SAAB Kult: Einsteigen mit dem Saab 9-3 I

Er ist der letzte Saab mit dem klassischen Schrägheck. Eine Saab Tradition, die mit dem kultigen Saab 99 Combi-Coupe begann, fand einen unvorhergesehenen Abschluss mit dem Saab 9-3 der ersten Generation. Unvorhergesehen, weil es für die zweite 9-3 Generation ein Schrägheck hätte geben sollen. Diese Variante wurde durch Eigner GM irgendwann gestrichen, und so wurde aus dem 9-3 I (ungewollt) der Letzte seiner Art.

Saab 9-3 Viggen Coupe
Saab 9-3 Viggen Coupe

Sein Erscheinen 1998 sorgte für Diskussion. Ein neues Modell oder nur ein Facelift? Saab hatte über 1.000 Teile geändert oder überarbeitet und war mit Recht der Meinung, ein neues Fahrzeug auf den Markt gebracht zu haben. Die Motorpresse sah das nicht so, was unverständlich ist. Der japanische Gigant Toyota ändert von Generation recht wenig Teile, schleppt manche Komponenten auf lange Sicht durch, weil diese gut und zuverlässig sind – und kein Mensch stellt in Frage, ob ein neuer Toyota wirklich einer ist. Ungerechte Welt !

Alles besser und alles Saabiger!

Der direkte Vergleich zwischen 902 und 9-3 I offenbart den Unterschied. Der 902 fährt sich wie ein charmanter, aber in die Jahre gekommener Youngtimer. Dem 9-3 I nimmt man sein Alter von mindestens 10 bis maximal 15 Jahren nicht ab. Zu gut, zu jung fühlt er sich an. Alles geht einfacher und besser als im 902, und der 9-3 I sieht dazu auch noch moderner aus. Er steht stämmiger auf der Straße und zeigt einfach mehr Präsenz. Eine andere Generation? Aber sicher !

Ein Saab ist ein Saab ist ein Saab. Beim 9-3 I trifft das zu. Vom Saab Klassiker schlechthin, dem klassischen 900, hat man die steile Frontscheibe, das geteilte Armaturenbrett und die kultige Schrägheck-Form geerbt. Dazu kommt ein relativ großes Motorenangebot, erstmals mit Diesel. Ein wunderschönes Cabriolet, und Sonderversionen runden das Angebot ab.

Der 9-3 I hatte eine kurze Bauzeit, und  in gut 5 Jahren wurden 326.370 Exemplare hergestellt. Er ist kein wirklicher Geheimtipp mehr, denn die Szene hat in den letzten Monaten den 9-3 für sich entdeckt und – bei steigenden Preisen – gute Exemplare gesichert.

Saab 9-3 Coupe
Saab 9-3 Coupe

Die Kultmodelle!

Von der ersten Generation des Saab 9-3 gibt es Modelle, die schon ab Werk das Zeug zum Kult haben. Der Saab 9-3 Viggen war ursprünglich mehr als nur ein Sondermodell. Das “Viggen” Label, von der Flugzeug Sparte ausgeliehen, sollte ähnlich wie die “M” Serie bei BMW für sportliche Highend-Modelle stehen. Dabei machte es Saab sich auf den ersten Blick recht einfach. Der “dicke” 2.3 Liter Vierzylinder wurde in den 9-3 transplantiert und sorgte mit mindestens 230 PS bei 1.450 Kilogramm für ein geniales Fahrerlebnis. Leider stand, zumindest nach heutigen Maßstäben, die Fahrwerkstechnik nicht im Einklang mit der Motorleistung, sodass ein Viggen als nicht einfach zu fahren gilt.

Ein von Designer Genie Ian Callum entworfenes Body Kit sorgte für einen besseren CW-Wert, und spezielle Sitze im Innenraum, hochwertig mit Leder bezogen und in verschiedenen Farbvarianten, sorgten für optischen Unterschied zur Serie. Detaillierte Informationen zum genialen Viggen, der auch heute noch zur Jagd über die Autobahn taugt, und von dem mehr als 6000 Exemplare im finnischen Nystad vom Band liefen, gibt es im Viggen Factfile.

