Kurz vor Weihnachten entlässt NEVS die restlichen Mitarbeiter

Es scheint eine ungute Tradition im Stallbacka Industriegebiet in Trollhättan zu sein. Kurz vor Weihnachten entlässt NEVS alle noch verbliebenen Mitarbeiter, in der Geschichte war es bei Saab mehrmals ebenso geschehen. Damit endet vermutlich das letzte Kapitel um das Drama der Nach-Saab-Ära.

Eine besondere wirtschaftliche Bedeutung für die Region hatte NEVS schon länger nicht mehr, gerade noch 20 Personen stehen auf der Lohnliste. Trollhättan entwickelt sich im Jahr 13 nach Saab auch ohne eigene Fahrzeugproduktion weiter, die Stadt ist ein automobiles Entwicklungscluster geworden, welches in der Breite aufgestellt ist.

Werkseingang NEVS (Saab) Fabrik, historisches Bild 2013
Werkseingang NEVS (Saab) Fabrik, historisches Bild 2013

Kurz vor Weihnachten entlässt NEVS die restlichen Mitarbeiter

Dass mit den Entlassungen auch die Geschichte rund um das Emily-Konzept ausgeträumt sein wird, ist wahrscheinlich. Eine Bestätigung steht aus, NEVS CEO Nina Selander spricht etwas kryptisch davon, dass der letzte Nagel in den Sarg bis jetzt nicht eingeschlagen sei (Link).

Es mag sein, dass nach NEVS etwas Neues entsteht. Das Gelände, welches das Unternehmen immer noch besitzt, liegt mitten im früheren Werksareal und ist für Investoren hochinteressant. Trollhättan war schon immer gut darin, Chancen zu erkennen und sie zu nutzen.

Das letztliche Scheitern diverser Träume und Visionen für die Zukunft vor Ort ist allerdings weniger Nina Selander, als den Geschehnissen in China zuzuschreiben.

Die Abwicklung des einst riesigen Evergrande-Konzerns geschieht relativ geräuschlos. Für die Automobil-Division, zu der auch NEVS gehört, wird immer noch ein Käufer gesucht. Allerdings sind die Aussichten sehr gering, in China selbst gibt es zu viele kleine und mittlere Elektroauto-Produzenten, die im harten Wettbewerb ums Überleben kämpfen, und eine Marktbereinigung steht seit Jahren aus.

In den kommenden Tagen wird mit einer Pressemeldung zu rechnen sein, wie es mit NEVS und den Liegenschaften in dem Stallbacka Industriegebiet weitergehen könnte. Vielleicht sind im Finale auch das Emily und Pons Konzept letztmalig ein Thema und wenn nicht, dann wäre zu wünschen, dass die existenten Prototypen nicht sämtlich in privaten Sammlungen verschwinden.

Es wäre zu begrüßen, wenn zumindest ein Fahrzeug als Teil der Geschichte vielleicht im Saab Museum für die Öffentlichkeit erhalten bleiben würde. Denn es gehört zur Stadt dazu, so wie es bei Saab, den Flugzeugen und den Lokomotiven zuvor war.

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Aero-93
Aero-93
1 Jahr zuvor

Zitat: Es wäre zu begrüßen, wenn zumindest ein Fahrzeug als Teil der Geschichte vielleicht im Saab Museum für die Öffentlichkeit erhalten bleiben würde. Denn es gehört zur Stadt dazu, so wie es bei Saab, den Flugzeugen und den Lokomotiven zuvor war.

Es bleibt zu hoffen. Wäre schön, evtl. sogar nett;-).
Ob allerdings chin. Eigner so “ticken”…, da befürchte ich nix Gutes :-(.
Wie so häufig in diesen Zeiten bleibt die HOFFNUNG und der GUTE WILLE :-).

andreas61k
1 Jahr zuvor

Traurig für die verbliebenen 20 Mitarbeiter, die vor Weihnachten einen blauen Brief bekommen.
Genauso traurig, dass die Zukunft von ‘Emily’ noch nebulöser wird als noch vor kurzer Zeit, als man diesem Konzept eine rosige Zukunft prophezeite – mit leider mehr Schein als Sein.

Marc
1 Jahr zuvor

Es wirkt wie ein Fluch. Ab und zu kleine und mit Emily große Hoffnungsschimmer und dann geht’s doch nicht in die gewünschte Richtung. Ich bin zwar nicht gut genug in der Materie drin aber wie kann es sein, dass zumindest das Antriebskonzept von Emily, als produktionsbereites Konzept(!!!), nicht mehr Interesse weckt?

andreas61k
1 Jahr zuvor
Reply to  Marc

Inzwischen verfolgen m. W. auch andere Hersteller vergleichbare Konzepte. Dem Lauf der Zeit geschuldet hat das Antriebskonzept der ‘Emily’ sein Alleinstellungsmerkmal eingebüßt, was sehr schade ist.

Mac Saab
Mac Saab
1 Jahr zuvor
Reply to  Marc

Emily hätte vermutlich einen Käufer gefunden wenn sie wirklich fertig entwickelt gewesen wäre. So aber waren es noch ein bis zwei Jahre, und das war zu viel nachdem NEVS das Fahrzeug zuvor lange unter Verschluss gehalten hat. Ich denke, man war wieder einmal zu spät dran.