Eine alberne Marke – Bob Lutz darüber, warum GM Saab beerdigte
Er gehörte zu den schärfsten Kritikern von Saab in der Führungsriege von GM. Als die Amerikaner in Schweden die Werkstore schließen ließen, gab er sich zufrieden und legte medial nach. In Saab Kreisen ist das nicht vergessen, Bob Lutz ist ein Name, der immer noch polarisiert.
Die Entscheidungen zur Abwicklung von Saab, Pontiac, Hummer, Saturn und GMC fielen vor mehr als 15 Jahren. Jetzt erklärt Bob Lutz noch einmal die Gründe dafür, auf die ihm eigene Art.

Eine alberne Marke – Bob Lutz darüber, warum GM Saab beerdigte
Lutz war einer der erfolgreichsten Manager der Autoindustrie, der heute 92-Jährige stellte in seiner Laufbahn Weichen bei BMW, Opel, Ford und GM und einige seiner Leitlinien haben heute noch Gültigkeit. Zur aktiven Zeit war er ein begeisterter Pilot der Kampfjets der US Air Force im privaten Besitz hatte und flog.
Mit Saab wurde Lutz niemals Freund, aus seiner Abneigung gegen die schwedische Marke machte er jedoch zu keiner Zeit einen Hehl. Motor1 (Link) fragte nach den Gründen, die aus seiner Sicht die Abwicklung traditioneller Marken wie Pontiac, aber auch Saab, rechtfertigen und veröffentlichte die Antworten des ehemaligen Managers im Original.
I had been trying to convince my boss at GM for years we should get rid of Saab, and it was always wait until next year, wait until the next year, wait until next year—and next year never came. It was a goofy brand that was off the mainstream, and every time it was made more mainstream, we didn’t sell any. And when it was goofy, which the automotive press loved, there were only 100,000 people in the whole freakin’ world that wanted one.
Saab war eine alberne Marke, meint Lutz. Jenseits des Mainstreams und wenn GM sich bei Saab mehr Mainstream getraute, kaufte es niemand mehr.

Machte Saab aber mehr Saab, dann kam zwar der Applaus von der Presse – jedoch nur 100.000 Menschen auf der Welt wollten das Produkt kaufen.
Da ist – aus Bob Lutz Sicht – sicher etwas dran. Es war immer zu wenig, was Saab verkaufte und die Mainstream-Produkte, die GM meinte Saab in das Portfolio legen zu können, waren grandiose Flops. Sie tragen Namen wir Saab 9-2x, 9-7x oder der nie erschienene 9-6x. Aus mehrheitlicher Sicht der Saab Fans waren sie damals ebenfalls albern. Es waren sinnlose Versuche, aus einem Subaru oder Chevrolet einen Saab zu machen.
Erst einmal ist man geneigt zu sagen: “Wie kann der bloß so etwas sagen?!”
Ich habe mir seine Aussage mehrmals durchgelesen. Im Grunde genommen drückt Bob Lutz aus, dass die Marke SAAB nicht zum GM-Konzern passt. GM wollte eher problemlose Fahrzeuge im Portfolio haben, in dem Sinne, dass sich diese leicht am Massenmarkt verkaufen. SAAB wie auch die anderen oben erwähnten Marken hatten demgegenüber gewisse Eigenheiten, einen Fankreis, treue Kunden und – mehr oder weniger – bei ihren Fahrzeugen ein gewisses Etwas, einen Wiedererkennungswert. Aber: sie waren eben keine wirklich massentauglichen Fahrzeuge. Wobei ich gestehen muss, dass ich bei Pontiac und GMC hier nicht sicher bin.
Wenn GM massenkompatibeln in allen Belangen sein wollte, dann waren die Aussagen von Bob Lutz folgerichtig. Ich stimme ihm zu, dass SAAB dann zu dem damaligen Zeitpunkt nicht mehr zu GM passte. Die Wortwahl (goofy) muss man relativieren, in Europa würde man andere Worte wählen, die für unsere Ohren nicht herabwürdigend klingen; nicht so sehr nach – liebe Freunde in den USA, bitte entschuldigt diesen Ausdruck, aber das ist unsere Beschreibung dafür: Cowboymanier.