Sind 230 Turbo PS zu wenig und 250 Stundenkilometer zu langsam? Für noch mehr Spaß und noch mehr Spieltrieb gibt es Abhilfe. Saab Werkstuner Hirsch lieferte den Saab 9-3 Troll, komplett überarbeitet und verfeinert als sensibles Sportgerät. Bis zu 300 PS und mehr machen – untermalt vom Turbo Sound – aus dem 9-3 einen wilden Troll und einen Porschejäger. Die wenigen heute noch existenten Trolls sind absouter Kult.

Saab 9-3 Viggen Coupe
Saab 9-3 Viggen Coupe

Saab 9-3 I kaufen.

Hatte er mal ein Akzeptanzproblem? Sprach da mal einer von GM oder Opel? Einige Wenige tun es heute noch, aber es soll ja auch Menschen geben, die der Meinung sind, dass Saab mit der Umstellung auf das Viertakt-Prinzip seine Seele verkauft hat. Diese Personen werden einen 9-3 I nie verstehen und sollten es auch gar nicht versuchen. Alle anderen haben schon lange die Qualitäten des letzten Hatchbacks aus Trollhättan erkannt.

Die Verarbeitung ist gut, wobei die Exemplare aus dem finnischen Nystad noch ein Stück besser sind als die aus Trollhättan. Der 9-3 I vereint Alltagstauglichkeit, Individualität und, je nach Motorisierung, Wirtschaftlichkeit und Sportlichkeit. Dass in dieser Fahrzeuggeneration noch Autos gebaut wurden, die nicht ungehindert in die Breite wucherten, merkt man mit Dankbarkeit bei jedem Parkhausbesuch.

Spezialist für Viggen, Troll und Co. Saab Zentrum Bamberg mit 9-3 Aero und Turbo X
Spezialist für Viggen, Troll und Co. Saab Zentrum Bamberg mit 9-3 Aero und Turbo X

Wo kaufen?

Sein Vorgänger wurde schnell zum Kellerkind. Dem 9-3 I blieb dieses Schicksal erspart, und auch heute noch findet man viele Erst- oder Zweithand-Exemplare beim Saab Händler. Mittlerweile bieten die traditionellen Saab Autohäuser Teil-Restaurationen und Motor-Überholungen für dieses Modell an. Auch im Internet gibt es interessante Exemplare auf den üblichen Plattformen. Allerdings ist das Angebot längst nicht mehr üppig, und Geduld ist angesagt.

Für die leistungsstarken Viggen- oder Troll-Modelle ist eine kundige Hand und einiges Wissen nötig. Saab Partner mit Tradition haben hier viel Erfahrung und können beim Kauf und Wartung helfen. Eine gute Adresse im Süden ist das Saab Zentrum Bamberg, wo sich bis vor einiger Zeit ein fabelhafter 9-3 Troll im Fuhrpark des Eigentümers befand.

Worauf achten?

Wie den Vorgänger 902, so plagen auch den 9-3 I manche Probleme an der Karosserie. Rost wird jetzt, nach 15 Jahren bei den ersten Exemplaren, ein Thema. Die Radläufe sind oft betroffen und die Aufnahme der vorderen Stoßdämpfer. Manchmal wurde die Reparatur nicht fachmännisch durchgeführt, und der Blick eines Saab-Fachmanns hilft bei der Kaufentscheidung.

Die Turbo-Motoren – hier gibt es ein breites Angebot von 150 bis 300 PS – sind bei kundiger Pflege robust. Der Blick ins Scheckheft hilft und ist ratsam, denn ab Aero-Niveau liegt eine Literleistung von über 100 PS an, und der 9-3 wird zum Kompaktsportler. Undichte Zylinderkopf- Dichtungen können vorkommen und sollten vom Saab Partner in Ordnung gebracht werden. Oft ist dabei, wenn der Motor schon offen ist, eine Revision nach Herstellerspezifikation sinnvoll. Aktuell liefert die Saab Parts AB lange nicht verfügbare Überholkits zu guten Preisen.

Im Innenraum ist Saab-typisches Flair und Sachlichkeit angesagt. Die Materialauswahl ist hochwertig und robust. Ein Holz-Armaturenbrett ist aus Holz und nicht aus Plastik, und das Leder ist dick und wirklich tierischen Ursprungs. Nur das übliche Pixel-Problem des SID Displays stört die Freude. Aber diese Probleme hatten damals alle Hersteller, und Saab reiht sich in die Gesellschaft von BMW, Mercedes und Co ein.

