Der verschwundene Saab 900 “Talladega Challenge” Nr. 6
Es gibt einige Geschichten, die sind so alt wie das SaabBlog Magazin. An ihre Auflösung glauben wir eigentlich nicht mehr, aber beim Stöbern im Archiv fielen uns jetzt die Bilder des Saab 900 “Talladega Challenge” Nr. 6 wieder in die Hände. Und plötzlich war der Krimi zurück, der sich 2012 abspielte. Der Saab parkte damals auf dem Schotterplatz der Frankfurter Werksniederlassung der Saab Automobile AB.
Er war das, was man einen Dauerparker nennt.
2008 vom Saab Museum nach Deutschland für einen Event ausgeliehen, hatte man ihn scheinbar vergessen. So stand er Jahre in der Sonne und auch die Winter erlebte er ungeschützt. Was Spuren am Lack und an den Aufklebern hinterließ. Interesse an ihm hatte niemand und mit dem Ende in Trollhättan wurde seine Lage natürlich immer prekärer.

Der verschwundene Saab 900 “Talladega Challenge” Nr. 6
Das Schicksal des Saab ließ uns damals nicht unberührt. Wir wollten ihn retten, ihn vom Schotterplatz in Sicherheit bringen, denn für uns war er ein Teil des Saab-Vermächtnisses. Da der Zustand erkennbar schlecht war, bestand die Gefahr der Verwertung und unsere Mission war es, den 900er aus der “Talladega Challenge” zurück zum Museum zu bringen.

Mit einiger Überzeugung und Hartnäckigkeit bekamen wir die Zusage, den Saab “geschenkt” zu bekommen. Denn einen Wert sah damals tatsächlich niemand mehr, vielmehr standen die Kosten im Vordergrund, ihn wieder fahrtüchtig zu machen oder im schlimmsten Fall auf dem Anhänger nach Schweden zu bringen.

So naiv, wie ich 2012 war, sah ich den 900er bereits gerettet. Zurück im Saab Museum in Trollhättan und wir überlegten schon, bei den Lesern Geld für seine unumgängliche Restaurierung zu sammeln. Denn auch in Schweden war die Lage des Museums schwierig, sein Fortbestand hing am berühmten seidenen Faden, und Geld war genau das, was man nicht für diesen “Talladega Challenge” Saab übrig haben würde.

Der “Talladega Challenge” Saab verschwindet spurlos über Nacht
Es kam natürlich anders. Ich habe es vor Jahren schon einmal erzählt. Der 900er verschwand über Nacht spurlos. Vermutlich wurde er unter der Hand an einen lokalen Sammler weitergereicht, denn es waren wilde Zeiten damals, nicht nur in Trollhättan sondern auch an anderen Orten.
Mich versuchte man zu beruhigen. Der Saab sei nur eine Replika gewesen, kein Original. Und daher nichts von Wert. Geglaubt habe ich es nicht.

Damit war alles gesagt, was zu sagen war. Es gibt Situationen, da spart man sich jedes Wort, denn es ist zwecklos, es zu sagen. Der Saab ist bis heute verschwunden, ich habe nur eine ungefähre Ahnung über seinen Verbleib, und die Geschichte ist – wenn man so will – im Prinzip verjährt.
Vergessen ist er nicht wirklich. Seit 2020 gibt es in Andalusien eine Replika von Nummer 6 (Link). Und man muss Geduld haben. Vielleicht gibt es doch noch ein glückliches Ende, bei dem er “gefunden” wird und zurück zum Museum kommt.
– Fortsetzung folgt –
sehr spannende Geschichte, ist bisher an mir vorüber gegangen…
Der Saab sollte irgendwann zurück ins Museum fahren. Vielleicht existiert er noch, ich würde mir ein Happy Ending wünschen.
Super Artikel 🙂 Ein Krimi wie von Agatha Christie- bitte unbedingt fortsetzen….