diesem Fall schon häufiger. Geholfen hat es aber nichts.
          Alle, die in diesem “Theater” eingebunden sind, brauchen Fakten. Nichts Anderes. Diese scheint es aber nicht zu geben (oder man will sie niemandem mitteilen). So wird das aber nichts liebe Leute.

          • So und nur so ist es. Klar möchten die Verhandlungspartner anfangs anonym bleiben, aber es wird schon lange verhandelt und NEVS hat zu letzt mit dem Saab vom Ackerfeld ENTTÄUSCHT. Was fehlt ist die Glaubwürdigkeit und auch für die noch verbliebenen MA wäre diese richtungsweisend und schlicht korrekt.

          • NEVS versichert mit den Verhandlungspartnern Stillschweigen vereinbart zu haben. Im Normalfall veröffentlicht man wenigstens einen Letter of Intent, um Glaubwürdigkeit zu beweisen und um Ruhe in den Markt zu bringen, verhandelt dann in Ruhe weiter. Warum NEVS das nicht tut ist unklar.

  • Tesla baut eine Megafarbik in der amerikanischen Wüste um Batterien zu produzieren. Ab 2017 soll es einen kleinen Tesla geben für um und bei 35.000,-€. Waren die in Schweden im Werk ?

    • Und was sollten die da wollen? Abschreckende Beispiele anschauen wie man eine Firma alle paar Jahre an die Wand fährt? Wäre zumindest eine lustige Variante

      • Na ja,in Trollhätten hat man schon mal amerikanische Autos gebaut, man denke nur an die Cadillac vor nicht allzu lange Zeit…:-)

  • Die Aussagen von NEVS sind monoton und drehen sich im Kreis .
    In der Welt wird nun nicht gerade auf SAAB gewartet.
    Bisher sind doch tatsächlich in der letzten Zeit nur Luftblasen entstanden und die Vermutungen und Deutungen sind gründlich daneben gegangen. Nichts ist von den Aussagen eingetroffen. Nur die bittere Rekonstruktion. Die Reparaturaufwände auch bei meinen SAAB’s werden im Alter (6-12 Jahre) nachweislich nicht billiger und wenn man täglich fährt……….. Gruß aus dem NORDEN

  • ..ob Schlechtredner oder Optimisten, wir könne die Lage nicht beeinflussen da ich vermute niemand unter uns ist der die nötigen Geldmittel organisiern kann um die Firma zu reanimieren. Insofern sind wir Beobachter und DANK Tom, welche die mehr wissen als in der Zeitung steht. Ich hoffe stark das es mal wieder neue konkurenzfähige SAAB-Fahrzeuge geben wird. Wenn etwas für SAAB typisch war (vor GM) dann herkömmliche Lösungen zu hinterfragen und weit voraus zu denken. Der 9000er in meinem Fuhrpark ist so ein Auto, bei den nachfolgenden bin ich froh das Sie den jeweiligen Stand der Technik hatten. Geblieben ist ein unagressives Markenimage von dem ich hoffe das es weiter besteht und auch bald wieder unkonventionelle Lösungen unter seinem Dach hervorbringt. Ein E-Cabrio würde zum Fahrprofil passen und für das vorhanden gibt es schon Intreressenten 😉 !

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