Saab Mission 2019

Meine Sommerferien sind vorüber, und zu früheren Zeiten würde jetzt in Trollhättan das neue Modelljahr von den Bändern rollen. Leider werden am Göta Älv keine Autos mehr gebaut, aber es gibt den Blog und die Saabs auf der Strasse. Und im Urlaub war reichlich Gelegenheit,  darüber nachzudenken.

Saab Mission 2019
Saab Werk Trollhättan. Bild: Saab Automobile AB/saabblog.net

Wenn man über Tage unterwegs ist, keinen einzigen Saab sichtet, dann fühlt man sich recht alleine. Vor allem im Süden der Republik hat Saab sichtbar an Präsenz verloren. Klar, man sieht ab und zu mal ein schönes, gepflegtes Saab Cabrio, oder einen Youngtimer, und dann freut sich das Saab Herz. Leider fallen auch immer mehr ungepflegte Fahrzeuge auf, verstärkt sind es frühe 9-3 II, die sichtbar vernachlässigt werden. Und die kein langes Autoleben mehr vor sich haben.

Verschwindet Saab? Die Zeit arbeitet gegen die Marke, der Zeitgeist vielleicht aber für sie. Immer mehr, vor allem junge Menschen, haben genug vom Konsumdruck. Sie setzen auf alte Fahrzeuge, die bitteschön analog sein müssen. Permanent getrackt zu werden ist für sie nicht akzeptabel. Günstiger Unterhalt, Langlebigkeit und Nachhaltigkeit, und auch der Schutz der Privatsphäre zählen. Wenn dann noch Understatement und die Geschichte von Saab hinzu kommen, dann hat die Marke im Untergrund, jenseits der Konsumtempel aus Glas und Marmor, eine großartige Chance.

Saab fahren war schon immer anders. Nie vergleichbar mit den großen Mainstream-Marken. Es war zu jeder Zeit eine bewusste Entscheidung, sich einen Saab zu kaufen. Und so ist es auch heute, im Reich der Gebrauchtwagen und der Schotterplätze. Was wir, die Saab Community,  tun können, das ist unsere Geschichte zu erzählen. Damit Menschen, die sich für Saab interessieren, sie lesen können. Und vielleicht eine Entscheidung für die kleine Marke vom Göta Älv treffen.

Unsere Saab Mission 2019

Unser Team hat sich deshalb einige Dinge für das neue “Modelljahr” überlegt. Wir setzen mit einer Aktion auf Bewährtes, und wollen unsere Leser motivieren,  ihre Saab Geschichte zu erzählen. Wie immer, so wird es auch dieses Mal einen kleinen Anreiz  geben. Ein nettes, saabiges Dankeschön ist in der Produktion, natürlich in limitierter Auflage. Es soll Motivation sein, die Segel nicht zu streichen, sondern gerade jetzt Stolz auf den Greif zu zeigen.

Genaue Details und der Start der Aktion folgen, sobald wir die Give-Aways im Lager haben. Die Leser dürfen gespannt sein.

Saab Foto Aktion!

Wie wir wissen, trägt nicht jeder Saab Fahrer die Gene eines Hobby-Autoren in sich. Das soll kein Hindernis sein, um seine Saab Begeisterung mit anderen Menschen zu teilen. Wir wollen möglichst viele Saab Eigentümer bei unseren Aktionen an Bord haben, denn zusammen sind wir stark! In der nächsten Woche stellen wir unsere Fotoaktion vor. Jeder,  der einen Saab besitzt oder im Besitz hatte, oder einen auf der Strasse sieht, kann mitmachen.

Die Teilnahme ist einfach, die Saab-Foto-Aktion startet am kommenden Montag.

Was wird sonst in den kommenden Wochen auf dem Blog passieren? Wir werden uns wie schon angekündigt von “Paul” trennen und unser Projekt-Auto verkaufen. Den Erlös spenden wir einem guten Zweck. Aktuell steht der Saab 9-5 im Hangar, ohne Fahrersitz, der beim Sattler ist. Durch die Urlaubszeit müssen wir etwas Geduld haben, aber die Mission nähert sich dem Ende.

Ausserdem werden wir uns einem heißen Thema widmen, und das ist der Rost bei unseren Alltags-Fahrzeugen. Während wir die Klassiker und Youngtimer penibel pflegen, rosten unsere Daily-Driver leise und unbemerkt. Ein Umstand, dem wir und unsere Werkstätten nicht ausreichend Aufmerksamkeit widmen. Eine tickende Zeitbombe, gegen die man etwas unternehmen muss, wenn man auch in einigen Jahren noch Saab fahren möchte. Wir haben die Problematik bei unserem 9-3 Kombi beleuchtet. Die Reportage kommt demnächst auf dem Blog.

