Löfven & Nygren: Offenheit eine Chance für Saab
Jan Nygren und Stefan Löfven haben heute einen Artikel im Aftonbladet veröffentlicht, der auf die aktuelle Situation in Trollhättan eingeht. Das Aftonbladet ist so eine Art schwedischer Bildzeitung, mit großer Reichweite. Löfven ist Vorsitzender der IF Metal und Jan Nygren begleitete meines Wissens nach als Staatssekretär die Verkaufsverhandlungen von Saab. Beide können als Saab Insider gelten.
Im Artikel geht es viel um die merkwürdige Rolle der Regierung im Bezug auf den Antonov Einstieg und die Tatsache dass die schwedische Reichsschuldenverwaltung scheinbar Probleme mit der Passivität der eigenen Regierung in Sachen Saab hat. Beide sind der Meinung, dass die Regierung endlich Aktion zeigen muss, um – wörtlich übersetzt – die “einzigartigen Fahrzeugkonzepte aus Trollhättan zu schützen”. Das klingt wunderbar in meinen Ohren.
Der Einzug des Kronofogden im Werk sieht man als Chance. Denn, der Kronofogden überprüft die Vermögenswerte und hat bereits heute Gespräche mit Saab Verantwortliche aufgenommen. Er kann Vermögen einfrieren, wird aber dabei die Existenz der Firma nicht gefährden – das hat er mehrmals angekündigt. So sind die Konten für Gehalts – und Steuerzahlungen ein Tabu. Die Untersuchung kann bis zu 3 Monaten dauern. Schweden ist recht offen in Steuersachen. Jeder kann nachschauen ob der Nachbar seine Steuern zahlt und ob der neue BMW oder Mercedes vor der Haustür dem Nachbarn gehört oder nur ein Firmenwagen ist.
So wird es auch Saab gehen. Die finanzielle Lage wird offengelegt was Löfven und Nygren als Chance für das Überleben sehen. Die unklare Lage wird geklärt, wenn nicht vorher das Verfahren auf Grund des Einstiegs eines neuen Investors abgebrochen wird.
Mehr Offenheit – ein Gewinn ? Kann sein. Es sind nicht nur Investoren aus China interessiert. Auch andere stehen in den Startlöchern und haben mit der EIB verhandelt.
Saab ist nicht abgeschrieben. Das sollten wir bei der schwierigen Lage nicht vergessen.
Text: tom@saabblog.net
Wie sieht es denn überhaupt mit den Chinesen aus; die haben doch angeblich schon das Geld für über 1000 Fahrzeuge im voraus bezahlt oder ?
Ich wundere mich ehrlich, was da noch draus werden soll denn dann kann Saab doch auch nach anfahren der Produktion eigentlich keinen zusätzlichen Cash Flow mehr erwirtschaften…
Oder habe ich da was verdreht ?
Hallo Frank,
dass die Produktion nicht anläuft, kann nach unserer Auffassung nur mit einigen wenigen Zulieferern zusammenhängen (die stellen sich vermutlich noch völlig quer und “schießen sich somit in das eigene Bein”).
Zu den Automobilen, die für China vorgesehen sind: Die Anzahl ist vergleichsweise gering (insgesamt liegen weltweit schon ca. 16.000 Bestellungen vor!!) und könnte schon bei einer Tagesproduktion von ca. 100 Fahrzeugen schnell abgearbeitet werden. Rechnet man die weltweiten Bestellungen dazu, würde bereits während weniger Monate ein riesiger Betrag nach Trollhättan fließen (bitte selber kurz rechnerisch überschlagen).
Die Produktion müßte nur endlich wirklich losgehen!!!
Viele Grüße
Julie
Hallo,
man fragt sich natürlich nach den neuerlichen Infos (“Offenheit eine Chance für SAAB”) woran es in Bezug auf die Investoren noch hapert und der Einstieg noch immer nicht erfolgt ist (bei den Chinesen ist es klar, hier ist die Verzögerung aufgrund der staatlichen Stellen vorprogrammiert).
Die Geduld bei den Kunden, Händlern und sonstigen Beteiligten ist mittlerweile überstrapaziert!
So kann es keinesfalls weitergehen – das Interesse an der Marke wird bei allen kontinuierlich schwinden. Dies geht nicht zuletzt wegen der verheerenden Presse schneller als erwartet!
VM muß Führungsstärke zeigen und die Sache wirklich rasch in eine positive Richtung bringen – z. Zt. läuft es deutlich entgegengesetzt und niemand stoppt dies!
Hoffen wir auf die andere Richtung.
Julie