Ersatzteil & Werkstatt

Die Turbos gehören in kundige Hände, will man langfristig damit glücklich werden. Saab hat eigene Wartungsvorschriften, die Sinn machen, und bei den starken Varianten empfiehlt es sich, alle 10.000 Kilometer das Öl zu wechseln. Die Ersatzteilsituation ist (noch) gut. So gut wie alles ist lieferbar, auch wenn manche Bestände recht gering sind. Wird nachgefertigt oder nicht? Wir wissen es nicht und behalten die Situation im Auge.

Die Preissituation

Preislich enteilt sind mittlerweile Troll, Viggen und gute Aeros. Ein guter Troll wird – wenn überhaupt – um die 20.000 € gehandelt. Der Preis ist nicht repräsentativ, denn das Angebot ist zu dünn. Es kann also auch etwas teurer werden. Viggens, bitte nicht verbastelt, mit klarer Historie und entsprechend gewartet, liegen irgendwo zwischen 10.000 und 20.000 €. Die Preise sind abhängig vom persönlichen Geschmack, den Modifikationen an Fahrwerk und Motor, und schon eine gesuchte, seltene Farbkombination kann einige Scheine mehr kosten. Ein guter Aero mit klarer Historie und Scheckheft ? Die Reise beginnt bei 8.000 € und kann irgendwo bei 15.000 € enden.

Bevor jetzt die “viel zu teuer”- Fraktion schnauft, empfehle ich den Blick ins Internet. Das Angebot ist dünn, und Aero, Viggen und Co werden aktuell in ganz Europa gesucht und gekauft. Wer glaubt, jetzt aus seinem verbastelten Saab mit Wartungsstau eine Goldgrube machen zu können, den muss ich enttäuschen. Die Saab Sammler-Fraktion, die vor Monaten den 9-3 I entdeckt hat, ist anspruchsvoll, was klar ist. Um so teurer der Turbo-geladenene Schwede ist, desto mehr Gegenwert wird erwartet. Fans kaufen nur wirkliche gute Exemplare und am liebsten in Verbindung mit einem der Saab Spezialisten und Traditionspartnern.

Aber es gibt nicht nur Aero, Troll und Viggen. Auch die kleinen Turbos sind interessant und bezahlbar.

Saab 9-3 Anniversary mit Schiebedach. Verkauft!
Saab 9-3 Anniversary mit Schiebedach. Verkauft!

Welchen kaufen?

Cabriolets sind wie immer teurer als geschlossene Exemplare und Coupes tendenziell teurer als 5-türer. Wobei der Markt bei manchen Varianten so eng ist, dass es nicht wirklich von Interesse ist, ob Coupe oder doch zwei Türen mehr. Heute würde man die Limousinen-Variante vermutlich als 5-türiges Coupe vermarkten. Also, wer hat`s erfunden? Saab natürlich !

Keinen Fehler macht, wer einen Saab, welchen auch immer, mit einem Viggen, Troll oder Aero Label kauft. Hier gab es in den letzten Monaten steigende Preise, und das verspricht zumindest Saab fahren ohne Wertverlust. In der Aero Baureihe sind vor allem späte Exemplare ab 2001 mit dem Viggen Body Kit und der Viggen Ausstattung begehrt.

Soll es eine Version mit einem kleineren Turbomotor sein, dann empfiehlt sich die SE Variante. Sie bietet alles, was man wünscht, Holz und Leder und Klima Automatik. Das Leder ist erfreulich hochwertig und besser als beim Nachfolger. Stilvoll fahren, Luxus und Turbo geniessen…der 9-3 macht es möglich. Manchmal etwas unbeachtet – und vielleicht ein kleiner Geheimtipp, wenn der Verkäufer nicht weiss, was er hat – sind die Anniversary-Modelle, die es 2002 gab und die durch den eingeprägten Turbo Schriftzug auf den Ledersitzen zu erkennen sind.

Im 9-3 führte Saab erstmals einen Diesel ein. Von Steyr-Puch für GM entwickelt ist er ein rauher Geselle. Rauh aber herzlich ist er robust – aber man muss ihn mögen.

