Saab Standort: Riksrevisionen überprüft “Trollhättan Paket”

Trollhättan ist eine kleine, beschauliche Stadt in einer sehr reizvollen, ursprünglichen Landschaft. Es gibt den Götaland Kanal, die E45, eine bessere Landstrasse und eine eingleisige Eisenbahnanbindung. Dazu einen Kleinflughafen. Nicht gerade eine prickelnde Infrastruktur für die Automobilindustrie.

Im Zuge der Saabkrise (nicht der aktuellen) beschloß die Regierung 2004 Maßnahmen um die Infrastruktur in Västragötland zu stärken. “Bana Väg i Väst”, das Projekt welches den Anschluß von Trollhättan nach Westen in Richtung Göteborg verbessern soll, kommt jetzt auf den Prüfstand der “Riksrevisionen” – einer Art nationaler Kontrollbehörde. Das Projekt, vor allem auf den Druck von GM unter dem Versprechen der Standortsicherung durch die Amerikaner (!) zustandegekommen, scheint kostenintensiver zu sein als angedacht. Auch ist bei dem Ausbau der E45 nach Trollhättan und der zweigleisigen Bahnanbindung nicht alles so gelaufen wie es sollte.

"Bana Väg i Väst" Baustelle, E45 nach Trollhättan
"Bana Väg i Väst" Baustelle, E45 nach Trollhättan

Interessant, dass dieses Projekt zu einem Zeitpunkt in den Fokus kommt, wo der Automobilstandort Trollhättan mehr gefährdet ist denn je. In der Stadt befinden sich Forschungs, Entwicklungs – und Universitätseinrichtungen, wie zum Beispile das Innovatum, die alle das Hauptaugenmerk auf die Autmobilbranche haben.

Ob man sich in Stockholm besinnt, auch im Hinblick auf den drohenden Abschwung, und Saab unter die Arme greift ? Denn existiert die Produktion in Trollhättan eines Tages nicht mehr, war das Geld für die Infrastruktur in der Tat schlecht angelegt.

Wegweiser: Innovatum und Science Center in Trollhättan
Wegweiser: Innovatum und Science Center in Trollhättan

Ob die Forschungeinrichtungen und die Universität auf Dauer den selben Stellenwert behaupten können wie bisher, ist ohne Saab fraglich. Vielleicht zeigt endlich mal einer in Stockholm Mut. Nimmt den Autohersteller für einen überschaubaren Zeitraum in staatliche Obhut und sichert so Trollhättan. Beendet das Leiden für Mitarbeiter, Lieferanten – und für mich ;-). Die Amerikaner haben ähnliches mit GM bereits vorgemacht, was nicht zum Schaden der USA war. Für die Schweden wäre das Risiko noch geringer. Aktuell stehen Investoren bereit, die der Regierung gefallen.

Es ginge nur um einen kleinen Zeitraum mit geringem Risiko, da verbindliche Verträge bereit vorliegen. Außerdem würden bereit ausgegebeneSteuergelder gesichert werden.

Also, Herr Reinfeldt oder Frau Olofsson, wie wäre es ?

Text: tom@saabblog.net

3 Gedanken zu „Saab Standort: Riksrevisionen überprüft “Trollhättan Paket”

  • Hallo zusammen!

    Der momentane schwedische Ministerpräsident erzeugt in Sachen SAAB bei mir und einer kleinen Gruppe anderer SAAB-Fahrer eigentlich nur noch eine gewisse Wut im Bauch – dies nicht nur weil er BMW als Dienstwagen benutzt, sondern wegen der unverständlichen Ablehnung von SAAB-Automobile insgesamt (zumindest bis jetzt)!

    Was hat Schweden dennn an “Perlen” zu bieten, die auch wirklich weltweit anerkannt sind? Mir fällt da nur ELECTROLUX, IKEA, VOLVO + SAAB ein (alle aufgezählten Firmen sind sog. Traditionsunternehmen, die sich einen weltweiten Ruf für brauchbare Produkte über lange Zeit erworben haben). Wenn SAAB über einen Zeitraum von mehr als 60 Jahren nur Verluste eingefahren hätte (wie von einigen Schreiberlingen behauptet), wäre die Firma bereits vor der GM-Übernahme uninteressant gewesen und vom Markt verschwunden. Chinesen sehen nun das vorhandene Potenzial und es bleibt nach wie vor unverständlich, warum die schwedische Regierung (bisher) eine derart passive Stellung bezieht – wie von Tom richtig dargestellt, stehen finanzstarke Investoren in Wartestellung und es ginge lediglich um eine kurzfristige Hilfestellung durch staatliche Stellen. Dies gab es in Frankreich bei Renault, in Amerika bei GM usw. – alle diese Firmen kamen wieder auf die Beine, obwohl die Produkte im Vergleich mit SAAB-Automobilen keineswegs die bessere Wahl wären!

    Bleibt nur zu hoffen, dass die Zwischenfinanzierung ohne staatliche Stellen hinkommt und die Produktion in Trollhättan bald wieder anläuft! Nur gut, dass VM nicht eine derartige Schlafmütze wie Herr Reinfeldt ist.

