Schau mal wer da zeichnet – Saab Designkultur 2021

Manchmal ist es gar nicht wichtig, was gezeichnet wird. Skizzen entstehen aus Launen heraus und weil man es einfach kann. Wichtiger ist unter Umständen, wer es ist, der da zeichnet und sich mit Saab beschäftigt. Denn die Marke ist schon lange in das nordische Walhall abgereist. Eigentlich. Vielleicht aber auch nicht. Sorgt sie weiter für Inspiration?

Schauen wir genauer hin, wer hier den Zeichenstift führt. Denn manchmal lauert Saab Interesse dort, wo wir es am wenigsten vermuten.

Saab Designkonzept
Saab Designkonzept

Schau mal, wer da zeichnet – Saab Designkultur 2021 von Grigory Butin

Wenig überraschend sind es Designer und Studierende, die sich an das Saab Thema heranwagen. Grigory Butin arbeitet in München und ist Senior Exterior Designer des deutschen Studios von Great Wall Motors. Great Wall ist ein chinesischer Hersteller, der expansiv auf der Erfolgswelle reitet, und dem man unbedingt Beachtung schenken sollte.

Grigory Butin liefert Saab Designentwürfe
Grigory Butin liefert Saab Designentwürfe

Jenseits technischer Innovationen, die Great Wall so massiv ausspuckt wie Wasser den Göta Älv hinunterrauscht, ist es das Design, das uns interessiert. Die Great Wall Marken Ora und Wey wird man ab dem Jahr 2022 in Deutschland kaufen können.

Ora bringt mit dem “Punk Cat” einen gelungenen Clone des VW Käfer, der “Adora” erinnert an ein Retro-Elektroauto von Honda. Der “Hao Mao” beamt uns auf die nette Art zurück in eine kleine Limousine aus dem Jahr 1950.

Im Alltag arbeitet er für Great Wall Motors
Im Alltag arbeitet er für Great Wall Motors

Great Wall nutzt die gestalterischen Möglichkeiten, die elektrische Plattformen bieten, konsequent, um Designvarianten auf die Straße zu schicken, die aus dem Einheitslook herausragen. Zumindest optisch liefert der Hersteller damit eine willkommene Auflockerung, die zukünftig auch das deutschen Straßenbild bereichern wird.

Inspiriert Saab einfach, oder warum ist die Marke Thema?
Inspiriert Saab einfach, oder warum ist die Marke Thema?

Warum Saab Designkultur von einem Great Wall Designer?

Im Raum steht die Frage: Warum Saab? Denkt man im Münchner Designstudio über Saab nach? Ist die Marke vielleicht sogar ein Thema im Konzern?  Das Portfolio von Butin liefert dazu keine Antwort. Die Skizzen entstanden im Stil der Sportwagen Studien, die in China im Moment en vogue sind.

Sicher ist, Butin zeichnet, weil er es eben kann und (vielleicht) auch, weil er Lust dazu hatte.  Konkrete Hintergründe wird man vergebens suchen. Es kann auch sein, dass Saab immer noch motiviert und inspiriert. Ein Blick zurück in die Vergangenheit, einige Anleihen bei der Saab DNA, das kann nützlich sein, wenn man das Design der Zukunft gestalten möchte.

4 Comments
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bergsaab
4 Jahre zuvor

Hockeystick, Gurkenhobelfelgen,…aber interessant ist der neu interpretierte Schriftzug. Naja, da ja ein E-SUV grad aussieht wie jeder andere haben die Designer wohl Langeweile, uns soll es recht sein – da bleibt die Marke im Gespräch.
Ich denke man empfiehlt sich mit den Entwürfen, SAAB war Design, Innovation und man tut niemanden mehr weh, bzw. verletzt keine Rechte.
Eine Kleinserie SAAB-Sonett oder Cabrio wäre doch mal was…., wobei mir einige der vorherigen Entwürfe besser gefallen haben. Hier ist es vorallem das Logo!

Gi.Pi.
4 Jahre zuvor
Reply to  bergsaab

Appropo “Gurkenhobelfelge”:

Dieser Ausdruck wird gerne für die “Aero-92” Felge verwendet, wobei mir dieses Design noch weiter zurück am Expérimental Vehicel EV1 von 1986 erinnert, dessen Felge eine klare Kopie erscheint. D.h. es muss diesem Zeichner irgend ein tiefgründiger Bezug zu diesem Museums EV-1 bestehen, ansonsten würde diese Felge nicht dermassen ausgeprägt gezeichnet worden sein.

F. Weber
F. Weber
4 Jahre zuvor

Eigentlich sollte der Designer mit dem was sein Arbeitgeber tut komplett ausgelastet sein. Der Käfer von Great Wall sieht sogar gut aus. Lust auf Saab bei den Chinesen? Interessant!