Automatik oder 5-Gang Getriebe? Reine Geschmacksfrage. Die 4-Gang Autmatik harmoniert sehr gut mit den Turbos und war sogar im Aero zu haben. Um das Fahren harmonisch zu machen und um die Automatik zu schonen, hat Saab im Aero das maximale Drehmoment von 280 auf 250 Nm zurückgenommen. Was gefällt, muss jeder selbst erfahren…

Finger weg von Exemplaren mit unklaren Ladedruck-Verhältnissen. Turbo fördert den Spieltrieb und ermuntert den Ladedruck etwas anzuheben. Schäden an Turbolader, Motor und Getriebe können die Folge sein. Lieber ein Exemplar mit klarer Historie suchen!

Saab Werkstuner Hirsch Performance nahm sich der ersten 9-3 Baureihe an und zauberte aus dem 2 Liter Aero Motor 230 PS bis 260 PS. Eine Literleistung von 115 PS war damals selten, und der in der Leistung gesteigerte Aero, auch in Verbindung mit Automatik, brachte erheblich bessere Fahrleistungen im mittleren Geschwindigkeitsbereich als die Serienversion. Nur mit manuellem Getriebe gab es die 260 Pferde mit Hirsch-Step2. Überlegene Leistungsentwicklung und Durchzug sind die Folge. Vorsicht, die Saab – Turbo – Hirsch Version birgt Suchtgefahr! Fans konsultieren vorher Ihren Arzt und ihr Bankkonto. Hirsch Versionen sind sehr selten, sind gesucht und gelten als Alternative zum Viggen.

Der Einstieg in den letzten Schrägheck-Turbo-Saab beginnt, mit etwas Glück, bei 5.000 €. Cabriolets starten etwas höher. Saugmotoren notieren niedriger, und hier sind günstige Käufe möglich. Gute Kontakte zum Saab Händler helfen bei der Suche. Viele Exemplare wechseln in der Saab Gemeinde den Besitzer, ohne im Internet als Inserat aufzutauchen. Da die Preise anziehen, werden in letzter Zeit immer wieder Exemplare für kleines Geld aus England geholt. Fahren mit dem Lenkrad auf der falschen Seite? Einen Viggen für weniger als die Hälfte des aktuellen Preises kann verlockend sein. Aber man sollte die Probleme beim Wiederverkauf mit einplanen.

Der 9-3 I ist kein Geheimtipp mehr, aber er ist unsere Empfehlung zum Einstieg, zur Rückkehr zur Kultmarke oder als Sammlerobjekt für das schönste Hobby der Welt.

Der Kultfaktor!

Saabiger und gleichzeitig moderner ist keiner in der aktuellen Liste der Saab Youngtimer. Das Kultpotential ist hoch, und alles, wo Aero, Viggen oder Troll dransteht, macht süchtig.

Der Kultfaktor Schnellcheck:

+ Einsteigen. Weil er das letzte Schrägheck aus Trollhättan ist.

– Aussteigen. Aussteigen? Wer spricht da von Aussteigen?

+ Geheimtip. Die 185 PS Variante. Nicht immer in Deutschland angeboten, daher selten. Nicht so aufdringlich wie ein Aero oder Viggen. Aber schnell und stark. Ein echter Saab.

+ Kult-Ranking. Stark im Kommen. Saab bekommt zum 900 eine zweite Ikone. Moderner und komfortabler und jeder Zoll ein Saab.

Text: tom@saabblog.net / Bilder: Saab Automobile AB (3), saabblog.net

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13 Gedanken zu „SAAB Kult: Einsteigen mit dem Saab 9-3 I

  • 28. Februar 2013 um 12:07 PM
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    Es ist schon auffällig wie gut und modern der 9-3 im Strassenbild immer noch aussieht. Gerade die AEROs sind stark. Im Gegensatz dazu sieht der 902 recht alt aus. Aber irgendwie mag ich beide 😉

  • 28. Februar 2013 um 12:22 PM
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    Der 9-3 mit 185 PS war 1998 mein erster SAAB. Allerbeste Qualität! Nutzte den Troll bis 180.000 KM und verkaufte ihn wegen eines 9-3 Aero. Die 20 PS mehr waren kultiviert zu spüren, erfreulich…., der “alte” Troll fährt immer noch mit mehr als 360.000 KM auf dem Tacho. Mit erster Maschine versteht sich!!! So stelle ich mir Langlebigkeit als Qualitätsmerkmal vor!

