Wie ich zur Marke mit dem Greif und den 4 Buchstaben kam

Eine richtig turbulente Saab Geschichte, mit vielen Höhen und Tiefen, kommt von Sebastian. Saab, so schreibt er uns, ist Teil seines Lebens und Saab ist „more than a Car“.

Saab 9-5 Chrombrille
Saab 9-5 Chrombrille

Alles fing 1995 damit an das mein Vater seinen geliebten Fiat Tipo meiner Mutter übergeben musste und er ein neues Auto brauchte.
Eigentlich sprach damals alles für einen Volvo 440/460 was meinen Vater bewegt mit mir dort zur hiesigen Volvo Vertretung zu fahren.
Da uns der dortige Händler nicht ganz ernst nahm sind wir beim örtlichen Saabhändler gelandet(dieser gehörte einem örtlichen Baulöwen und wurde von dessen Frau so als eine Art Hobby betrieben).

Ich muss zugeben, dass mir die Marke damals nicht wirklich viel sagte, aber dort auf dem Hof eine Menge toller Fahrzeuge standen, die es mir wirklich angetan hatten( 9000 aero,900 I Cabrio etc.).
Nun war zu dieser Zeit ein toller Verkäufer in diesem Autohaus aktiv, der sich meinen Vater und mich schnappte und in einen dunkelgrünen (ich glaube es was skarabäusgrün) farbenden 900 II S 2.0i setzte mit 5 Türen.

Ausstattung war jetzt nicht so üppig und auch der Turbo fehlte, allerdings konnte man damit 170 km/h fahren ohne das man das merkte. (wenn ich da noch an den Tipo denke den meine Eltern damals hatten, na Hilfe…)

Der Verkäufer vom örtlichen Saabhändler hatte dann nach der Probefahrt mit meinem Vater auch gleich Blut geleckt und diesem dann das besagte Fahrzeug für ein ganzes Wochenende mitgegeben.

Den Rest kann man sich dann denken.

Mein Vater unterschrieb am folgenden Montag den Kaufvertrag und ich wurde Saabfanatiker.

Da für mich eigentlich schon immer feststand, dass ich mal was mit Autos machen werde, sofern ich meine Schulausbildung in der Tasche habe, suchte ich Mitte 2000 eine Ausbildungsstätte zum KFZ-Mechaniker. Auch hier schlug das Schicksal wieder zu und ich landete bei einem der größten Saab Händlern in Norddeutschland.
Opfer war allerdings das ich gut 200 km von zu Hause weg musste was damals mit 16 Jahren nicht so ganz einfach gewesen ist.
Ich durfte dort beim Händler jeden Tag mit der Marke mit dem Greif verbringen und lernte dort nicht nur meinen Beruf sondern auch entwickelte immer mehr meine Leidenschaft zu dieser tollen Marke.
Dort habe ich dann nicht nur meine Ausbildung abschließen dürfen, sondern war auch für den After Sales Bereich etc. aktiv, was mich noch fester mit der Marke verwurzelt hat.

Als ich dann Mitte 2006 aus dem Unternehmen schied und zur Bundeswehr musste, brach ich erstmal mit dieser Liebe. Ein Seat Toledo mit einem 1.9 TDI war einfach praktischer und billiger für mich im Unterhalt.

Einen Saab hätte ich damals mir gerne gekauft, nur waren die mir damals schlichtweg zu teuer. Nichts desto trotz hatte mein Vater damals nach einem Getriebeschaden seinen 900 II gegen einen 9-5 Kombi hergeben und so konnte ich jedes freie Wochenende an diesem schönen Fahrzeug schrauben. So verging noch ein e ganze Weile bis ich 2007 meinen ersten Saab mein eigen nennen konnte.
Mir wurde angeboten eine Saabvertretung in Greifswald zu übernehmen und zu leiten.