25 Gedanken zu „Saab Mission 2019

  • 20. August 2018 um 10:53 AM
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    zu “analoge Fahrzeuge”:

    Ich würde mich ja selber eher als “teils kritischen Technik-Nerd” mit allem möglichen modernen und smartem Firlefanz bezeichnen.
    Aber bei Autos (besonders Armaturen und Mittelkonsole) mag ich es auch eher klassich.

    Und ich erlebe gerade in meinem Umfeld bzw. Freundes- & Bekanntenkreis eine richtige “Spaltung”.
    Für ein paar MUSS es immer das neuste sein, möglichst digital und mit riesigen Anzeigen (Tesla-like war gestern), möglichst viel beleuchtet in grausam grellen Farben und dazu alles noch mit Tausenden von Gimmiks (bis zum Logo-Lichtkegel auf dem Boden aus den Aussenspiegeln) sein.

    Aber viele hier in meinem Bekanntenkreis haben von dieser Technik-Überflutung mittlerweile mehr als genug (vom Tracking & CO sowieso) und entscheiden sich auch daher (und wegen der dadurch höheren Reparaturkosten und der immer größer werdenden Abhängigkeit von den Vertragswerkstätten) bewusst für “ältere” Gebrauchtwagen oder teils sogar neue “Billig-Marken” ohne diese ganzen “digitalen Kommandobrücken”.

    Und gerade am Wochenede hatte ich diese Diskussion auch mit Neffe und Nichte.
    Beide sind “Generation Smartphone”. Und meine Nichte will sich demnächst ihr erstes Auto kaufen.
    Aber beide wollen bewusst ein Auto, das möglichst wenig Digitalkram hat (nur iPhone-Anschluss für Musik ist wichtig und evtl. Navi-Integration).

    P.S.:
    Schön, dass unser “SSL” (SAAB-Sommer-Loch) endlich vorbei ist!
    Ich freu mich schon auf die kommenden Aktionen – bin gespannt! 🙂

    • 20. August 2018 um 11:31 AM
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      SSL = toll! Gut daß es vorbei ist!

    • 20. August 2018 um 12:56 PM
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      Spannend daran: Die digitale Diskussion zieht sich quer durch alle Altersklassen. Man kann nicht sagen, dass die “Alten” es ablehnen würden, und die “Jungen” die Digitalisierung begrüssen. Diese Diskussion wird sich sicher die kommenden Jahre noch vertiefen.

  • 20. August 2018 um 11:27 AM
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    Gratuliere zu soviel Enthousiasmus, ist bewundernswert, der Fokus stimmt. Weiter so !
    Von einem 2009 Saab 9-5 2.3T (260 PS) Sportcombi Besitzer, der schon seit 48 Jahren ständig Saab fährt.

  • 20. August 2018 um 11:32 AM
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    Schön daß der Blog zurück ist. Ich habe die SAAB Lektüre ganz schön vermisst!

  • 20. August 2018 um 11:51 AM
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    Mein 2002er 9-5 2.3t kombi (4ter nach 99, 900, 900-I) hat nun wegen TÜV neue Buchsen im Fahrwerk
    und läuft und läuft und …
    Das Automatik-Getriebe wurde noch gespült und neu befüllt (wußte nicht das dies nötig war).
    Gruß Klaus

    • 20. August 2018 um 12:58 PM
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      Aufmerksamkeit auf die Automatik zu legen ist immer gut. Oft fahren die Getriebe mit dem ersten Füllstand durch die Gegend. Neu befüllen und zuvor spülen vollbringt manchmal wahre Wunder. Gute Fahrt!

    • 21. August 2018 um 4:31 AM
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      Hope you changed the filter……

  • 20. August 2018 um 11:54 AM
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    Servus und ein Gruß aus Franken an meine LieblingsBlogger!

    • 20. August 2018 um 12:54 PM
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      Danke 😉

  • 20. August 2018 um 12:36 PM
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    Ein sehr gut überlegter und großartiger Einstand nach dem SLL!

    Innere Widerstände gegen die “digitale” Vereinnahmung aller möglichen Lebensbereiche wachsen. Was heißt die so genannte “digitale Kompetenz”? Hier scheinen mir der durchschnittliche Politiker und der durchschnittliche Journalist über alle Maßen genügsam und einfältig.