Dennoch: Bob Lutz hatte in meinen Augen recht mit seiner Einschätzung. Es wäre 2005/6 dann folgerichtig gewesen, SAAB aus dem GM-Konzern herauszulösen und zum Verkauf anzubieten. Das wäre die beste Lösung gewesen. Und ich glaube, dass auch viele unter uns das unter diesem Blickwinkel so sehen könnten.
“Ja-in”, insofern es von Anfang an nie ein amerikanischer Grosskonzern sein “durfte” mit dem sich die Schweden “leidergottes” eingelassen haben. Eine europäische “Fusion” (oder was auch immer in Frage gekommen wäre) hätte sicherlich vernünftigere Zusammenarbeit zugelassen, sodass der vorprogrammierte amerikanische “Grössenwahnsinn” (in jeder Hinsicht!) erst Recht nicht zum Ausdruck gekommen wäre, denn die Amerikaner haben den europäischen Markt NIE richtig verstanden (siehe und höre die Kommentare zum 125-jährigen der Marke Opel)!
I own a 2008 SAAB 9-5, now with 135,000 miles. Since new I’ve spent $5,300 on all parts labor, preventative maintenance, tires, fluid changes…everything. It has never broken down. Never an electrical issue, has never left me stranded.
The interior quality isn’t quite as good as the pre-2006 models, but still excellent. To replace a heater core, A/C compressor/condensor isn’t a big job…the entire dashboard doesn’t need to be removed.
It’s fast and durable. With winter tires, it can pretty much get through everything. Even better, it’s a pleasure to drive. Oh, parts are plentiful an pretty cheap.
Die Unterschiede offenbaren sich wenn man einen 9-7x und davor/danach einen Schweden-SAAB fährt. Wobei der 9-7x noch das netteste ist was das über den Teich zu uns kam! Ich kenne die Verhältnisse in Aspen nicht, aber in Klingenthal bin ich mit dem aero9k 2x am Amtsberg bei Schnee und Eis gescheitert, sprich den Berg nicht hoch gekommen (also dann nur zu Fuß) 😉
Not my problem if someone doesn’t know how to drive or change appropriate tires to one’s vehicle.
But one thing’s for sure: three tons of Detroit shite don’t make a SAAB.
“Amtberg?” I smell a troll.
I smell a typing/understanding mistake. 😉 The Amtsberg is located in Saxony (Klingenthal, as mentioned above, also).
Living at the Arctic Circle in Rovaniemi, Finland I want to make one thing absolutely clear: I do not need a 4X4 or any kind of all-wheel drive. What I want and need is a SAAB. Preferably a 9000 for wintertime, but OG 9-5 is fine too. Why? Coz the very essence of SAAB is the pure excellence in worst possible conditions. An all-time wallflower, most underrated car ever, the SAAB 9000, cuts through snowbanks like a hot knife through butter. In pouring rain, cats and dogs or old hags, in no other vehicle have I experienced such a calming effect of feedback which is a built-in feature of a SAAB. Don’t take my word for it, check out SAAB X Police Departments of Vail and Aspen CO USA. The Griffin lives!
you are so right, the 9000 is my daily driver, i always feel comfortable and safe!
Ich hatte bis ich 40 wurde nie an Saab gedacht, dann bekam ich einen 2004 Saab 9.3 Aero. Zack war ich verliebt. Der GM fuzi weiß gar nichts.
Was für eine arrogante, rein amerikanische Sichtweise (und ein bisschen chinesisch, wie im verlinkten Artikel ersichtlich). Wenn ich mir den monströsen, technisch vielfach unzulänglichen, in jedem Fall aber geschmacklosen Einheitsquark von GMC, Chevrolet & Co. anschaue, bin ich froh, nach wie vor technisch innovative und absolut zuverlässige, über 13 Jahre alte geschmackssichere “alberne” Saabs fahren zu dürfen.
