Evergrande EV und Trollhättan – Hoffnung oder Liquidation?

Die meisten Teile des alten Saab-Werks im Stallbacka Industriegebiet in Trollhättan sind zwischenzeitlich filetiert. Sie gehören entweder einer Immobiliengesellschaft der Kommune – oder zu einem privaten Investor. Speziell das frühere Forschungs- und Entwicklungs-Areal soll eine Zukunft als Teil der örtlichen Hochschule haben. Während für die Produktionshallen immer noch mit Mietern verhandelt wird und Bereiche frei sind.

Doch inmitten der großen Flächen hat NEVS ein Grundstück behalten. Es umfasst Teile des historischen Design-Departments und soll weiterentwickelt werden. Aber die Realisierung der Pläne ist ungewiss, NEVS gehört nach wie vor zur Evergande New Energy Vehicle Group. Und um deren Zukunft kämpft der Insolvenzverwalter.

Emily und Pons Projekt in Trollhättan
Emily und Pons Projekt in Trollhättan

Evergrande EV und Trollhättan – Hoffnung oder Liquidation?

Während die vollständige Liquidation der Immobiliensparte von Evergrande als fast sicher gilt und ihr Gründer seit Monaten in einem Spezialgefängnis in Haft ist, bleibt die Zukunft der Autosparte offen. Die Investmentabsichten eines Geldgebers aus dem arabischen Raum scheiterten an den nicht abwägbaren Risiken, zudem musste das angeschlagene Unternehmen zu Unrecht erhaltene Subventionen zurückzahlen.

Der Liquidator befindet sich nach wie vor in Gesprächen mit möglichen Interessenten, berichtet Reuters (Link). Über den möglichen Erfolg wird keine Aussage getroffen, aber die Aussichten der Autobranche haben sich generell global eingetrübt seit den Tagen, als Evergrande noch überzeugt war, Tesla angreifen zu können.

Was eine Liquidation der Evergrande New Energy Vehicle Group für die Liegenschaften in Trollhättan plus der sich dort noch befindlichen Elektroauto-Projekte Emily und PONS bedeuten würde, muss für den Moment offen bleiben.

Vermutlich versammeln sich in der schwedischen Provinz die einzigen noch verbliebenen europäischen Vermögenswerte des einst so ambitioniert gestarteten Projekts. Ob das Emily-Projekt dazu gebucht werden kann, ist jedoch fraglich. Es altert massiv, ist unvollendet und verliert im Gegensatz zu Grund und Boden im Stallbacka Industriegebiet permanent an Wert.

4 Comments
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Detlef Rudolf
Detlef Rudolf
1 Jahr zuvor

Wie schon einmal von mir im Blog erwähnt: Nur auf reine Elektromobilität zu setzen war unzureichend – NEVS wäre ohe Weiteres in der Lage gewesen, einen brauchbaren Hybrid zu entwickeln. Damit hätten sich die Verkaufschancen für das Unternehmen wesentlich gesteigert.

Nur ein unfertiges Emily-Projekt ist deutlich zu wenig – hätte man sich eigentlich auch bei NEVS denken können.

Mac Saab
Mac Saab
1 Jahr zuvor
Reply to  Detlef Rudolf

Ich stimme dir zu. Allerdings wollte der Auftraggeber rein elektrisch, was NEVS auch lieferte. Ich glaube, einen Gestaltungsspielraum gab es nicht.

bergsaab
1 Jahr zuvor

Ja, Zeit ist im Autogeschäft eine wichtige Größe. Zeit und Geld haben gegen die Herausforderer gearbeitet. Fisker, X-Bus, Sono-Motors, Evergrande sind weg vom Markt. Bleiben nur noch die üblichen Verdächtigen mit halbgaren Lösungen sowie die Chinesen und Tesla. Sollte die automobile Zukunft wirklich ein chinesischers oder amerikanisches Auto sein?? Momentan sehe ich in den E-Autos noch keine Mehrwert und es gelingt auch immer genügend SAABe für die Familie fahrbereit zu haben. Aber es wäre wirklich Zeit für innovative Lösungen und E-Autos mit Mehrwert. Emily hätte dazu gehört!