Saab verspricht Spaß in der Zukunft – Versprechen gehalten?
Im Jahr 1997 feierten die Schweden 50 Jahre Saab Automobilbau, die allgemeine Stimmung wird in Richtung Ausgelassenheit tendiert haben. Verständlich, denn vor der Türe parkte der neue Saab 9–5, welchen man sich zum Jubiläum geschenkt hatte. Der Neue war außergewöhnlich überzeugend, fand die Presse und später auch die Kunden.
Keine Selbstverständlichkeit bei einem kleinen Hersteller wie Saab es war.
Die Zukunft schien großartig zu werden, die Planungen sahen Verkaufszahlen, die niemals erreicht wurden. Ein kleiner Saab, ein Sportwagen und ein Cross-over auf 9–5 Basis. Alles schien machbar und in greifbarer Nähe. Da war es naheliegend, dass man den Kunden eines versprach – viel Spaß mit Saab in der Zukunft!

Saab verspricht Spaß in der Zukunft – Versprechen gehalten oder nicht?
Damals müssen die Werbetöpfe voll gewesen sein. Denn Saab Deutschland erlaubte sich den Luxus, nicht mit einem konkreten Modell in der Öffentlichkeit zu werben, sondern den Ur-Saab in die Gegenwart zu rücken. Den kannte in Deutschland so gut wie keiner, die Hardcore Fans der Marke einmal ausgenommen.
Aber er sah spannend und schnittig aus, stand gewissermaßen für Avantgarde, Fahrspaß und Technik in einem, und transportierte damit exakt die Botschaft, auf die es ankam.
Die Kampagne wurde wiederholt in allen großen deutschen Printmedien geschaltet. Die Werbeagentur ADPLUS, hauptsächlich für Opel tätig, schrieb dazu einen Text, der weiter Lust auf Innovationen aus Schweden machen sollte.
Unkonventionell und wegweisend wollte Saab sein. War das zu viel versprochen?
Im Spielzimmer der Saab Ingenieure parkte tatsächlich ganz viel Spaß
Saab gibt es leider nicht mehr, aber schaut man in das Spielzimmer der Ingenieure von damals, dann war da wirklich einiges an Potenzial für den ganz großen Spaß versammelt. Die Entwickler arbeiten an der variablen Kompression (Link), ein Antrieb, welcher den Turbo auf mittlere Sicht hätte ablösen sollen.
Saab SVO (Special Vehicle Operations) stand mit dem 9–3 Viggen bereit, der sich den Namen vom Flugzeugbau (Link) geliehen hatte. Weiter hinten im Hangar plante man schon mit der 9–5 Variante den nächsten Coup. Allrad-Antrieb, 300 Turbo PS, das waren die Eckwerte.
Und alles sprach für eine Einhaltung des Versprechens und sehr viel Spaß.

Es kam ganz anders, Zukunft zu planen ist eben nicht so einfach. Man kann es sich leicht machen und GM mit der kompletten Übernahme der Marke im Jahr 2000 für die hauptsächliche Spaßbremse halten. Der übergroße Spaß blieb jedenfalls aus. Die Saab SVO Abteilung und die Entwicklung zur variablen Kompression verschwanden in der Besenkammer.
Saab lieferte trotzdem Spaß
Aber was mit dem Aero Label oder als Turbo mit Hirsch Performance Steroiden vom Band fuhr, war dennoch kein Produkt von Traurigkeit.
Dann kamen später noch kleine Höhepunkte dazu. Wie der unvergessene Turbo X oder der 9–5 NG mit Allrad und V6 Turbo-Kraft. Das alles stimmt versöhnlich und obwohl Werbeversprechen meist Schall und Rauch sind, könnte man wohlwollend sagen, dass Saab die Versprechen von einst gehalten hat.
Oder wie sonst würden sie es umschreiben, wenn Sie nach einer langen Fahrt mit dem Saab entspannt und zufrieden lächelnd aussteigen, und den alten Saab gegen kein anderes Auto des Planeten eintauschen möchten?
Wenn man GM schon für etwas loben will, wie wäre es für den ersten serienmäßigen PKW mit Turbomotor, den Oldsmobile F-85 Jetfire.
Und wenn man schon dabei ist, kann man sie auch gleich für den zweiten serienmäßigen PKW mit Turbomotor, den Chevrolet Corvair turbo-charged loben.
Nur so ein Gedanke …
Damals, im Juni 1997, am “50-Jahre-Saab” Jubileum, war gleichzeigig das internationalen Saab-Meeting und der Saab-Festival in einem gefeiert worden. Nebenbei wurde der neue 9.5er vorgestellt und aus amerikanischer Sicht lediglich der damalige verantwortlicher der US-Saab-Importation für eine kleine Rede (habe ehre Foto-shooting in Erinnerung) anwesend. GM war anonym und unter den leidenschaftlichen Saab-Oldtimer-Fanatiker wohl auch nicht willkommen. War mehr ein Fest der dem 50-jährigem Bestehen der Marke unter den Saab-Oldtimer Teilnehmern gewidmet war; da waren in der Tat prozentual noch mehr Oldtimer present als bei den späteren Verantstaltungen, wo sich der Fahrzeugpark extrem stark verjüngert hatte. Mag mich an diesem Treffen noch erinnern, dass aus Italien welche LKW-Fahrzeugtransporter mit mehr als ein Dutzend älterer Versionen der Modelle 93, 95, 96 sowie ein cardinalroter 99 TURBO in Originalzustand anwesend waren, wobei welche dieser Fahrzeuge ausgezeichnet wurden. Als Oldtimer-Liebhaber waren die ersten 2 gefeierten Jubilee-Days (1987+1997) die spannendsten sowie von der Oldi-Materie wohl aufschlussreichsten Treffen unter einer älteren Generation Saabisten die uns langsam Schrittweise verlassen haben.
