Saab Quiz Auflösung – welche Cabriolet Baureihe war am erfolgreichsten?
Eines ist klar. Das klassische Saab 900 Cabriolet hat die Marke für eine gewisse Zeit gerettet. Saab wurde zum Trendsetter, besetzte mutig und mit etwas Nachdruck durch den Nordamerika Statthalter Bob Sinclair eine Marktnische, die kaum einer zuvor erkannt hatte. Bis heute ist das erste Saab 900 Cabriolet eine Designikone, es ist nicht nur wertstabil, sondern aktuell sogar im Wert steigend (Link).
Allerdings ist da die Frage aus unserem Quiz (Link), ob das ursprüngliche Cabriolet auch das erfolgreichste war? Seine relativ lange Produktionsphase und seine übergroße Tendenz in der Saab Szene lässt es vermuten. Doch in Wirklichkeit ist es nicht die Nummer 1.
Da war eine andere Baureihe von Saab viel erfolgreicher.
Tauchen wir ein in die Welt der Statistik und der Meilensteine in der Produktion!

Saab Quiz Auflösung – welche Cabriolet Baureihe war am erfolgreichsten?
Die Herstellung des Saab 900 Turbo Cabriolets im Saab-Valmet Werk im finnischen Uusikaupunki begann 1985 mit sieben Exemplaren. Im Jahr darauf waren es 1.475 Fahrzeuge, und der Höhepunkt wurde 1992 mit 10.942 Einheiten erreicht. Das ist absolut bemerkenswert, denn der 900 war zu diesem Zeitpunkt bereits ein Klassiker, der immer noch in Produktion war, und der zu Legenden wie dem Land Rover Defender oder dem Morgan Plus 8 aufschloss.
Allerdings ist diese Baureihe mit 48.894 Fahrzeugen das Schlusslicht in der Statistik.
Nachdrücklicher machte es der Nachfolger. Der Saab 900 NG, der es in der Szene in der Vergangenheit nicht immer leicht hatte, schrieb Markengeschichte. Während seiner kurzen Produktionsphase von 1994 bis 1997 rollten 55.636 Neuwagen aus den finnischen Werkshallen. Besser noch, mit 19.234 produzierten Fahrzeugen im Jahr 1997 stellte er einen Rekord für die Ewigkeit auf. Mehr offene Saab pro Jahr wurden niemals mehr hergestellt.
Tatsächlich rangiert die Baureihe mit 55.636 Cabriolets vor dem klassischen 900 auf Rang 3.

1997 begann die Herstellung des Saab 9-3 OG Cabriolets, welches die letzte Baureihe aus Finnland werden sollte. Im ersten Jahr waren es 136 Neuwagen, dann aber pendelte sich die Produktion zwischen 17- und 18.000 Einheiten pro Jahr ein. 2003, als der Nachfolger bereits in Graz produziert wurde, rollten abermals 4.114 Saab bei Valmet vom Band, dann endete eine Ära.
Mit 93.517 Exemplaren landet die erste Saab 9-3 Baureihe auf dem zweiten Rang der erfolgreichen Cabriolets.
Die Saab 9-3 NG Baureihe ist am erfolgreichsten von allen!
Es war damit die Saab 9–3 NG, die sich für die Schweden am häufigsten verkaufte. Eine besonders erstaunliche Tatsache, denn speziell dieses Modell bricht mit den Traditionen der drei vorherigen Serien komplett. Während vom ersten 900 über den 900 NG und 9-3 OG eine behutsame Evolution zu spüren war, ist dieser Saab komplett anders und es stellt sich die Frage, ob er die 100.000-Exemplare-Hürde nahm?
Leider war das nicht so, denn die Umstände sprachen sich dagegen aus. Die Produktion in Österreich bewegte sich leicht über dem Niveau der ersten 9-3 Serie, bis es dann 2009 zum kompletten Absturz kam. GM schickte Saab in die erste Rekonstruktion, in diesem Jahr fuhren nur noch 3.250 offene Saab aus den Hallen bei Magna.