  • 28. Februar 2013 um 12:54 PM
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    Meine Verlobte und ich haben uns vor gut 2 Wochen auch ein (rotes) 9-3I 2.0t Coupé, EZ 5/01, aus 2. Hand gekauft und unsere Begeisterung steigt täglich.

  • 28. Februar 2013 um 1:27 PM
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    Der TiD ist tatsächlich ein rauher Geselle, wobei mit der Änderung von 115 auf 125 PS auch etwas mehr Laufruhe Einzug hielt. Dafür scheint er unkaputtbar zu sein!
    Ansonsten finde ich unseren 9³ TiD Anniversary mit seinen 17-Zoll-Double-Spoke-Felgen immer noch bildschön und empfinde ihn als angenehme Abwechslung im sonstigen Einerlei auf deutschen Straßen…
    Den habe ich 2002 neu gekauft und gebe ihn nicht mehr her! Eine bessere Historie gibt es nicht 😉

  • 28. Februar 2013 um 1:34 PM
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    Sehr guter Artikel und wann kommt der vom SAAB 9-5 😉

    Grüße aus dem Emsland

    Barney

  • 28. Februar 2013 um 8:10 PM
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    Lieber Tom,
    auch wenn es Euch allen nicht gefällt, aber zum Modellwechsel muß ich der Motorpresse ausnahmsweise und sehr ungerne leider Recht geben. Wir haben ja nun mein 902 Cabrio von 97 und den 931 meiner Tochter von 98 im Fuhrpark und ich frage mich immer, wo die rund 1100 geänderten Teile sind, die SAAB damals so beworben hat???
    Sicher, der 931 ist verbessert und moderner geworden. Er hat Seitenairbags bekommen und das Multifunktionslenkrad hätte ich im Cabrio auch gerne, die Heckklappe ist netter. Das sind natürlich Fortschritte, wäre ja auch schlimm, wenn nicht. Aber im Prinzip ist es das gleiche Auto.
    Vom 97er 902 auf den 98er 931 sind sowohl im Motorraum wie auch im Innenraum nur minimale Unterschiede zu sehen.
    Der Fahrvergleich unserer beiden hinkt etwas, weil das Cabrio gegen die viel steifere Zelle des Fünftürers keine Chance hat und durch das Dach auch lauter ist. Die Tragarme mußten bei beiden erneuert werden, das lohnt sich.
    Für mich ist es ein Facelift, bei dem wohl viele Qualitätsmängel aus den Anfängen des 902 aufgearbeitet wurden. Zumindest das 902 Cabrio war davon anscheinend weniger betroffen – vielleicht, weil es bei Valmet in Uusikaupunki gebaut wurde und das Werk ist für Qualität bekannt. Porsche lies damals schon den Boxter und später noch ein anderes Modell dort fertigen.
    Die späten 931 mit ihren starken Turbos, großen Rädern und Spoilern haben natürlich optisch einen ganz anderen Auftritt als etliche Jahre ältere 902.
    Gute SAAB sind es beide.
    Am Ende ihrer Laufzeit waren alle SAAB sehr ausgereift, wie auch der 901 oder der 9000 CS.

    • 28. Februar 2013 um 8:57 PM
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      Wir sind ja meist einer Meinung, müssen es aber nicht immer sein. Passt schon ;-)!

  • 28. Februar 2013 um 8:20 PM
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    Cooler Artikel zu einem coolen Auto. Ich mag die 9-3 I Serie! Weiter so 🙂

  • 28. Februar 2013 um 9:49 PM
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    Der 9-3 I ist wirklich schön. Leider hatte ich mit meinem aus 2. Hand einen Motorschaden bei 160.000 km. Die Ölpumpe (Zahnradpumpe) war einseitig abgelaufen, so dass der 4. Zylinder bei hoher Geschwindigkeit/Drehzahl (ca. 180 km/h) zu wenig Öl bekam. Ein Blick in den Motor ergab einen komplett schwarzen Zylinder, der 3. Zylinder hatte auch teilweise etwas abbekommen. Musste dann aber 4 Wochen auf einen neuen Motor warten. Das war im Herbst 2010. Sogar mein Saab-Meister fand das etwas seltsam. Im neuen Motor gabs zu Anfang alle 5000 km einen Ölwechsel, dann alle 10.000 km.
    Wirklich schöner Wagen.

