Kommen Küstenschutzboote aus der alten Saab Fabrik?
Teile der alten Saab Fabrik stehen bis heute leer, nur in einigen Hallen ist neues Leben. Britische Autos werden in Kleinserie produziert, Süßigkeiten werden in ganz Skandinavien versendet und jetzt kommt eine alte Idee in neuer Auflage. Es könnten Küstenschutzboote hergestellt werden, eine Angelegenheit, die es vor der Automobilproduktion schon einmal gab.
Und wieder fallen vertraute Worte von Partnern, die möglicherweise einsteigen könnten. Saab und Combitech und als treibende Kraft hinter allem steht Lars Carlström, der kürzlich den in Insolvenz geratenen Yachtbauer Westline kaufte. Carlström ist vielen Saab Fans ein Begriff. Er war 2009 mit einem Konsortium aktiv, um Saab Automobile zu übernehmen, blieb aber im Endeffekt erfolglos.
Jetzt treibt es ihn mit einer neuen Geschäftsidee wieder in Richtung alte Saab Fabrik.

Kommen Küstenschutzboote aus der alten Saab Fabrik?
Aus dem Yachtbauer Westline wurde, dem aktuellen Trend folgend, jetzt Westline Defence (Link). Mit dem Bootstyp SV-95 gibt es ein Konzept für ein modernes Küstenschutzboot, das in Teilen in den Hallen des Saab Werks gefertigt werden könnte. Da sich das Gelände an den Ausläufern des Göta Kanals und des Vänernsees befindet und das Werk sogar über eine eigene Anlegestelle verfügt, sind diese Pläne nicht komplett illusorisch.
Freilich hat Westline Defence nicht die Fähigkeiten, alleine den Bau eines Referenzbootes zu realisieren. Carlström nennt die Saab AB, die bereits kleinere Angriffsboote baut, und Combitech als mögliche Partner. Läuft alles nach Plan, könnte im Herbst 2027 das erste Exemplar schwimmen und die Auslieferung im Jahr 2028 beginnen. Aktuell führt er nach eigenen Angaben Gespräche mit Partnern und potenziellen Kunden in ganz Europa. Der Markt für das Produkt ist zweifellos vorhanden.

Kleine Aluminiumboote aus der Flugzeugfabrik
Bei Saab wurde die Idee von kleinen Aluminiumbooten nach dem Krieg und dem Auslaufen der Bomberproduktion in Trollhättan verworfen. Wie auch der Vorschlag, zukünftig Einbauküchen in der Flugzeugfabrik zu bauen oder Fertighäuser. Letztlich entschied man sich für den Automobilbau und brachte so ab 1947 viel Aufsehen erregendes auf die Straße. Von den Booten erzählte man jahrelang ganz offiziell, sie wären alle auf dem Grund des Vänersees gelandet.
Das war allerdings nicht ganz richtig. Einige Boote überlebten in Trollhättan und den angrenzenden Gemeinden und zwischenzeitlich zeigte sogar das Saab Museum eines dieser Exemplare den Besuchern. Trollhättan selbst sucht nach dem Aus des Automobilbaus immer noch eine neue industrielle Mitte. Nach Lokomotiven, Flugzeugen und Turbinen sowie dem Automobilbau verblieb nur der Flugzeugmotorenbau neben dem alten Saab Werk. Der immerhin feiert eine Renaissance und schafft neue Arbeitsplätze, da alles, was mit Verteidigung zu tun hat, stark nachgefragt wird.