Damit waren es 95.582 Saab, die eine Österreich Herkunft haben und der Hersteller holte die Produktion zurück nach Trollhättan.
Allerdings kam sie in Schweden nie mehr richtig in Schwung, 2009 wurden 3 Neuwagen am Göta Kanal gebaut, 2010 waren 2.528 und ein Jahr darauf 1.473. Mit nur 4.004 Einheiten verfehlt diese Baureihe, welche die erfolgreichste aller Zeiten war, die 100.000er-Grenze ganz scharf. 99.586 Saab 9-3 NG Cabriolets waren es am Ende.
Saab war eine erfolgreiche Nischen- und Cabriolet Marke und ein offener Saab als Neuwagen würde heute noch seine Käufer finden.
Noch ein kleiner Hinweis betreffend den Vorproduktionen für Testphase bis 1985:
diese CV hatten noch die originale Aussenspiegel des 901er, nicht im Stile des 9k mit 2 Stegen, da dessen Windschutzscheibe noch nicht die definitive Neigung des späteren ab 1986 CV war. Zudem fehlte noch der Seitenblinker auf dem Kotflügel.
Betreffend erste CV-Produktion bis Herbst 1993:
Nicht zu vergessen, die Produktionszahl war anfänglich stark limitiert, die Bestellungenanzahl waren höher als die Produktionzahl, dies wurde damals auch im Voraus angesagt, dass es mit weit über 1 Jahr Lieferfrist zu rechnen sei; in der Tat war dies bis ca. 1990 der Fall!
Betrifft Stückzahl:
Während seiner kurzen Produktionsphase von 1994 bis 1997 rollten 55.636 Neuwagen aus den finnischen Werkshallen.
Tatsächlich rangiert die Baureihe mit 55.363 Cabriolets vor dem klassischen 900 auf Rang 3.
Entschuldigung Tom, sollte diese Stückzahl nicht ebenbürtig sein?
Bestimmt ein Tippfehler.
Na, ein klassischer Zahlendreher, 55.636 ist die korrekte Zahl. Danke!
Da hat mir doch mein “lokales SAAB Bauchgefühl” einen Strich durch die Rechnung gemacht…, 9-3 NG hatte ich nicht gedacht. Allerdings hatte ich auch “nur” an das (2.) Facelift Modell gedacht… ;-). Glückwunsch an die SAAB-Cabrio-Spezialisten!
Lieber Tom,
vielen Dank für dieses unterhaltsame Quiz! 🙂
Gibt es eigentlich auch genaue Zahlen, wieviele von den 2011 produzierten 1.473 Cabriolets schon Griffins waren? Und sind die bei ANA 2012 von Hand zusammen geschraubten Cabriolets auch enthalten? So oder so – auf die 100.000 kommt man ja leider eh nicht. Ewig schade, dass dann Schluss war. 🙁
Allen Saab-Fans ein schönes saabiges Wochenende! 🙂
Das Quiz wurde von Dir initiiert, ich habe zu danken!
Leider haben wir keine detaillierte Aufstellung zu den Griffins und zu ANA. Solche Feinheiten konnte man jahrelang bei NEVS nachfragen, die verwalteten mit Geduld das Archiv und waren immer hilfsbereit.
Heute ist leider keiner mehr da, der diese Fragen beantworten würde, man kann nur an das Museum schreiben und auf eine Antwort hoffen.
Sehr gern! 🙂
Markus Lafrentz hat mal gesagt, dass ca. 1.000 Griffins gebaut wurden, davon je ca. ein Drittel Cabriolet, SportCombi und Limousine.Inwieweit das halbwegs belastbare Zahlen sind, weiß ich natürlich nicht. Das würde aber bedeuten, dass im Jahr 2011 ca. noch etwas mehr als 1.000 Cabriolets des Modelljahres 2011 gebaut wurden und dann der Rest Griffins (Modelljahr 2012 bzw. 2011 1/2) waren. Da meines Wissens die Griffins ab März oder April 2011 gebaut worden, als es schon erhebliche Produktionsaussetzer gab, könnte das ja in etwa passen. Genaue Zahlen könnte ich bei Gelegenheit ja einmal beim Museum nachfragen, danke für den Tipp!