  • 28. Februar 2013 um 11:17 PM
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    Volle Zustimmung! Der 9-3/I war der erste Saab, den ich je zur Probe gefahren habe, und es traf der alte Werbeslogan zu: „People who testdrive a Saab usually buy one.“ Es ist für mich keine Frage, ob dieses Modell „saabisch“ ist oder nicht. Natürlich ist es das. Es fährt sich anders als jedes andere Auto dieser Zeit. Wenn jemand nicht von einem 900 umsteigen will, kann ich das verstehen. Aber das liegt dann nicht daran, dass der 9-3/I kein echter Saab wäre, sondern nur daran, dass es eben ein anderer Saab ist als der 900. Entscheidend ist die Frage: Hätte irgend eine andere Firma als Saab dieses Auto bauen können? Und die Antwort lautet: Nein. Nur Saab konnte dieses Auto bauen.
    Noch heute würde ich jedem, der damit liebäugelt, sich erstmals einen Saab zu kaufen, dazu raten, nach einem gut gewarteten 9-3/I zu suchen. Ja, sie haben einige Schwachstellen. Aber die sind eingrenzbar und überprüfbar. Ja, sie strahlen nicht die gleiche Schwere, Solidität und Unverwüstlichkeit aus wie ein 9000. Aber dafür bilden sie gerade für Einsteiger den wahrscheinlich besten Kompromiss aus zeitgemäßem Fahrkomfort, Alltagstauglichkeit und Eigenständigkeit.
    Ein 9-3/I ist sparsam, im Kern solide, bequem, leise und eine gründlich durchdachte, stetig verbesserte Konstruktion. Ich fahre mittlerweile den zweiten 9-3/I. Er muss die Alltagsarbeit übernehmen, um den noch seltener gewordenen 9000 Aero zu schonen. Aber zugleich weiß ich: Eigentlich wird es Zeit, darüber nachzudenken, auch einen guten 9-3/I zu schonen. Noch gibt es genügend gute Exemplare am Markt. Es bleibt nur zu hoffen, dass auch genügend Leute ihren Wert erkennen, sich rechtzeitig einen sichern und ihm auf diese Weise das Schicksal des viel zu lange unterschätzten und viel zu oft achtlos verschlissenen 9000 erspart bleibt.

  • 3. März 2013 um 12:19 PM
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    Der 9-3 I hat mich damals zu Saab angefixt. Ich war 17, im Schwedenurlaub mit meinen Eltern, an einem verregneten Sommertag fuhren wir nach Trollhättan zwecks Besuchs des Innovatums. Wo wir schon mal da waren direkt noch das Saabmuseum mitgenommen. Und dann stand da dieser blaue 9-3 und ich war hin und weg und beschloß, einmal viel Geld verdienen zu müssen um mir so etwas schönes kaufen zu können.
    Wenig später, nach Erwerb der Fahrerlaubnis fand ich heraus, daß es sich um einen Opel Vectra handelt und kaufte stattdessen als Erstsaab und Fahranfängerauto einen 900 turbo 16S von 1984. 😉

    Aber schön finde ich den 9-3 I immer noch.

  • 5. März 2013 um 10:20 AM
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    Guten Tag Herr Knecht,

    danke für die umfassende Schilderung. Da wir – d.h. meine Frau und ich – u.a. ein 9-3 Coupé “Turbo Anniversary” (Bj. 2001) besitzen und es nachgerade lieben, wüssten wir gern, woran wir erkennen können, aus welchem Werk – Finnland oder Trollhättan – er stammt. Gibt es dazu Anhaltspunkte in der Fahrgestellnummer oder anderswo im Kfz-Schein? – Danke für eine kurze Info.

    Eine kleine Berichtigung: Die Anniversary-Modelle gab es ab Modelljahr 2002, also ab Ende des Kalenderjahres 2001. Sonst hätten wir keines; unseres ist im Dez. 2001 erstzugelassen.

    • 5. März 2013 um 10:38 AM
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      Gerne, die Fahrgestellnummern unterscheiden sich wie folgt:
      YS3:Schweden
      YK1: Finnland
      Es wurden allerdings auch 9-3 Aero in Finnland gebaut die unter den YS3 Code laufen. Insider erkennen diese an den besser ausgeführten Spaltmaßen.

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