Dort hatte ich als Firmenwagen einen 9-3 Aero Kombi mit dem nicht ganz unproblematischen 150 PS Diesel. Nun muss man dazu wissen, dass Saab bei uns in M-V eigentlich mehr eine Randerscheinung gewesen ist und ich es in einem Mehrmarkenautohaus es wirklich schwer hatte, die Marke dort zu etablieren.

Es kam wie es kommen musste,.

Opel bekam Ende 2007 den Insigna(der 9-5 sollte dort eigentlich schon präsentiert werden) und Saab musste, zum ersten mal in die Insolvenz gehen. Mein damaliger Chef entschied dann nur noch Saab Service Betrieb sein zu wollen und ich sollte BMW dann für ihn vertreiben, was ich dann ablehnte.

Ich konnte einfach nicht mit der bayrischen Marke mich identifizieren und was es damals auch meinen Kunden gegenüber nicht richtig. So ging ich freiwillig aus dem Unternehmen um mich dann als Spediteur selbstständig zu machen, meinen schönen AERO war ich leider somit los, allerdings hatte ich mir über eine Internetplattform einen 9-3 besorgt als seltenes Sondermodell Force.

Wenn man es richtig nimmt, war das Auto schon als ich es abgeholt hatte Schrott, allerdings habe ich das Auto so Orginal wieder aufgebaut und erfreute mich so jeden Tag an diesem seltenen Stück.
Nun bekam ich eines Tages von der anderen schwedischen Firma mit dem Greifen einen riesen Auftrag, zu dem ich ganz schnell 3 Transporter mehr benötigte als ich eigentlich hatte. So kam es auch hier wie es kommen musste und ich gab meinen 9-3 weg ,um die Anzahlung für einen der 3 Transporter zu haben.

Privat fuhr ich dann das Auto meiner Freundin (einen ollen Golf) oder eben das Fahrzeug meines Vaters, der mitlerweile sich nach gutem zu reden von mir sich einen 9-3 Kombi mit der 2.0 BioPower Maschine in nocturnblau gegönnt hatte.

Besonderheit damals an dem Auto war ja der E85 Motor und da wir die Möglichkeit hatten, diesen Treibstoff bei uns um die Ecke zu tanken, viel seine Wahl auf diese Konfiguration. Kurios an der Geschichte war allerdings, dass wir zur damaligen Zeit einer von 4 Kunden gewesen sind, die diesen Treibstoff beim damaligen Tankstellenbetreiber regelmäßig getankt hatten.

Da es mit meiner Spedition mittlerweile so gut lief, erfüllte ich mir einen Jugendtraum und kaufte mir(bitte nicht steinigen jetzt) einen Audi TT mit dem 1.8 T Motor. Irres Auto und auch eine irre Geschichte wie ich zu diesem Fahrzeug kam, aber das würde hier dann jetzt den Rahmen sprengen…) Stolz wie bolle baute ich auch dieses Fahrzeug wieder auf um es dann einen Monat später polnischen Langfingern zu überlassen.

Nun schlug das Schicksal wieder zu und ich bekam einen guten Kurs von meiner Versicherung wieder der rasch investiert werden musste. So fand ich bei einem arabischen Mitbürger, Autohändler seines Zeichens, einen 2006er 9-5 Kombi (Chrombrille) vor mit dem nicht ganz unproblematischen 1.9 TID Motor. Das Auto hatte alles was ich damals suchte und passte auch preislich.

Der Händler allerdings wusste nicht so recht was mit dem Auto anzufangen und ich bekam noch eine große Garantie dazu sowie diverses Zubehör (wie gesagt ich denke heute noch der war froh einen für dieses Auto gefunden zu haben). Zum Fahrzeug sollte gesagt werden, es ist ein holländischer Re-Import gewesen (nicht unüblich bei uns hier oben) und hatte 120000 km runter.

