Wenn Automarken verschwinden, kann Saab ein Vorbild sein

Leider sieht es so aus, als ob Fisker, eine mit großen Ambitionen gestartete Automarke, vom Markt verschwinden könnte. Das Konkursverfahren läuft und es wird so sein, dass Fisker kein Einzelfall bleiben wird. Denn die Branche befindet sich mitten in gewaltigen Umbrüchen, nicht jeder Konzern wird das überleben.

Kunden, die einen Fisker Ocean gekauft haben, stehen vor einem Problem. Die Autos sind nicht wirklich ausgereift, da gab es das Vertrauen, dass Fisker die Software nachbessert und versprochene Features nachträglich freischalten wird. Ob es dazu kommen wird, ist mehr als fraglich. Aber was unternimmt man, wenn man eines dieser Fahrzeuge besitzt?

Saab kann ein Vorbild sein, argumentiert cars.com. Für Besitzer eines Fisker Ocean und für alle anderen Marken, die zukünftig verschwinden könnten. Ein Argument, das nur mit Einschränkungen gilt.

Saab als Vorbild für die Fisker Szene?
Saab als Vorbild für die Fisker Szene?

Wenn Automarken verschwinden, kann Saab ein Vorbild sein

Saab Menschen, so schreibt cars.com (Link), registrierten schon frühzeitig, dass GM nicht mehr mit dem Herzen bei der Marke war. In der Konsequenz organisierten sie sich in Clubs und Foren, besorgten sich ihre Ersatzteile über unabhängige Anbieter und besuchten freie Werkstätten. Als die Amerikaner bei Saab den Stecker zogen, waren diese Strukturen bereits etabliert und niemand musste sich fragen, was tun wir jetzt?

So dramatisch wie es bei Saab ablief, geschieht es jetzt bei Fisker. Die Fisker Owners Association (Link) verzeichnet schon über 2.000 Mitglieder, hier wird die Zukunft der Fahrzeuge organisiert. Die Herausforderung ist jedoch ungleich höher als zu Saab Zeiten. Hier kämpfen primär die letzten Modelle wie der 9-5 NG mit dem Mangel an Ersatzteilen. Das Experiment den Fisker Ocean auf der Straße zu halten ist viel spannender – und generell ein Experiment für die Zukunft. Denn hier dreht es sich um Software und Funktionalität, die nicht vollständig vorhanden ist und die Frage, wer sie weiterentwickeln und zum Abschluss bringen könnte.

Das Fisker Drama ist wahrscheinlich ein Vorspiel für das, was passieren könnte, wenn chinesische Elektroauto-Marken ihren Support einstellen, oder aufhören zu existieren. Die Marktbereinigung wird kommen, sie ist vorhersehbar und man sollte nicht auf kundenorientierte Lösungen vertrauen, sondern auch mit harten Landungen rechnen. Die Frage steht im Raum, was dann mit den Online-Fahrzeugen geschehen wird.

Saab als Vorbild – aber vieles war einfacher

Zu Saab Zeiten war das sehr viel einfacher. Das, was für den 9-3 NG an Software nötig war, passte auf einen USB-Stick und wurde von Schweden aus an einige Partner weitergegeben. Das geschah nicht offiziell, nur aus einer Verbundenheit und aus Verantwortung der Marke gegenüber. Und nur für den Fall, dass eines Tages kein Support mehr vorhanden wäre und ein Backup zur Verfügung stände. Benötigt hat die Sicherung seit 2012 niemand. Zum Glück.

8 Comments
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Ken-Daniel
2 Jahre zuvor

Wie es bei heutigen modernen Onlineautos aus 2024 ist, egal ob Verbrenner oder elektrisch und egal von wo, wäre es wohl überall kritisch.
Wie es im Ernstfall gehandhabt wird, kann natürlich keiner sagen, ein einfacher Händler wird auch nicht zaubern können, aber zumindest die chinesischen Hersteller, die sich bei europäischen Markenhändlern einquartiert haben, werden sich schon was dabei gedacht haben, dass sie nicht kurz bleiben wollen…Nur ob die was machen/anbieten etc…
Wie wir es ja auch selbst kennen, es gab 2010, 2011 Saabbetriebe, die noch ein zwei Neuwagen im Showroom stehen hatten, aber von Saab nichts mehr wissen wollten und dann die, die bis heute dran sind
Es sind einige untergegangene, die weiter da sind.

Mac Saab
Mac Saab
2 Jahre zuvor
Reply to  Ken-Daniel

Es kann schon sein, das sämtliche modernen Fahrzeuge irgendwann Probleme bekommen werden. Spätestens wenn der Hersteller den Server abschaltet, weil die gesetzlichen Bestimmungen es erlauben.

Aero-93
Aero-93
2 Jahre zuvor

Wieder einmal so ein “nebenbei” nachdenklicher Bericht/Artikel.
Wer garantiert heute, dass wenn ich einen Tesla Bj. 2024 kaufe, das dieser auch in 2030 noch von mir genutzt werden kann??? Wenn z. B. in der Elektrik “der Wurm” drin ist. Sind dann die Updates/Reparaturen 😉 mit dem “alten Modell” von 2024 noch kompatibel???

Wer beschäftigt sich HEUTE schon mit diesen Fragen…
Ich nutze weiter analog. 🙂

Mac Saab
Mac Saab
2 Jahre zuvor
Reply to  Aero-93

Wobei ich Tesla schon am meisten eine lange Haltbarkeit zutrauen würde. Die ersten Tesla Roadster fahren heute noch, bei Marken aus China habe ich weniger Optimismus.

Ebasli
2 Jahre zuvor
Reply to  Aero-93

Na, der Soziopath Musk, reichster Mann der Welt, wird zusammen mit dem geistigen Pantoffeltierchen und Demagogen Trump demnächst die Welt regieren. Da ist die Zukunft gesichert. Es sei denn, der Herrscher beschließt eines Tages, dass er auf dieses Spielzeug keine Lust mehr hat.

Dan
Dan
2 Jahre zuvor

Bei diesem Szenario bin ich froh noch was analoges in der Garage zu haben. Wobei mich der Ocean schon angesprochen hat, gutes Design kann Fisker.

Ken-Daniel
2 Jahre zuvor

In meiner Nähe gibt es einen Autohändler, der eine koranische Marke verkauft und nebenbei Jahreswagen und Luxusautos, Der hat dann einiges umgebaut und auf Fisker gesetzt, jetzt sind fast alle Fiskerautos weg, glaube aber kaum, dass die alle verkauft wurden und der Platz generell ziemlich leer. Da hat sich wohl jemand verkalkuliert.

Aero-93
Aero-93
2 Jahre zuvor
Reply to  Ken-Daniel

Womöglich bitter :-(.
Fisker hat elegante Fahrzeuge auf die Straße gebracht. Schade.