Koenigsegg AB beendet Joint Venture mit NEVS

Große Veränderungen in Schweden. Die Koenigsegg AB beendet ihr Joint Venture zur Produktion des Gemera mit NEVS. Das Unternehmen aus Ängelholm kauft den 65 % Anteil der NEVS AB zurück und übernimmt das Joint Venture mit dem Namen „Meneko“ komplett. Damit sichert Koenigsegg die Produktion des Super GT der Marke.

Koenigsegg Gemera - ab 2023 aus Ängelholm
Koenigsegg Gemera – ab 2023 aus Ängelholm

Koenigsegg übernimmt Meneko komplett

Das Joint Venture war im Januar 2019 geschlossen worden. Koenigsegg und NEVS vereinbarten die Entwicklung und die Produktion von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben. Der Schwerpunkt lag auf Elektrifizierung, CO₂ Neutralität und auf einem höheren Produktionsvolumen.

Teile des ehemaligen Saab Werks sollten für die Produktion von Komponenten umgerüstet werden, Koenigsegg investierte massiv in den Ausbau der Werksanlagen in Ängelholm. Während der Ausbau in Ängelholm weiter voran schreitet, scheint das Komponentenwerk in Trollhättan jetzt der Vergangenheit anzugehören. NEVS versinkt immer tiefer im Strudel der Krise um Eigentümer Evergrande. Eine Erfüllung aller Verpflichtungen im „Meneko“ Joint Venture dürfte nicht mehr sichergestellt sein.

Christian von Koenigsegg (CvD) dankte den Mitarbeitern der NEVS AB für die hervorragende Zusammenarbeit. Er betonte, dass er diese gerne mit weiteren Projekten fortsetzen werde.

Gemera ab 2023 aus Ängelholm

Für Koenigsegg ist der Gemera, der ab 2023 in Ängelholm produziert werden soll, ein großer Schritt in der Entwicklung des Unternehmens. Erstmals sollen 300 Einheiten eines Modells hergestellt werden. So viele, wie noch niemals zuvor in der Geschichte der schwedischen Sportwagen Manufaktur. Mittlerweile beschäftigt Koenigsegg rund 500 Mitarbeiter, während der frühere Partner den Mitarbeiterstamm auf ca. 300 reduzieren muss.

Für NEVS ist die jüngste Entwicklung ein zusätzlicher Rückschlag. Das Unternehmen, bereits durch den massiven Personalabbau und die Krise des chinesischen Eigentümers gezeichnet, verliert einen weiteren Aktivposten. Es ist aber immer noch mit 20 % an der Koenigsegg AB beteiligt.

Mit Bildmaterial der Koenigsegg AB

8 thoughts on “Koenigsegg AB beendet Joint Venture mit NEVS

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    Vermutlich wird NEVS im Zuge der Massenentlassungen gar nicht mehr in der Lage sein allen Verpflichtungen gegenüber Koenigsegg nachzukommen. Die Argumenten warum die Firma langfristig überleben sollte werden immer weniger.

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    …ein mächtiger Strudel abwärts wirkt z. Zt. am Göta Älv. Gar nicht schön.
    CvK rettet sich ans rettende Ufer…, und SONO Motors???
    Hoffentlich bleibt es nicht bei der Vision von Moosverkleidungen im Cockpit…
    Ganz zu Schweigen vom wirtschaftl. Standort Trollhättan. Seit 10 Jahren ringen um die Zukunft eines Ortes. Schön sieht auch hier anders aus. Harte Info zum Wochenbeginn. Trotzdem danke.

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    …naja Koenigsegg hat ja eher Einblick ob der Gaul schon tot ist. Macht wenig Hoffnung auf eine gute Entwicklung in Trollhättan und auch nicht in China

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      Gut gesagt.
      Und auch wenig Hoffnung für München …
      Wenn ein Gaul erstmal tot ist, kann er auch für Sono Motors nicht mal eben das Feld einer Auftragsfertigung beackern …
      Wenn CvR die Mehrheit (65%) der NEVS AB am gemeinsamen Joint Venture mal so eben abkaufen kann, spricht das Bände.
      Die Aussage CvRs, sich auf weitere Projekte mit der NEVS AB zu freuen, war Teil der Verhandlungen und hat sicherlich den Preis für die 65% an Meneko gedrückt. NEVS steht offenbar mit dem Rücken an der Wand, hat neben finanziellen Problemen auch das, vertraglich vereinbarten Verpflichtungen im Rahmen des Joint nicht nachgekommen zu sein. Die mussten ganz einfach die für sie sehr prestigeträchtige Mehrheitsbeteiligung wider Willen hergeben. CvR konnte die Bedingungen frei diktieren …

      Ich wüsste ja gerne, wie viele Millionen SKR es die NEVS AB letztlich gekostet hat, von CvR zum nur vermeintlich vorläufigen – aber wohl viel eher endgültigem – Abschied ein freundliches und mit Sicherheit vertraglich vereinbartes Statement zu bekommen.

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        Ich finde, man muss die Lage ganz nüchtern sehen. NEVS reduziert die Kosten wo es nur geht um zu „überwintern“ bis sich (vielleicht) ein Käufer oder Investor findet. Das Unternehmen hat einige Übung in diesen Dingen, unter KJJ hatte es bis zum Einstieg von Evergrande ebenfalls eine sehr harte Zeit.

        Ob die „Überwinterung“ zum Erfolg führen wird, ist die andere Frage. Das Interesse am Standort Trollhättan dürfte in den letzten Jahren stark abgenommen haben.

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          Auch gut gesagt.
          Das Problem mit Überwinterungen ist, je mehr Übung man hat, desto weniger Speck oder Konserven bleiben für die jeweils nächste …
          NEVS hatte ja nie einen Sommer, hatte keine Ernten. Ich lese die jüngste Meldung so, dass die Phase des Kannibalismus begonnen hat. Auch die kann mit einer Rettung enden. Sehr, sehr unwahrscheinlich, aber rein theoretisch noch immer eine Option.

          CvR wendet sich rechtzeitig ab, weil er kann und will. Wenn Sono Motors das nicht tut, sagt das vermutlich mehr über Sonos eigene Bedürftigkeit, als über die Kapazitäten von NEVS. Leider.
          Koenigsegg ist nunmal der einzige Automobilhersteller in dieser merkwürdigen Quadriga. Was immer auch aus Evergrande werden mag, die drei Möchtegerne können sich gegenseitig und untereinander mit Absichtserklärungen nun nicht mehr helfen, ohne Autos auszuliefern. Da sind sich von der KPCh bis hin zur dt. Crowd (eine sehr merkwürdige Allianz übrigens) mittlerweile wohl die meisten einig. Eigentlich eine gute Nachricht, dass Koenigsegg sich da rauszieht.

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            Ich wage mich mit Evergrande oder NEVS an keine Prognose (bitte morgen Blog lesen – interessant). CvK handelt konsequent, abwarten und hoffen sind keine Option.

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              „bitte morgen (…)“

              Aber selbstverständlich. Hier ist es ja immer interessant.
              Und für den Moment fällt mir selbst auch nichts mehr ein. Ich freue mich schon sehr auf den neuen Input.

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