    In aller Regel wird die “digitale Kompetenz” der Bürger noch immer ausschließlich daran festgemacht und gemessen, wie viele Menschen welcher Altersschichten sich für den jüngsten Blödsinn begeistern und im Main Stream mitzuschwimmen, möglichst alle Geräte und Angebote zu nutzen in der Lage und auch Willens sind. Ergo werden sie auf unkritische Consumer reduziert und je unkritischer und konsumfreudiger sie sind, desto (digital) kompetenter sei angeblich die Bevölkerung …

    Dabei sollte doch längst jedem klar sein, dass diese Kompetenz heute nur noch als eine kritisch, selbstbestimmte und selektive Nutzung des Digitalen verstanden werden kann.

    Mit dem gedruckten Wort war es ja mal ganz ähnlich. Meine Oma (Gott hab’ sie selig) sagte mir mal über ihre Tageszeitung und ihre Illustrierten, das müsse schon alles stimmen, sonst würde man es ja wohl nicht drucken. Und das sagte eine Frau, die den 2. Weltkrieg und so einiges an (gedruckter) Propaganda erlebt hatte. Eigentlich unfassbar …

    Ach, was bin ich froh, einen analogen SAAB zu fahren …

  • 20. August 2018 um 1:17 PM
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    Immer wieder ein Genuss die ausführlichen Berichte hier zu verschlingen. Ich darf mich hier um Kreis der Saabianer mit 32 Jahren wohl zu den Jüngeren zählen aber immerhin fahre ich nun fast schon seit 13 Jahren Saab. Und auch bei dieser Schilderung kann ich nur zustimmen. Saab steht für mich mittlerweile auch für Bewährtes, dass ich in einer Welt der Digitalisierung und Automatisierung (Stichwort driver becomes a passenger) sehr schätze und genieße. Sollen die ganzen mit ICs vollgepumpten smart Cars doch erstmal beweisen, dass sie auch nach Jahrzenten weiter gehegt und gepflegt werden. Einen erfolgreichen Wochenstart Euch allen

    • 20. August 2018 um 3:01 PM
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      Das kann ich mit 22 Jahren noch grade so unterbieten 😉

      • 21. August 2018 um 9:45 PM
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        Ich glaube, da kommen noch jüngere Jahrgänge nach!

        Meine Jungs verhandeln schon jetzt mit mir, wer zum 18. (in 7 bzw. 10 Jahren) mal welches meiner Autos bekommt …

  • 20. August 2018 um 1:41 PM
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    Als analoge Autos werden es die alten SAABs sicher schaffen. Da werden einige der 900-er überleben.
    9000-er und 95 werden wohl eher selten so weit kommen. Die waren zu ihrer Lebzeit schon zu sehr Gebrauchswagen und nicht mehr so wahnsinnig speziell. Auch wenn sie mir gefallen haben.
    Schlecht sieht es mit den 93 aus. Zu viel Elektronik drinnen um wirklich alt zu werden. Wenn die Teile mal ihr Alter erreicht haben, wird es wohl teuer. Und ob sich das noch jemand leisten will? Bei meinem zickte letzthin das CIM rum. Aufsperren und wegfahren unmöglich. Orio / Saab-Parts kann nicht liefern. Irgendwo wurde dann noch eins im Gestell gefunden. Und wenn nicht? Wie setzt man „so was“ ohne das Ding ein? Wer ersetzt einem in 20 Jahren, wenn der 93 den Oltimer-Status hat so ein Teil? Kann man das allenfalls reparieren? Denn ohne solche Spezialteile wird es nicht funktionieren. Und von diesen Spezialteilen gibt es in den heutigen Autos vermutlivh tausende verschiedener Lösungen ohne die eine Funktion des Fahrzeugs nicht möglich sein wird.

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    • 20. August 2018 um 2:25 PM
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      Ich fürchte, das alles sind berechtigte Gedanken und Zweifel …

      Schon vor zirka 16 Jahren berichtete mir ein Freund (ein Ingenieur der Theater- und Veranstaltungstechnik), der mit Leuten von Daimler zusammengesessen hatte (es ging um die Vorstellung der neuen S-Klasse), dass die Daimler-Jungs in dem Meeting gesagt hätten, die neue S-Klasse sei die erste, die es wohl niemals zum Oldtimer bringen würde …

      Seitens der Veranstaltungsleute folgten erst ein betretenes Schweigen und schließlich die naheliegende Frage: “Ja, wieso das denn?”

