Faszination Saab 9000 Aero, keine Angst vor hohen Kilometerständen

Saab baute immer wieder faszinierende Autos. Eines davon ist der Saab 9000 Aero, dessen Fähigkeit, die Menschen in seinen Bann zu ziehen, bis heute ungebrochen ist. Was ist das Besondere an diesem Saab? Eine Karosserie mit Fließheck, gewürzt mit leicht italienischen Nuancen und mit intelligentem Leichtbau, trifft auf das jetstarke Turbotriebwerk.

Leichtbau und Intelligenz schlossen sich einst nicht aus. Man konnte, wenn man wollte und durfte. Nicht umsonst wurde der Saab wiederholt als das sicherste schwedische Auto und sogar als das sicherste überhaupt ausgezeichnet. Und selbst im fortgeschrittenen Klassikeralter attestierte ihm die Folksam-Versicherung, sicherer als der Durchschnitt aller Autos auf Schwedens Straßen zu sein.

Allein das ist in gewisser Weise faszinierend.

Faszination Saab 9000 Aero - ewig gültig
Faszination Saab 9000 Aero – ewig gültig

Faszination Saab 9000 Aero, keine Angst vor hohen Kilometerständen

Das eigentliche Faszinosum ist aber das 2.3 Liter Triebwerk mit dem großen Turbolader, und die Lieblingsdisziplin lautet “Beschleunigung aus mittleren Geschwindigkeiten”. Dann ist es so, als ob der Jet die Nachbrenner zündet, so eindrücklich verfolgt der Saab seine Beschleunigungsabsichten. Und wer jetzt mit herzlosen Elektroautowerten punkten will, die auf dem Papier beeindruckend sind, der hat diesen Saab und das Zusammenspiel echter Technik noch nicht erlebt.

Warum schreibe ich das?

Ein 1993er Modell, jetzt in Schweden versteigert
Ein 1993er Modell, jetzt in Schweden versteigert

In Schweden wurden gleich zwei rote Saab 9000 Aero aus verschiedenen Baujahren versteigert. Beide haben weit über 300.000 Kilometer, doch beide sind der Schlüssel zu einem beeindruckenden Fahrerlebnis.

Trotz Patina sieht man den beiden Saabs die hohen Kilometerstände nicht an und, offen gesagt, sind sie kein Manko. Die Technik wurde damals für eine besonders lange Nutzung ausgelegt. Lieber überdimensioniert und haltbar, war die Devise. Von der Kurzlebigkeit der elektrischen Zukunft, die, wie wir wissen, von den chinesischen Kunden mittlerweile nach 3 oder 4 Jahren schlicht entsorgt wird, war man weit entfernt.

Triebwerk: 2.3 Liter, 4 Zylinder, großer Turbolader und Ladeluftkühler
Triebwerk: 2.3 Liter, 4 Zylinder, großer Turbolader und Ladeluftkühler

Wobei man den chinesischen Konsumenten und ihr Handeln verstehen kann. Die Fortschritte der Elektroautoindustrie sind so frappierend, dass sich das Phänomen wiederholt, das wir bereits in den 80er und 90er Jahren beim PC sahen.

Alt ist alt, überholt und so weit weg von allem, dass es auf dem Elektromüll landet.

Ein 9000 Aero ist zeitlos, egal wie viele Kilometer
Ein 9000 Aero ist zeitlos, egal wie viele Kilometer

Davon wird ein Saab 9000 Aero nie betroffen sein. Solange man etwas Zündfähiges findet, was in den Tank zu füllen ist, darf man schwedische Maschinenbaukunst vom Feinsten erleben. Das Saab Turbotriebwerk Abenteuer hätte mit der aktuellen Bilweb Auktion (Link) starten können, und sie zeigte, dass ein Einstieg in den 9000 Aero nicht teuer sein muss.

Denn beide Fahrzeuge wurden zu deutlich unter 10.000 € liegenden Preisen versteigert. Hat man vielleicht doch Angst vor hohen Kilometerständen?

Mit Bildmaterial von bilweb

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest

3 Comments
Newest
Oldest Most Voted
Bonne
1 Monat zuvor

Toller Artikel! Ich fahre selbst einen roten Saab 9000 Aero – inzwischen mit über einer halben Million Kilometern auf dem Tacho. Das Beeindruckende: Motor und Getriebe sind noch original. Lediglich der Turbolader wurde gegen einen Upgrade-Lader getauscht, natürlich mit den passenden Anpassungen am Rest der Technik.

Natürlich merkt man dem Auto die vielen Kilometer an einigen Stellen an – das lässt sich nach über 500.000 km gar nicht vermeiden. Aber er wirkt keineswegs verbraucht oder “fertig”. Im Gegenteil: Er fährt sich immer noch richtig gut und macht bei jeder Fahrt aufs Neue Spaß.

Für mich sind hohe Kilometerstände bei einem Saab 9000 Aero eher ein Zeichen dafür, wie langlebig und robust diese Autos konstruiert wurden.

mmbmmb
mmbmmb
1 Monat zuvor

Ach Mensch! So ein schöner Artikel, aber das ewige E-Auto Bashing ist doch absolut unnötig. Der 9000er steht selbstverständlich für sich, da muss es gar keine abwertenden Quervergleiche geben.
Wir fahren den unseren BMW i3, der bei mir den 9000er übrigens vom Tagesdienst ablöste schon seit beinahe 13 Jahren. …und zwar ohne nacht irgendeinen Nachfolgemodell zu lechzen.
Das was mich an den modernen Autos viel mehr stört als die Antriebsart ist die “Bevormunteritis”, die seit einigen Jahren Einzug hielt und teilweise sogar verpflichtend eingebaut werden muss. …und dagegen ist eine Fahrt im 9000er eine einzige Wohltat. Selbst wenn ein Passagier nicht angeschnallt ist wir da nicht lautstark rumgebimmelt sonders es leuchtet dezent die “Fasten Belts” Leuchte. Mir würde das heute noch so in der Art genügen.

Last edited 1 Monat zuvor by mmbmmb
Ringostar
Ringostar
1 Monat zuvor
Reply to  mmbmmb

Ich erkenne hier kein Bashing sondern nur das vorsichtige Einpflegen ungeliebter Wahrheiten.

Bashing findest Du beim überlegten Stil des Autors hier nicht, da muss man anderswo lesen.

Ein Journalist der WELT bezeichnete Elektroautos vor einigen Tagen als Zvilisationskrankheit auf Rädern.

Das ist Bashing!