Fort an baute ich auch dieses Fahrzeug nach meinem Geschmack um und freute mich jeden Tag wo ich mit diesem herrlichen Fahrzeug fahren durfte. Leider meinte das Schicksal es diesmal nicht mehr so gut mit mir und ich verlor meine Aufträge bei der schwedischen Post sowie den Auftrag des schwedischen LKWs Hersteller mit dem Greifen.

Ich entschied mich das Unternehmen an meinem Mitbewerber zu übergeben (damit meine Angestellten, damals 8 an der Zahl, Ihre Jobs behalten konnten) und ging zurück in meine Heimatstadt.
Dort lernte ich meinen jetzigen Chef kennen, der mir eines seiner Autohäuser anvertraut hat, wo ich mich um den Verkauf einer VAG Marke kümmere.

So kam es das ich auch meinen 9-5 wieder abgeben musste und nun einen Dienstwagen fahre. Da meine Frau ein Fahrzeug aus dem VAG Konzern hat und ich durch meinen Arbeitgeber auch so ein Fahrzeug fahren muss, stand das gute Stück nur rum und ich suchte einen Liebhaber, der meinen Schatz auch heute noch in Ehren hält.
Nach einer Weile erinnerte sich das Schicksal wohl an mich und ich stand eines Tages bei einem einheimischen Autoverwerter auf dem Hof der gerade einen Unfallschaden schlachten wollte.

Es war eines der selten Saab 900 II Cabrios Mellow Yellow mit nicht mal 80000 km auf der Uhr! Das konnte ich nicht zu lassen und so kaufte ich Ihm dieses Fahrzeug für 1000,-€ ab.

Der Verwerter meinte noch, er verstünde nicht warum jemand für diesen Schrott überhaupt noch was ausgibt, aber bitte, da hast du ihn.
Nun verbrachte ich jede freie Minute (neben Studium und Job) damit das Fahrzeug wieder aufzubauen. Das Projekt an sich, war ein netter Ausgleich zum Job und meine Frau hatte nun endlich Ihr versprochenes Cabrio.

Da ich allerdings nun im April zum ersten mal Vater werde und auch bei uns somit das Geld knapp ist, musste ich mich auch von diesem Traum in Gelb verabschieden. Es ging an einen Sammler auf den Farörer Inseln und wird dort ganz sicher kaum Kilometer zurücklegen…so groß ist die Insel bekanntlich nicht…)

Leider hat meine Frau das nicht so mit Saab und es wird wohl bald ein weiteres VAG Produkt bei uns vor der Tür parken( wo dann Kinderwagen und meine Person mit befördert werden).
Allerdings mein Vater hat immer noch seinen 9-3 (dieser von mir liebevoll gehegt und gepflegt wird) und sofern es mein Geldbeutel erlauben wird, gibt es einen 9-3 Black Turbo X.

Alles in allem ist Saab ein Teil meines Lebens der mich geprägt hat und ich habe heute schon das OK meines Chefs, sofern es wieder Neuwagen von Saab geben wird (und daran glaube ich jeden Tag), diese auch zu vertreiben und zu warten..denn wie heißt es so schön…Saab More than a car!

5 Gedanken zu „Wie ich zur Marke mit dem Greif und den 4 Buchstaben kam

  • Warst du bei eggert?
    und wo warst du vorher? Etwa Rostock?

  • Ja Eggert in Greifswald bzw Bergen waren unter meinen Fittichen.
    Leider allerdings zu spät,da dort nix mehr zu retten gewesen ist.
    Mit den Rostockern kann ich allerdings ganz gut.

    • So ist auch meine Erfahrung.
      rostock top der andere naja.

  • Tolle Geschichte!

  • Ein ziemlich wechselhaftes Leben mit Saab, aber eine spannende Geschichte und auch nett geschrieben. Da kann man nur hoffen, dass dein Chef Wort hält, wenn es soweit kommt, dass neue Saabs gebaut werden.
    Und dir natürlich alles gute, dass es mit dem Turbo C klappt. =)

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