Wer möchte schon in einer gleich alten, gammeligen scheppernden Riesenbüchse von GMC oder Chevrolet unterwegs sein müssen? Aber die (kaufende) Masse wollte das offenbar und will es weiterhin, wenn ich mir das aktuelle Angebot so anschaue. Immerhin wurden damals auch die perversen Hummer-Panzer eingestampft – leider aber kürzlich als Elektro-Mumie wiederbelebt.
Ich ziehe vor den Visionären aus Trollhättan meinen Hut und bedanke mich im Nachhinein bei Ihnen, dass sie es -trotz GM-Diktat- geschafft haben, dass ich heute noch 2 Preziosen aus den letzten SAAB-Tagen (9-3III CV und 9-5NG) fahren darf und „bedaure“ alle, die sich mit Bob Lutz‘s „Allerwelts-Karossen“ zufrieden geben (müssen). Ich jedenfalls fahre meine „SÄÄBE“ mit Stolz und komme mir dabei kein bisschen albern vor.
LG Christoph
Moin
Alberne Automarke?
Dann hätte Bob Lutz mal von einen Opel Vectra in einen Saab 9-3 umsteigen sollen.
Dann hätte er auch Saab als Premiummarke erkannt.
Gruß André
da sind halt 2 Welten aufeinander getroffen: auf der einen Seite die Leistungen der Ingenieure im Vordergrund, auf der anderen Profitabilität über alles.
“Guter Geschmack macht einsam“ heißt es auch in der Modewelt, Saab wäre immer ein Nischenprodukt geblieben mit VK-Preisen, die in der Welt der Lopez(s) nie hätten konkurrieren können. Ich bleibe lieber geschmacklich einsam…..
Korrekt, dann lieber die Einsamkeit.
Einsam, aber unglaublich glücklich!
Vermutlich hat es von Anfang an nicht zwischen Saab und GM funktioniert. Wenn ich mich richtig erinnere wollte GM lieber Volvo und für Saab war es ebenfalls ein Kompromiss.
Das stimmt so, Ford war bei Volvo schneller und nur Saab war noch zu haben. Und in Trollhättan hatte man Mazda und den Fiat Konzern und mehr auf der Liste, aber nicht GM.
Wie Konstatin Jokic auf Saabplanet.com aber auch geschrieben hat, war die Finanzkrise 2008 ein Auslöser für die Krise bei GM. Schwache Strategien brechen halt in Krisen immer vollends auseinander. Und dann reden wir hier aber auch über einen Konzern, die immer die Europäischen Marken zugunsten der US-Heimmarken beschnitten hat und den Marktzugang erschwerte. Da hat auch Opel immer schwer drunter gelitten,
So wie man bei Volkswagen aus einem VW einen Audi machte und dann noch behauptete das sei Vorsprung durch Technik, hätte das bei SAAB vs. Opel auch funktionieren können. Da war ja der Techniktransfer tatsächlich so rum. Auch als Innovationsstandort und Ideenschmied wäre Trollhättan geeignet gewesen. Die Goldstandartlösung bei SAAB hätten die anderen Konzernmarken in der Großserie ja ausdünnen können.
Die Welt der Autos ist durch den Wettbewerb SAAB vs. Volvo sicherer geworden, ich vermisse bei großen Konzernen die Innovationskraft der kleinen Tüftler!
Ich liebe diese alberne Automarke!
Dazu kann ich nur sagen: Danke an alle Mitarbeiter / Ingenieure und und und, die von Beginn an bis zum bitteren Ende sich für Saab aufgeopfert haben !!
Ich freue mich jeden Tag auf’s Neue um mit einen Modell aus meinem “Fuhrpark” dieser albernen Automarke fahren zu dürfen …
SAAB for ever ….