Saab als Sicherheitspionier – eine aktive Kopfstütze für alle

Mit der ersten Saab 9-5 Generation führten die Schweden neben anderen Innovationen auch die aktive Kopfstütze ein. Der Anbieter aus Trollhättan war aufs neue ein Vorreiter und Sicherheitspionier und gab während des Autosalons in Genf 1996 das Versprechen, dass es in Zukunft die aktive Kopfstütze für alle Saab geben würde.

Jedes neue Saab Modell sollte diesen Sicherheitsstandard in Serie haben. Zu einem Zeitpunkt, als die meisten Marktbegleiter das Thema nicht in ihrer Agenda stehen hatten. Zwei Jahre später war es so weit. Saab löste bei der Präsentation der 9-3 OG Baureihe auf dem 36. Genfer Autosalon das gegebene Versprechen ein.

Mit dem Auslaufen der Produktion der 9000 Baureihe wenige Monate später verfügten jetzt sämtliche Fahrzeuge im Angebot über diese innovative Sicherheitstechnik.

Saab 9-3 (1998) - die aktive Kopfstütze für alle neuen Modelle
Saab 9-3 (1998) – die aktive Kopfstütze für alle neuen Modelle

Eine aktive Kopfstütze für alle – Saab als Sicherheitspionier

Heute ist das Wissen, dass Saab der Wegbereiter war, verloren gegangen. Vielleicht warben sie in Trollhättan zu wenig dafür, um es in der Allgemeinheit als Saab Innovation nachhaltig zu verankern. Selbst Wikipedia (Link) versteigt sich ins Ungefähre und nennt das Jahr 2000 und das WHIPS System von Volvo, wenn es um die aktive Kopfstütze geht.

Dabei lag Saab mit dem SAHR (Saab Active Head Restraint) mit dem 9-5 knapp vor dem ewigen Rivalen. In Göteborg zog das vergleichbare System erst ein Jahr danach in den Volvo S80 ein.

Doch um ehrlich zu sein, es waren nicht die Saab Ingenieure alleine, welche die Sicherheitstechnik zuerst in den 9-5 brachten. Partner Autoliv, zu diesem Zeitpunkt Airbag Lieferant für Saab Automobile, war federführend beteiligt.

Wirkungsweise der aktiven Kopfstütze
Wirkungsweise der aktiven Kopfstütze

Was damals wegweisend war, die Gefahr von Halswirbelverletzungen (HWS Syndrom) dramatisch vermindern konnte und von anderen Herstellern – meist in der Oberklasse – rasch übernommen wurde, hat im Prinzip auch fast 30 Jahre später noch Bestand. Denn die aktive Kopfstütze funktioniert im Grundprinzip einfach, ohne App und Computerunterstützung.

Das Saab System wird auch heute noch angewendet

Bei einem Heckaufprall wird der Oberkörper durch die Massenträgheit in die Lehne des Sitzes gepresst. Über ein Rückenschild mit Umlenkhebel wird die entstehende Bewegung genutzt, um die Kopfstütze automatisch nach vorn zu bewegen und den Abstand zwischen Kopf und Stütze zu reduzieren. Auf diese Weise wird eine Überdehnung der Nackenwirbel verhindert und das Verletzungsrisiko verringert.

Da das System reversibel ist und wieder in die Ausgangsposition zurückfährt, entstehen nach der Auslösung der Kopfstütze keine Reparaturkosten. Viele Anbieter nutzen heute noch dieses einfache und preiswerte, von Saab etablierte System.

Wegbereiter - Saab 9-5 mit SAHR System
Wegbereiter – Saab 9-5 mit SAHR System

Mittlerweile wurde die Idee bei höherpreisigen Herstellern jedoch weiter verfeinert. BMW etwa bietet seit Jahren eine crash-aktive Kopfstütze an. Sie ist an Bordelektronik und das Airbag-System gekoppelt und kann das gefürchtete Schleudertrauma in Millisekunden verhindern (Link). Auch Mercedes geht diesen Weg und die Idee aus dem Jahr 1997 wird weiter verfeinert und verbessert.

Begonnen hatte aber alles in einem Saab.

Für Saab Deutschland machte sich die Flut an neuen Modellen und der Mut zur Innovation bezahlt. Der 9-5 wurde 1998 als bestes Importauto seiner Klasse ausgezeichnet, die Zulassungen stiegen 1997 um 25 % auf 6.036 Einheiten.

Ein Rekord für die Kultmarke und die Ambitionen noch mehr Autos zu verkaufen, waren in der Zentrale in Bad Homburg enorm.

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Stefan Schäfer
Stefan Schäfer
2 Jahre zuvor

Unter vielen anderen Punkten war genau die aktive Kopfstütze das schliesslich ausschlaggebende Argument für die Bestellung unseres SAAB 9-5 Combi 1999.
Meine Frau hatte bereits zweimal ein Schleudertrauma bei Autounfällen erlitten, da war keine Überzeugungsarbeit nötig.

Mario
Mario
2 Jahre zuvor

Mich hat das Sicherheitsbestreben von SAAB stets beeindruckt. Die aktive Kopfstütze ist ein weiterer Beweis dafür. Für mich hat da SAAB immer mindestens eine Schippe drauf gelegt bzgl. Entwicklung, Umsetzung und auch Materialauswahl.

Ob zu wenig promotion betrieben wurde? Ja, denke ich auch und viele haben es auch nicht als attraktiv genug bewertet oder auch nicht verstanden deshalb einen SAAB zu kaufen. Mit dem Thema “Sicherheit und Insassenschutz im Unfallfall” entsprechende Emotionen zu wecken war sicherlich stets eine Herausforderung und mit Blick auf die Geschichte ja auch leider in Stein gemeißelt… 🙁

Last edited 2 Jahre zuvor by Mario
Saablover
Saablover
2 Jahre zuvor

War damals ein Argument um einen 9-3 zu kaufen. Und seitdem bin ich bei Saab geblieben.