Danke, ganz intéressant.
PS: Schön auch das blaue Modell mit dem Hardtop aus Uusikaupunki, zugegebenermassen selten
Vor dem Hardtop 😉 rollt ein gelbes Cabriolet.
…….also vor dem Viggen, aber was ist vor dem gelben Cabriolet? Das ist kein Saab…
Ein Porsche Boxster, auch den gab es aus Uusikaupunki.
stimmt, der Punkt geht an dich, und mit gelben Blinkergläsern, ein furchtbares Auto im Gegensatz zu unseren Schätzen
Ja, in Sachen Ästhetik steht es hier 1:0 für Saab.
Und Lada Samara Baltic. SAAB-Valmet hat versucht, sie auf westeuropäisches Niveau zu bringen. Ich saß 1997 mal in einem.
Okay !? – da habe auch ich mich von meinem Saab “Gefühl” völlig fehlleiten lassen…
Ich hätte alles auf 901 gewettet – danke Tom für die “Nachhilfestunde” zum Thema CV …
Schönes WE …
Das Saab Gefühl kann täuschen, denn die optische Präsenz des klassischen Saab 900 Cabriolets ist in der Szene überproportional hoch.
Da gehen die unscheinbaren 900 NG und 9-3 OG fast unter 😉
Dass der 900 II erfolgreicher ist als der 900 I überrascht doch ziemlich. Hätte ich so nicht gedacht. Die andere Reihenfolge 9-3NG vor 9-3OG ist eigentlich ziemlich logisch und von mir so erwartet.
Noch eine Bemerkung zu dem wunderbaren, roten Cabrio oben im Bild. Ich denke es ist eines der sehr raren 9-3 Performance Cabrio. Wohl dem der eins hat! Ich hatte eine 9-3 Performance Limousine Baujahr 2005, ein Hammerauto, 252 PS und 350Nm Drehmoment, Schub ohne Ende. Habe ihn leider im Zuge meines Umzuges von CH nach D verkauft. Reut mich heute noch!
Das ist es, ein Performance Cabriolet. Es war damals im Einsatz von Saab Deutschland, zu dem Zeitpunkt nicht mehr in Bad Homburg, sondern schon in Rüsselsheim.
Woran erkennt man denn die Performance Edition?
Ja, ich habe mich auch von der hohen Dichte der ersten Baureihe in der Szene fehlleiten lassen. Und dass es so viele 900 NG Cabriolets gegeben hat, hätte ich auch nicht erwartet. Bei denen ist die Zahl derjenigen, die nicht bis heute überlebt haben, gleichwohl wahrscheinlich am höchsten (befürchte ich)?
Außen sind es die Felgen, die Abgasanlage, der Hirsch-Sticker am Heck und innen auf jeden Fall viel Leder statt Kunststoff. Ich denke, @aero50 fällt noch mehr dazu ein.
Es gibt einen sehr dezenten Heckspoiler, quasi aus dem Kofferdeckel heraus geformt, also nicht bloss aufgesetzt. Innen mit schönem zweifarbigem Leder. Das Auto hatte damals an der CHF/Euro 70k Grenze gekratzt, also ziemlich teuer!
Oha! Stolzer Preis – aber auch ein ganz besonders stolzes Cabriolet! Sehr interessant, davon hatte ich leider noch nie etwas gehört …
Oder ist “Performance” nur die Abkürzung für “Hirsch Performance”? Die kenne ich natürlich bei diversen Modellen.
Die Performance Modelle sind ein Resultat der direkten Zusammenarbeit Saab mit HP, welche man direkt beim Saabhändler so kaufen konnte. Soviel ich weiss wurden sie nur im 2004 und 2005 angeboten. Sie hatten mit 252 PS noch etwas mehr Leistung als ein gehirschter 2.0 T Aero welcher auf 230 PS kam.
Die Performance Modelle sind heute sehr rar!
Vielen Dank, wieder was “saabiges” gelernt! 🙂