Saab News Schweden: Die Uhr tickt – pro Saab

Vladimir Antonov
Vladimir Antonov

Es tut sich was im Norden. Zum ersten Mal in der Woche scheinen sich die Dinge zu Gunsten von Saab zu entwickeln. In Schweden hat sich eine bunte Koalition zusammen gefunden, eher unfreiwillig und zufällig, um für Saab zu kämpfen.

Das “Aushängeschild” der Pro Saab Fraktion ist Vladimir Antonov. Für den Russen aus einer renomierten “Nuclear Dynastie” geht es um viel. Es ist zwar die akute Insolvenzgefahr gebannt, aber langfristig ist Saab noch nicht sicher.

Deshalb erhöht er den Druck auf die Regierung. Mit GM hat er sich geeinigt, was die Vöglechen schon am Wochenende erzählt haben.

Er befreit General Motors von den stimmrechtslosen Vorzugsaktien, mit einem erheblichen Rabatt, und hat das Wohlwollen und den politischen Druck der Amerikaner gegen die EIB auf seiner Seite.

Ob gewollt oder nicht, die bunte Fraktion die sich auf Grund der Krise zusammengefunden hat und momentan pro Saab agiert, erhöht die Chancen von Antonov. Das linke Spektrum, Gewerkschaften, Parteien und Kommunalpolitiker trommeln für den Autobauer aus Trollhättan. Dazu kommt ein bunter Mix aus Unternehmensverbänden, wie der Zuliefererindustrie und einiger Institutionen. Sie alle machen jetzt, endlich Druck auf Stockholm.

Die Regierung sollte Farbe bekennen. Antonov unterstützen – oder auch nicht. Vielleicht auch Saab unterstützen. Denn die Phase der Unsicherheit, des permanten Wechselbads von guten und schlechten Nachrichten, muss zu Ende gehen.

Wie wäre es mit einer Förderung der Elektromobilität ? Deutschland fördert die Autoindustrie mit 1,5 Milliarden € in dieser Legislaturperiode, um umweltfreundliche Elektroautos zu entwickeln. Schweden fördert diese Zukunftstechnik aktuell mit 0,00 Kronen für Volvo und Saab.

Morgen gibt Antonov eine große Pressekonferenz. Der öffentliche Druck auf Stockholm ist riesig. Denn die Regierung muss jetzt den Immobilenverkauf absegnen. Fließt das Geld, ist eine Aufnahme der Produktion in greifbarer Nähe. Weitere 30 Millionen € von Antonov würden Saab zusätzlich stabilisieren. Die Zeit bis zum Einstieg chinesischer Investoren wäre gesichert.

Die Chancen standen nie besser für den russischen Autonarren mit Wohnsitz in London. Denn er hat jetzt viele Verbündete.

Text: tom@saabblog.net

2 Gedanken zu „Saab News Schweden: Die Uhr tickt – pro Saab

  • Das sind wirklich vielversprechende Neuigkeiten. Es ist beeindruckend zu sehen, mit wieviel Engagement einzelne Personen versuchen, SAAB zu retten. Ich vermute mal, dass sie dabei primär nicht an Profit denken. Ob es bei anderen Automobilherstellern ähnliche Enthusiasten gäbe?

    Danke an Euch Saabblogger für die sachliche, unaufgeregte Verfolgung der Situation!

    Gruß

    Puessel

  • Ist der Verkauf der Spyker Aktivitäten an Antonov’s CCP Global Holdings Ltd. eigentlich auch an ein OK von aussen gebunden?

    Im Press Release vom Februar wird dies nicht erwähnt. Noch im April wurde der Verkauf für “shortly” angekündigt.

    Diese zusätzlichen 15 Millionen würden sicherlich nicht stören. Ausser der Verkauf ist zwingend an die Rückzahlung von spezifischen Schulden gebunden für welche diese Assets “gepledged” sind… Eine solche Lesart der Pressemeldung vom Februar kann nicht ausgeschlossen werden.

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