    Viele Grüße aus Schleswig-Holstein
    Detlef Rudolf

  • hallo detlef und alle saab freaks!!!
    zu meiner person:ich bin 50 jahre alt.also baujahr 1960.
    erste berührung mit saab ca.1968.(mein vater war kfz-meister bei ford,und dort wurden die 96v4 repariert(meist urlauber mit
    inspektion,in schweden damals unbezahlbar waren!).seit 1969 haben wir jedes urlaub in schweden gemacht(saab satt).1978(april
    oder mai)waren wir in schweden,dort wurde der saab 900 vorgestellt.so ein auto muss ich haben.mit 21jahren,im sept.
    1982 habe ich meinen ersten saab gekauft(saab 900 5-türer)
    funkel-niegel-nagel-neu.kostete 24300,-dm.heute habe ich saab 900 sedan bj. 1982.ferner besitze jeden saab prospekt
    seit 1974!!viele aus den 60er.ca.40 saab bücher.ca. 65 modellautos.werkstatthandbücher.flagge.original kittel etc.
    ende der 80er habe ich neuwagen importiert(in 3jahren ca 170
    fahrzeuge.ferner sind ca. 500 gebraucht,unfall und schrott-
    autos durch meine hände gegangen.ich weiss also wovon ich rede.meines errachtens ist saab sturmreif.die ganzen schach und winkelzüge zur geldbeschaffung muten an wie eine
    provinzposse.saab war immer schon eine klamme firma.schon in
    den 60er und 70er wurden immer halbe autos entwickelt.
    der saab 99 kam zuerst stufenheck.später bekam er das schrägheck.1978 einen neuen vorderwagen(saab900).1982 das
    stufenheck(sedan)später den 2türer.daraus wurde das cabrio
    entwickelt.1985 kam der saab 90 (vorderwagen saab99 und den
    arsch vom 900.beim 9000er lief es ähnlich.füher war der saab
    eine typische architekten und rechtsanwalts gondel.diese nischen werden heute von fast allen msrken(audi,mercedes und
    bmw) besetzt.1989/90 hatte saab auch schon grosse probleme.
    es standen mehrere 10000 fahrzeuge unverkauft rum.es wurde
    aber munter auf halde produziert.die autos gabs ganz billig.
    1990 hatte besuch von hohen saab-leuten.man bot mir eine
    saab-vertretung an.habe dankend abgelehnt.der einstieg von gm wurde spruchreif.den saab herren habe ich erklärt,die einzige chance ist:saab als premium-marke von opel zu
    machen.zu dem zeitpunkt liefen ca. 60000 opel senator,monza
    und omega v6 in deutschland.die saab verkäufe lagen bei ca. 6500 autos.wenn 10% senator umhandeln(6000 autos)und jeder
    opel-händler(damals ca. 3000 händler)1-2 vorführwagen wäre
    die rechnung aufgegangen.stattdessen wurde das ganze sehr
    dilettantisch angegangen.ferner die qualität der ersten fahrzeuge.war auch nicht so dölle.ich hoffe für saab das ganze geschichte gut aus geht(mir tun die kleinen arbeiter
    leid,die grossen gehaltsklassen finden immer was.
    als kaufmann ist mir allerdings schleierhaft,wie die linke
    tasche,rechte tasche finanzierung klappen soll.
    das ganze kommt mir vor als wenn ich bei kaltem wetter in die hosen pinkel.erst wirds schön warm,dann aber eiskalt.
    mit herrn deltlef rudolf würd ich gern mal ein glas
    bier/wein trinken!
    viele grüsse aus dem hohen norden.
    gruss greger

    • Lieber Greger,

      ganz klar war die Qualität der ersten Fahrzeuge (ich fuhr damals Ende der 70er Jahre einen 99 GL und in den 80er Jahren einen 900 GLE) noch etwas unausgereift – dies war allerdings bei den deutschen Herstellern ähnlich (ganz zu schweigen von Italien und Frankreich)!

      Seit 1996 hatte ich einen 9000 CS, der allen Vergleichsfabrikaten aus deutscher Produktion (Vergleichsobjekte von Audi und BMW aus dem Bekanntenkreis) haushoch überlegen war!

      Mein jetziger 9-5 Combi hat mittlerweile fast 220.000 km auf der Uhr und läuft wie am ersten Tag.

      Somit habe ich fast nur positive Erlebnisse mit SAAB-Fahrzeugen und kann Deine Erlebnisse nur zur Kenntnis nehmen – aber nicht als Massstab zur Beurteilung der SAAB-Qualitäten zugrunde legen.

      Man kann allerdings davon ausgehen, dass künftig wesentlich besseres SAAB-Marketing den Absatz der wirklich guten Automobile aus Trollhättan beflügeln wird und somit die gesetzten Ziele auch erreicht werden.

      Das Bier können wir gern mal zusammen trinken – wenn einige Monate vergangen sind und alle Welt sieht, wie konkurrenzfähig die SAAB-Automobile weltweit daherkommen (nicht zuletzt aufgrund des bereits erwähnten besseren Markentings)!

      Bis dahin alles Gute und “man sieht sich”!

      Viele Grüße aus Schleswig-Holstein
      Detlef Rudolf

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