      Die Antwort haben sie schon vorweggenommen. Man verwies zur Begründung auf die komplexe Elektronik und den Umstand, dass sich weder Daimler noch Zulieferer langfristig zuständig für diese fühlen würden …

      Eine ganz erstaunlich offenherzige Aussage eines Marktführers zum Thema Nachhaltigkeit. Da muss man sich als Anhänger einer verschwundenen Marke wohl keinerlei Illusionen mehr hingeben …

      Es sind in der Tat wohl die technisch einfacheren SAABs, denen das längere Leben beschieden sein wird. Das haben sie bereits vollkommen richtig dargestellt. Leider …

    • 20. August 2018 um 2:48 PM
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      Der Elektronik Baukasten im 9000, 900 II/9-3 I und 9-5 I ist relativ einfach und beherrschbar. Da mache ich mir weniger Sorgen, es kommen in loser Folge ein paar Artikel dazu.
      Schwieriger wird es ab 9-3 II. Die CIM Problematik sagt viel darüber aus. Leider wird bei Orio-Schweden seit Jahren dieses Bauteil stets zu spät und zu wenig bestellt. Die Philosophie der Kleinbestellungen rächt sich nun mit längeren Lieferzeiten von Seiten des Lieferanten. Nicht nachvollziehbar für mich, warum Orio auf so lebenswichtige Teile nicht mehr Augenmerk legt.

      • 20. August 2018 um 5:09 PM
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        Antwort: damit die Leute VOLVO kaufen ?

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  • 20. August 2018 um 5:15 PM
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    Danke für das Beenden des “SSL”…….eine kleine Motivation immer weiter Saab zu fahren, hatte ich letzten Mittwoch auf der A 24 von Hamburg nach Berlin…….ich “schlumpelte” mit meinem 9000er bei Tempo 130 und Tempomat so vor mich hin, als das schöne Geräusch einer nicht originalen Auspuffanlage an mir vorbeizog, welches einem 900 I Turbo “entwich”…….da der Kollege mich Saabianer auch etwas spät erkannt hatte, begrüssten wir uns mehrfach mit Lichthupe von mir und Warnblinklichter von ihm……..meine Mitfahrer waren ganz gerührt und ich dachte: schön, dass sich Menschen im Geiste noch auch auf diese Art näher kommen……Bitte, macht weiter so!!

  • 20. August 2018 um 8:28 PM
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    Ein schönes Aus für das Sommerloch. Selten übrigens wohl nicht nur im Süden. SAAB sah ich auf der Strecke WÜ – HST nur einen Schweden in einem 9-5, der war so überrascht wie ich :-). Heute auf Rügen, kamen mir 2 SAAB entgegen, alle freudig grinsend. SAABisten eben.

    • 23. August 2018 um 4:55 PM
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      In hst gibt es aber über 10

  • 21. August 2018 um 1:00 AM
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    Schön, dass der Blog wieder da ist 🙂
    Ich war zwei Wochen auf Malta und total überrascht, wieviele Sabb ich dort rumfahren sah. Gefühlt mehr als Volvo, gezählt habe ich nicht. Schön war’s schon …

  • 22. August 2018 um 7:26 AM
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    Freue mich, schoen auf diese neue Aktionen und froh das wir wieder regelmaesig etwas interessantes ueber Saab lessen koennen.

  • 22. August 2018 um 9:00 AM
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    Schön wieder etwas von Dir zu lesen. SSL vorbei, juhu. … PS: Meine Tochter (10 Jahre alt) ist seit ihrer Geburt begeisterte SAAB-Fahrerin (natürlich mit meiner Unterstützung und nicht im öffentlichen SV … 😉 ) und sagt immer wieder, dass sie gar nicht weiß, was für ein Auto sie mal fahren wird, da ja kein neuer SAAB mehr hergestellt wird. Bloß gut, das Papa nicht nur einen SAAB in der Garage stehen hat. … Allen eine angenehme Woche noch

  • 23. August 2018 um 9:47 PM
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    dass viele 9-3II vernachlässigt werden liegt sicher zum Teil auch an der Dieselkrise, viel Wert sind die leider nicht mehr, obwohl das noch immer tolle Autos sind. Wir werden unseren sicher nicht hergegeben, egal was kommt, darum bin ich auf den Rostschutz gespannt und vielleicht Tipps wie man die Dichtungen an der Front und Heckscheibe schützen kann. Viele 9-3II sind ja auch in den Händen von nicht Saab Fans, die haben den wahrscheinlich irgendwo billig bei einem Fänchenhändler bekommen und denen ist egal was mit dem Auto passiert.

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