Sicherheit und Individualität verspricht die Saab 9-3 Sport Limousine

Die neue Saab 9-3 Sport Limousine wurde nicht mit dem größten Applaus am Markt aufgenommen. Langjährige Kunden reklamierten das Fehlen des geliebten Fließhecks, Händler vermissten den Kombi und die Motorjournalisten mäkelten über die verwendeten Materialien.

Sie alle hatten recht. Der Halbkombi war eine Gewohnheit geworden, die man mit Saab assoziierte. Mit der Limousine hatte man sich zwischen alle Stühle gesetzt und schlüssig erklären konnte man die Veränderung kaum. Manche argwöhnten, dass GM Druck ausgeübt habe. Aber es gab auch Stimmen in Schweden, die sagten, man habe endlich einmal normale Autos bauen wollen.

Eine Limousine, zusätzlich einen Kombi und ein Cabriolet, im Geiste zusätzlich ein Coupé. So wie es die anderen großen Anbieter auch taten.

Eine Postkarte mit der Saab 9-3 Sport Limousine
Eine Postkarte mit der Saab 9-3 Sport Limousine

Sicherheit und Individualität verspricht die Saab 9-3 Sport Limousine

Wo auch immer die Wahrheit gelegen haben mag, Saab hatte das bisher fahraktivste Auto auf die Räder gestellt und sah tatsächlich darin eine Alternative zu BMW. Der Möchtegern-Lieblingsgegner aus München, der immer wieder mit dem Gedanken spielte, Saab zu übernehmen, stellte mit der Dreierbaureihe den Wunschrivalen.

An dessen Qualitäten kam der Saab nicht heran, das verhinderte schon die Budget-orientierte Materialauswahl, welche von der Presse mit Recht angemahnt wurde. Auch die Getriebe konnte man in Bayern einst besser, die Turbo-Motoren der Schweden hingegen waren weiter Weltklasse, auch wenn hier erstmals ein Konzernantrieb aus der GM Welt saabisiert werden musste.

Gefaltete Werbepostkarte mit Antwortbogen auf der Rückseite
Gefaltete Werbepostkarte mit Antwortbogen auf der Rückseite

Doch sogar das gelang den Schweden überzeugend und wo es niemals fehlte, das war die Individualität. Ein weiteres Plus war die Sicherheit, die 5 Sterne im Euro NCAP Test (Link), den Saab als erster Hersteller für die gesamte Produktpalette verliehen bekam.

Damit konnte man Werbung treiben und im Frühjahr 2004 entdeckten Leser in den deutschen Printmedien eine Kampagne für die Saab 9-3 Limousine.

Rückantwort - der Empfänger ist mittlerweile verzogen
Rückantwort – der Empfänger ist mittlerweile verzogen

Sicherheit oder Individualität – die Sport Limousine hat beides

Mit Anzeigen und Postkarten mit Rücksendeumschlag versuchte man Interessenten zu erreichen. Die Botschaft: Sicherheit oder Individualität sind bei den Schweden nichts, was einander ausschließt. Denn Saab hat extrem hohe Sicherheitsstandards und mit um die 100.000 Fahrzeuge pro Jahr, die man in Trollhättan auf den Weg schickt, ist die Individualität garantiert.

Werbung im Frühjahr 2004 in den deutschen Printmedien
Werbung im Frühjahr 2004 in den deutschen Printmedien

Vielleicht nicht ganz gewollt, denn die Träume von größeren Stückzahlen in den Jahren zuvor waren noch in der Erinnerung präsent. Aber die Verhältnisse in Schweden hatten sich geändert, das nun von Volvo kommende Management fuhr einen sehr merkwürdigen Kurs und auch die Beziehung zum GM hatte sich merklich eingetrübt.

Davon bekamen die Kunden natürlich nichts mit. Auf sie wartete eine individuelle Limousine, mit vielen Stärken, aber auch mit kleineren Schwächen beim Saab Partner.

4 Comments
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Mac Saab
Mac Saab
1 Jahr zuvor

Ein Schrägheck hat es gerade beim Geräuschkomfort ziemlich schwer. Saab hatte das beim 9000 CC erkannt und erst beim CS überzeugend hinbekommen. Den CD, die Limousine gab es nicht ohne Grund, sie bot den gewünschten Komfort.

Christian Arndt
1 Jahr zuvor

Die Gestaltung bricht fraglos mit den Vorgängern nach 30 Jahren. War das der richtige Schritt? Ich selber war damals nicht unbedingt ein Fan von “Stufenheckautos”. Aus meiner Sicht waren die unpraktisch. Der Kofferraum war nach oben hin limitiert. Nichts Halbes und nichts Ganzes. Selbst mein Opa, überzeugter Fahrer von Limousinen, meinte, nachdem er nach vielen Stufenheck-Corollas ein Fließheck gekauft hatte: “ich weiß gar nicht, warum ich das nicht früher gemacht habe, das ist doch viel praktischer.”

Aber: mit etwas mehr Abstand, zeitlich wie geistig, erkenne ich, dass durchaus etwas für Limousinen spricht. Man hat ja nun nicht täglich die Kühl-Gefrier-Kombination zu transportieren. Dafür fährt man viel häufiger alleine, zu zweit oder mit der Familie umher, wo sich dann eine Limousine hyggeliger anfühlt. Zumal auch die Außengeräusche geringer sind als bei einem Kombi oder auch einem Fließheck. Bei mir sind alle drei Formen im Einsatz: Limousine, Fließheck und Kombi.

Worin sich SAAB aber treu geblieben ist: Sicherheit. Sicherheit. Sicherheit. Gepaart mit – wie man es so schön nennt – fahraktiven Eigenschaften. Die hat der 9-3 NG durchaus. Dank dem dynamischen Fahrwerk mit ReAxs, einer direkten Lenkung und wirklich gut von SAAB abgestimmten GM-Motoren macht es Spaß, einen 9-3 NG zu fahren. Jederzeit mit Sicherheit. Und damit ist man durchaus dicht an einen 3er BMW herangerückt damals. Über die verwendeten Kunststoffe und die Verarbeitungsqualität breiten wir dezent den Mantel des Schweigens…..wobei man auch hier abhelfen kann.

Holger Rüthning
1 Jahr zuvor

…..dem kann ich nichts hinzufügen, gut zusammengefasst.

Der Lizi
1 Jahr zuvor

Wie so oft genau auf den Punkt gebracht lieber Christian. Danke.