Tom, das Werbemotiv mit dem Spruch hat doch Potential es auf Eure Plakat-Angebotsliste zu schaffen! Das würde ich zumindest auch kaufen, denn der Spruch sitzt und stimmt ja auch heute noch.
Gibt es denn in der GM-Firmengeschichte eine Übernahme, die als erfolgreich zu bezeichnen ist? Mir sind mit SAAB-Bezug nur fails bekannt wie Opel und Holden. Glaube es hat auch amerikanische Autohersteller erwischt. Für alle Beteiligten – ob intern oder extern sehr schade – – aber unterm Strich nicht wettbewerbsfähig.
Mario … cooler Idee ist mir auch durch den kopf gegangen aber Du hast es ausgesprochen.
@Thomas Bonk was meinst Du? Bin dann auch dabei.
Ich muss schauen, was die Vorlage hergibt. Etwas Nachbearbeitung und dann mal ein Probedruck.
Mir gefällt das Motiv ebenfalls 😉
… und Pontiac …
“Man kann es sich leicht machen und GM mit der kompletten Übernahme der Marke im Jahr 2000 für die hauptsächliche Spaßbremse halten.” … halten ist gut, denn aus meiner Sicht war GM mehr als nur eine Spaßbremse.
Klar, wenn Firmen nur aus Gewinnmaximierung heraus “Spaß” aus dem Portfolio verbannen, werden sie in Konsequenz niemals als innovativ wahrgenommen werden.
Der Iceblock Effekt bei Scheinwerfern (m.W. durch Saab geboren) wurde dann natürlich von GM auf andere Modelle übertragen. Dasselbe gilt für Turbo oder die durchgängige Lichtleiste am Heck. Und was bringt GM seit 2012 innovatives auf den Markt? Aus meiner Sicht nichts, denn Saab ist ja weg wo sie vorher “klauen” konnten. Das mir definitiv nichts (auch nicht geschenkt) aus dem Hause GM in die Garage kommt muss ich da wohl nicht extra betonen. Selbst einen Leihwagen aus diesem Umfeld habe ich schon 2x abgelehnt.
Und das ist der Spaß der mir auch in der Zukunft bleibt 🙂
Sicher kann man über GM denken wie man will, aber eins sollten wir nicht vergessen – hätte es ohne GM den 900 ll, 9-3 l / 9-3 ll und alle 9-5 Modelle jemals gegeben !?!? Wahrscheinlich nicht …
Wenn ich mich recht erinnere, standen die Kaufinteressenten/Investoren seinerzeit nicht wirklich Schlange bei Saab …
Über den “Abgang” von GM aus Trollhättan müssen wir natürlich nicht reden – quasi “ohne Worte”
Am Ende geht’s halt immer nur um Rendite und Erträge ….
Schönes WE aus Thüringen
GM baut gute Autos ! Den ersten Voll LED Scheinwerfer hatte GM .
Das Auto stand 2008 bei der Hella in Lippstadt.
GM hat zumindest robuste Autos gebaut. Mal im Rückblick gesehen. Die Opels waren haltbar, die Saabs auch.
Nicht alles war schlecht.
Die Aussage hatte ich jetzt doch mal zur Forschung angespornt.
Cadillac setzte die LED als erster Hersteller 1992 in der dritten Bremsleuchte ein.
Ab 2000 kamen bei vielen Herstellern rote LED in Schluss- und Bremsleuchten zum Einsatz, später dann auch Blinkleuchten.
Audi setzte als erster Hersteller 2004 im Audi A8 weiße LED im Außenbereich als Tagfahrlicht ein.
Lexus brachte 2007 im LS 600h Frontscheinwerfer mit LED-Technologie auf den Markt.
Erste Voll-LED-Scheinwerfer, die Abblend- und Fernlicht erzeugen, kamen 2008 im Audi R8 auf den Markt.
Da ist nix mit VollLED Scheinwerfer von GM dabei, sondern maximal die LED als 3te Bremsleuchte. Oder es fehlt was in den mir vorliegenden Infos.
Ja, waren die 9-3er / 9-5er ohne GM auf den Markt gekommen? Eine Aussage dazu ist vermutlich genauso spekulativ wie … was wäre gewesen wenn doch noch ein anderer Hersteller wie BMW eingestiegen wäre.
Die GM Kiste stand im Werk 1 in Lippstadt.
Hella Techniker hatten damals an der Zulassung gearbeitet. Ich hatte damals auch mit einigen gesprochen.
Wau bravo … kommt mir vor als standest Du zu jenen damals aktuellen Zeiten mit im Personal, die gerne so drastische Ausdrücke über die GM “erbsenzählende Buchhalter” zur Sprache brachten, weil diese lediglich die “Sparlisten”-Sprache kannten und leider von technische Sicherheitsmassnahmen oder zukunftsweisende Innovationen absolut Ahnungslos daher gähnten und sich teils auch als überzeugungslose Ignoranten und diskussionslose Egoisten verhielten; d.h. das geringste Interesse, demzufolge mangelde Zusammenarbeit.